Frage von Donty1979, 358

P Konto Bescheinigung?

Hallo,

folgende Konstellation : mein Mann und ich haben beide ein P Konto bei der selben Bank. Mein Mann sein Konto ist schon länger gepfändet, er hat auch den erhöhten Freibetrag plus das Kindergeld. Da mir nun auch eine Pfändung droht, wollte ich mir den Freibetrag auch erhöhen lassen, weil ich gesetzlich unseren gemeinsamen Kindern auch zum Unterhalt verpflichtet bin. Bei mir gehen jeden Monat ca. 1100 Euro Lohn plus ergänzendes ALG2 ein. Ich bin also definitiv über den Freibetrag von 1073 Euro. Nun weigert sich meine Bankfiliale, trotz Bescheinigung vom Jobcenter, meinen Freibetrag zu erhöhen. Laut deren Aussage würde nur einer die Freibeträge bekommen. Und da mein Mann sie hätte, könne ich sie nicht auch noch bekommen. Was kann ich noch tun?

Noch etwas anderes am 30.03. ist bei mir das ALG2 gutgeschrieben worden, am 15. kommt mein Lohn. Wenn jetzt eine Pfändung Mitte des Monats kommt. Wie rechnet sich der Freibetrag. Wird das ALG2 schon mit eingerechnet, oder eher nicht das es ja 1. im März kam und 2. Vor der Pfändung gutgeschrieben wurde? Ansonsten haben wir ein mega Problem, wenn ich den Freibetrag nicht irgendwie erhöht bekomme.

Vielen Dank!

Antwort
von Frankie4, 269

Nicht abwimmeln lassen; ggf. die zuständige Abteilung im Backoffice verlangen. Marktmitarbeiter haben wenig bis keine Ahnung (egal, um welchen Bereich der Bank es geht.

Auf dem P-Konto können grundsätzlich nach § 850k Abs. 5 ZPO weitere Beträge geschützt werden. Kindergeld, Unterhaltsverpflichtungen zum Beispiel für Ehegatten und Kinder sowie Sozialleistungen, die in einer Bedarfsgemeinschaft entgegengenommen werden, können den Grundfreibetrag um weitere Freibeträge erhöhen.
So steht jedem P-Konto-Inhaber für die erste Person, der er aufgrund Gesetzes Unterhalt zu gewähren (zum Beispiel Ehepartner, Kind) hat, ein weiterer Freibetrag von 404,16 Euro zu. Hinzu kommen zusätzliche Freibeträge von jeweils 225,17 Euro, sofern Unterhalt für weitere Berechtigte geleistet wird. Gleiches gilt, sofern der P-Konto-Inhaber für sich und andere Personen in einer Bedarfsgemeinschaft (neben dem eigenen Kind zum Beispiel auch Lebensgefährtin, Stiefkind) Leistungen entgegennimmt.

Es gelten somit die folgenden Freibeträge:

1.478,04 Euro bei Unterhaltspflicht für eine Person
1.703,21 Euro bei Unterhaltspflicht für zwei Personen
1.928,38 Euro bei Unterhaltspflicht für drei Personen
2.153,55 Euro bei Unterhaltspflicht für vier Personen
2.378,72 Euro bei Unterhaltspflicht für fünf Personen.

Voraussetzung ist allerdings, dass Sie als Kontoinhaber Ihrer Bank eine Bescheinigung vorlegen, dass es sich um solche geschützten Freibeträge oder Geldeingänge handelt. Arbeitgeber, Familienkassen, Sozialleistungsträger, anerkannte Schuldner- und Verbraucherinsolvenzberatungsstellen oder Rechtsanwälte können eine solche Bescheinigung ausstellen.

Antwort
von ellaluise, 247

Hi, anbei einen Tipp, keine Ahnung ob es euch weiterhelfen könnte.

Das Kindergeld darf auch auf ein Konto eines Kindes überwiesen werden. Das ist legal. Dieses Konto braucht dann kein Pfändungsschutzkonto sein und solange das Kind minderjährig ist, haben ja auch Eltern den Zugriff darauf.

Desweiteren könntest du mit dem Gläubiger eine Ratenzahlungsverbeinbarung treffen so das keine Pfändung entsteht.

Würde der Arbeitgeber einmalig den Lohn in bar zahlen?

Mir würde es darum gehen, das genug Zeit bleibt die Freibeträge entsprechend günstig zu verteilen. Nicht das der Mann einen höheren Freibetrag hat und diesen nicht ausnutzen kann.

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