Frage von miniErbe,

Onkel verstorben und Erbanteil erwartet. Was tun?

mein Onkel ist vor 4 Wochen verstorben in hohem Alter. Er hat mir noch vor seinem Tode erzählt, dass ich was erben würde. Und genau das ist das Problem.

Bisher habe ich noch nichts gehört oder was unternommen. Ich bin vollkommen unerfahren in solchen Dingen und weiss nicht, ob ich was tun muss oder ob sich jemand (z.B. eine Behörde) bei mir melden wird.

Ist noch Zeit nach 4 Wochen? Geduldig sein? Oder was muss ich tun, um herauszufinden, ob ich was geerbt habe oder nicht?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Privatier59,

Wenn eine letztwillige Verfügung vorliegt ist für deren Eröffnung das Nachlassgericht zuständig:

http://www.justizportal.niedersachsen.de/portal/live.php?navigation_id=13295&...

An sich wird man die Erben von dort aus informieren. Nachfragen ist allerdings nicht verboten.

Allerdings ist natürlich die Frage, ob der Onkel seinen guten Vorsatz auch in die Tat umgesetzt hat, sprich ein Testament zu Deinen Gunsten aufgesetzt hat. Wenn nicht, dann gilt die gesetzliche Erbfolge und da wären zunächst die etwaig vorhandene Ehefrau und etwaig vorhandene Kinder oder Enkel des Onkels am Zuge. Die würden dann auch entferntere Verwandte von der Erbenstellung ausschließen.

Kommentar von miniErbe ,

es gibt sowohl seine Frau (Witwe) als auch Kinder. Die will ich aber nicht fragen.

Dann wende ich mich an das Nachlassgericht. Die sollten es ja wissen.

Kommentar von EnnoBecker ,

Die werden dir die Erben aber ebensowenig benennen wir mir, wenn ich dort frage.

Es sei denn, du bist ein Erbe.

Kommentar von Privatier59 ,

Wenn Witwe und Kinder nicht ganz auf den Kopf gefallen sind werden die ein (privatschriftliches) Testament durch das entfernte Verwandte bedacht wurden längst auf die letzte Reise geschickt haben.

Kommentar von Sabine1302 ,

DAS wäre aber strafbar......

Kommentar von Privatier59 ,

...und nicht nachweisbar.

Kommentar von miniErbe ,

verstehe...

Antwort
von Primus,

Wenn ein Testament existiert, liegen zwischen dem Tod des Erblassers und der Testamentseröffnung ein Zeitraum von etwa 12 Wochen. In einem nicht öffentlichen Termin sichtet der Rechtspfleger/die Rechtspflegerin die Testamente, diktiert dort eine Niederschrift ab. Es wird dann vom Nachlassgericht aus verfügt, dass die testamentarisch Bedachten davon eine Abschrift nebst Kopie des Testaments erhalten.

Auch die gesetzlichen Erben werden informiert. Den gesetzlichen Erben wird die Möglichkeit eingeräumt, sich zur Wirksamkeit des Testaments zu äussern. Mit der Benachrichtigung über die Testamentseröffnung werden Fristen in Gang gesetzt. Die Fristen beginnen erst, wenn den Beteiligten die Testamentskopie zugesandt wurde. Der Briefumschlag mit dem Poststempel stellt daher eine wichtige Dokumentation dar. Es empfiehlt sich nicht, an einer Testamentseröffnung ohne anwaltliche Begleitung teilzunehmen

Antwort
von imager761,

Dein Onkel kann dir viel erzählen. Solange er des nicht wirksam verfügt hat, wärst du nicht als Erbe oder Vermächtnisnehmer eingesetzt.

Selbst wenn, könnte eine derartige privatschrfiltliche Verfügung von den gesetzlichen Erben angefochten werden (Vortrag mangelnder Testierfähigkeit) oder schlicht unwirksam sein, weil es ein früheres notarielles Testament existiert :-(

Auch wäre es illegal, aber eben nicht nachwesilich, wenn ein entsprechend nachteiliges aufgefundenes Schriftstück unterdrückt wurde.

Andernfalls: Nachlassregelungen dauern durchaus Monate.

Da bleibt dir nur abzuwarten. Als gesetzlich nicht Erbberechtigte(r) hast du keinen Auskunftsanspruch gegen die Erben und das Nachlassgericht würde eine dementsprechende Anfrage schlicht ignorieren.

G imager761

Antwort
von Gaenseliesel,

lass der Familie doch erst einmal Zeit sich selbst mit der neuen Situation zurecht zu finden. 4 Wochen ist doch man erst gestern gewesen. Wenn du etwas geerbt haben solltest, wird man sich schon bei dir melden. Alte Leute erzählen viel, wenn der Tag lang ist..... Ich denke mal, vermögend wirst du wohl nicht dabei werden. Ich würde mich da nicht so drauf versteifen, dann lässt sich die Enttäuschung besser verkraften. K.

Antwort
von qtbasket,

Er hat mir noch vor seinem Tode erzählt, dass ich was erben würde. Und genau das ist das Problem.

Hat dein Onkel Kinder oder eine Ehefrau , so erben diese und du nichts, da kann er viel erzählet haben. Hier gilt nämlich das Gesetz. Bei einem Testament sind auch Pflichteilsansprüche zu beachten, also ganz so einfach ist das nicht.

Und niemand wird dich auch benachrichtigen - du musst dich schon selbst an das zuständige Nachlassgericht wenden, und dort nachfragen, ob du überhaupt Erbe bist. Der Rechtspfleger dort will dazu deinen Personalausweis sehen und Einblick in in dein Familienstammbuch nehmen, um das verwandschaftsverhältnis zu überprüfen.

Hat dein Onkel keine direkten Abkömmlinge, dann könnte der Erbfall eintreten....

Antwort
von Sabine1302,

Frage: Gibt es noch weitere Verwandte? Kinder, Enkel, Brüder, Schwestern, usw.

Ohne diese Info kann man Dir keinen präzisen Rat geben.

Kommentar von miniErbe ,

stimmt! Das hatte ich vergessen zu erwähnen. Es gibt Frau, Kinder, Enkel wie auch Geschwister. Damit bin ich wohl nicht in der gesetzl. Erbfolge oder habe einen Anspruch auf einen Pflichtteil.

Dennoch interessiert mich der Status.

Kommentar von Sabine1302 ,

Gesetzliche Erbfolge dürfte nicht eintreten und auch kein Pflichtteilsanspruch.

Wenn Dir Dein Onkel etwas vererbt hat, müßte das im Testament stehen. Hat er keines gemacht, bist Du vom guten Willen Deiner Verwandten abhängig.

Das Testament muss nicht beim Gericht oder Notar hinterlegt sein, es kann auch im Schreibtisch Deines Onkels liegen und sollte dann von den "Findern" an das Nachlassgericht weitergeben werden. Wenn in dem Testament ein "Nachlassverwalter" benannt ist, informiert dieser Dich oder wenn nicht, das Gericht.

Du kannst beim Gericht nachfragen, ob ein öffentliches Testament besteht, dann erhälst Du u.u. Auskunft. Existiert kein öffentliches Testament, dann besteht kaum die Möglichkeit Auskunft zu erhalten, es sei denn, dass Du benannt bist. Ein Auskunftsrecht hast Du als "entfernter" Verwandter nicht.

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