Frage von Despina, 16

Optiert zur Regelbesteuerung?

Seid Jahren bin ich selbstständig und war immer regelbesteuert. 2008 fiel mein Umsatz weit unter 17500 Euro, ich war aber weiter regelbesteuert, bzw habe gar nicht an die Kleinunternehmerregelung gedacht. 2009 passierte das gleiche. Erst 2010 habe ich von der Kleinunternehmerregelung gebrauch gemacht. Das blieb bis heute so. Mitte August 2013 kam ein Schreiben vom FA, dass das nicht ginge, ich sei 5 Jahre an die Regelbesteuerung gebunden, weil ich 2009 Umsatzsteuer ausgewiesen habe.Ich würde nun für 10,11 und 12 die Umsatzsteuer schulden. Kann so etwas wahr sein, auch dass ich erst nach 3 Jahren Informiert werde. vielen Dank für eine Antwort

Antwort
von Privatier59, 11

Das mit den 5 Jahren stimmt:

http://www.gesetze-im-internet.de/ustg_1980/__19.html

Und wieso die das mit Verspätung sagen? Nun ja, ich hab mal einen Fall erlebt in dem das Finanzamt angefragt hat, wieso denn keine Einkünfte mehr aus dem Betrieb einer Gastwirtschaft erklärt werden - 40 Jahre nach Schließung derselben. Schnellmerker gibt es eben überall.

Kommentar von EnnoBecker ,

40 Jahre nach Schließung derselben

Naja, da war auch nach der RAO - übrigens ein Meisterwerk des großen Enno Becker - die Festsetzungsverjährung eingetreten. Die Frage war also relativ sinnfrei.

Und wieso die das mit Verspätung sagen?

Falsche Logik. Das Finanzamt verwaltet Steuern. Es ist weder befugt noch dazu in der Lage, den Bürgern die Gesetze zu erläutern und Rechtsfolgen aufzuzeigen. Hierfür gibt es speziell ausgebildete Experten.

Die ganze Kug kommt hier nicht vom Eis, weil Gestaltungsberatung nun mal wirksamer ist als Rettungsberatung. Aber ein Stückchen kann dem Fragesteller geholfen werden.

Kommentar von Privatier59 ,

Die Frage war also relativ sinnfrei.

Keineswegs. Die gute Frau war nämlich überzeugt, es gäbe den Laden noch. Dummerweise steht da aber schon seit Jahrzehnten eine Brücke drauf.

Kug

http://kug.ub.uni-koeln.de/portal/kug/home.html?l=de

Kommentar von EnnoBecker ,

Die gute Frau war nämlich überzeugt, es gäbe den Laden noch.

Klar, für 13 Jahre mögliche Festsetzung lohnt sich die Frage natürlich.

Den Kug kommentiere ich nicht. Du weißt ja, der Met.

Antwort
von EnnoBecker, 10

Kann so etwas wahr sein, auch dass ich erst nach 3 Jahren Informiert werde.

Warum diese Frage? Die KU-Folgen treten ein, wenn die Tatbestandsvoraussetzungen erfüllt werden. Das ist nicht anders als bei einer roten Ampel: Man darf nicht fahren/gehen, wenn sie aufleuchtet. Da kommt auch keiner und informiert.

Und mit "ich hab es nicht gewusst" kannst du hier nicht kommen. Es war deine Entscheidung, auf Beratung zu verzichten.

So, was ist nun aber rechtlich passiert?

Durch deine Umsatzsteuererklärung 2009 hast du wirksam zur Regelbesteuerung optiert. An diese Option bist du 5 Jahre gebunden. Bis dahin war es nicht schlimm, denn die Umsatzsteuer, die du ans Finanzamt abgeführt hast, hast du vom Kunden ja vorher bekommen. Zudem konntest du Vorsteuer ziehen.

2010 bis 2012 hast du den Fehler gemacht, keine Umsatzsteuer auszuweisen und deshalb 15,97 % zu wenig berechnet hast. Denn Umsatzsteuer ist natürlich trotzdem enthalten und die will das Finanzamt haben.

Wenn du deine 2009er UStE erst kürzlich abgegeben hast (also vor weniger als seinem Monat), kannst du die Option noch zurückdrehen. Du müsstest dann die Umsatzsteuer als unberechtigt ausgewiesene USt bezahlen und hättest keinen Vorsteuerabzug, aber ab 2010 wäre es dann immerhin sauber.

Wenn das nicht geht, musst du dich hinsetzen und deine Abrechnungen ab 2010 neu machen und Vorsteuer ziehen, das mildert den Fall dann immerhin.

Warum findest du die KU-Regelung denn übrhaupt so toll? Man hat doch nur Ärgerund es ist in den meisten Fällen die reine Geldverbrennung.

http://www.finanzfrage.net/tipp/kleinunternehmer

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