Frage von EllieHam, 5

Nur in langfristige geschlossene Immobilienfonds investieren, wenn man vermögend ist?

Sollte man wirklich nur dann in langfristige geschlossene Immobilienfonds inverstieren, wenn man vermögend ist oder kann sich das auch unter anderen finanziellen Umständen lohnen?

Antwort
von karlheinzg66, 1

EIne Investition in geschlossene Immobilienfonds kann sich lohnen oder auch nicht wie jede andere Investition. Bei geschlossenen Immobilienfonds kommst du jedoch meist erst nach sehr langer Zeit aus der Investition wieder raus. Daher musst von vornherein wissen, das du das angelegte Geld längere Zeit nicht brauchst. Willst du nämlich vorzeitig auf dem Zweitmarkt verkaufen dann hast du oft hohe Abschläge gegenüber dem fairen Wert.

Antwort
von gandalf94305, 1

Der wesentliche Punkt bei allen geschlossenen Beteilgungen ist die mangelnde Fungibilität, d.h. das Kapital ist für einen längeren Zeitraum gebunden und nicht liquidierbar.

Handelt es sich um eine Beteiligung, die mit geringem Risiko eine solide Rendite abwirft, dann kann man das auch als "Kleinanleger" tun, wobei nur 5-10% in eine einzelne geschlossene Beteiligung zu stecken wären. Geht man nun noch davon aus, daß die Mindestanlagen typischerweise bei 5.000-10.000 EUR liegen, dann ist klar, daß das nicht für jemanden taugt, der das als Gesamtvermögen anlegt, sondern schon klar sechstellige Gesamtvermögenswerte voraussetzt. Ob Du nun jemanden mit einem Portfolio von 200.000 EUR als "vermögend" bezeichnest, sei Dir überlassen.

Stecke jedoch in keinem Fall Kapital in geschlossene Anlageformen, das Du auf absehbare Zeit wieder benötigst bzw. benötigen könntest.

Antwort
von Rat2010, 1

Gefenfrage: sind alle Blätter blau?

Auch ein vermögender Mensch sollte nicht in geschlossene Immobilienfonds investieren. Ein weniger vermögender schon gar nicht, weil für den der Totalverlust des Geldes (der in dieser Anlageklasse wie bei allen geschlossenen Fonds vorkommt) noch schmerzhafter wäre.

Unabhängig davon kann sich die Unternehmung lohen. Ob es so oder so kommt und ob die Rendite, die man am Ende erzielt die schlechte Verfügbarkeit, das Risiko und den Aufwand wert war, würde sich erst hinterher zeigen.

Dass die Rendite über die Laufzeit aber höher ist als in einem - für die langfristige Anlage bei allem Menschen geeigneten - guten offenen Aktienfonds, ist aber so unwahrscheinlich, dass man es - als armer wie als reicher Mensch - ganz einfach lassen sollte, einen geschlossenen Fonds zu zeichnen.

Antwort
von SBerater, 1

geschlossene Immobilienfonds können ein Grab für die Investoren sein. Man sollte sich auskennen und die Ausgestaltung des Vertrages gut verstehen. Wenn was unklar ist, Finger weg.

Bei geschlossenen Fonds kann es eine Nachschusspflicht geben. Die Ausstiegszeitpunkte sind meist unklar oder in der Zwischenzeit unmöglich. Das bedeutet, dass man bei einem finanziellen Engpass nicht rauskommt und das kann schmerzen bzw. auch gefährlich werden.

Wenn man mehr Vermögen hat und man steigt nur mit ca. 10% ein, ist das Risiko, illiquide zu werden, geringer - sofern man liquide Alternativen hat.

Antwort
von Niklaus, 1

Auch mit einer langen Laufzeit, weißt du nicht, wann du wieder an deine Einlage kommst. Es muss nach geplantem Ablauf auch ein Käufer für das Objekt des Fonds geben.

Geschlossene Fonds sind unternehmerische Beteiligungen. Du wirst Kommanditist Das heißt man hat auch das volle Unternehmerrisiko. Bis hin zum Totalverlust. Das sollte man als Anleger wissen. Es gibt aber noch andere Probleme:

  • Nachschussverpflichtung
  • Aussetzung der Ausschüttungen
  • keine Rendite bei Prozeßfehlern wie fehlende Abnahme der Leistung
  • keine Rendite bei fehlenden Abnehmern, weißt du wer die Produkte kauft und zu welchem Preis.
  • ungünstige Finanzierung
  • u.v.m.
Antwort
von GeorgeAvard,

Da die Mindestbeteiligung oft 10 000 Euro plus 5 Prozent Abshclussgebühr beträgt ist ein langjähriger geschlossener Immobilienfonds tatsächlich nur etwas für vermögende Anleger, alle anderen würden sich damit wohl eher übernehmen.

Kommentar von EnnoBecker ,

5 Prozent "Abshclussgebühr" wären dann ja 500 Euro, oder?

Wie würdest du die denn steuerlich behandeln?

Kommentar von GAFIB ,

Als Anschaffungsnebenkosten, die den Verkaufserlös schmälern.

https://www.steuerkiste.de/steuerfragen/umgang-mit-dem-finanzamt/newsdetail/arti...

Kommentar von EnnoBecker ,

Fast richtig.

Bei einem geschlossenem Fonds sind es AK der Immobilie und führen so zu einer höheren Abschreibung.

Und wie kriegt man die in die Steuererklärung?

Kommentar von GAFIB ,

Zunächst mal gar nicht. Erst bei Verkauf/Auflösung, dann abziehen vom Erlös.

Kommentar von EnnoBecker ,

Nein, das wäre falsch.

Die Mehrabschreibung gehört in die Ergänzungsbilanz und führt somit zu höheren Aufwendungen.

Antwort
von Privatier59, 1

Die Frage ist doch, ob man sein Geld überhaupt in eine Anlageform stecken sollte, bei der die Vermittler und Initiantoren zunächst mal zwischen 15 und 25% der Investition in die eigene Tasche stecken. Man verharmlost das mit dem schönen Begriff "Weichkosten" und macht sich nicht bewußt, dass dieses Geld dem Anleger endgültig verloren geht.

Man sollte sich auch fragen, ob des sinnvoll ist sein Geld in eine Anlageform zu stecken in der man im Zweifel 20 und mehr Jahre feststeckt. Kommanditanteile sind nämlich rein faktisch nahezu unverkäuflich und wenn man das Abenteuer via Zweitmarkt doch wagt, dann wird man vor Entsetzen schreien angesichts der niedrigen Gebote.

Man sollte sich zudem fragen, ob die Anlage in eine begrenzte Zahl von Objekten sinnvoll ist. Zudem weisen die Prospekte zwar immer schöne Prognosen auf, Referenzen können die wenigsten Anbieter nennen. Kein Wunder, wer hält in diesem Metier schon 20 Jahre durch? Entweder ist das Unternehmen vorher pleite oder wegen Reichtums geschlossen, wohlgemerkt: Reichtum auf Anbieterseite. Der Anleger ist da nur Zuschauer.

Niemand, absolut niemand ist die Anlage in geschlossenen Fonds zu empfehlen und das gilt auch für solche, die in Immobilien anlegen. Wieso man diese Produkte trotzdem allerorten angeboten bekommt? Pecunia non olet.

Kommentar von Niklaus ,

Die Frage ist doch, ob man sein Geld überhaupt in eine Anlageform stecken sollte, bei der die Vermittler und Initiantoren zunächst mal zwischen 15 und 25% der Investition in die eigene Tasche stecken.

Das ist leider eine zu pauschale Aussage.

Kommentar von GAFIB ,

@Privatier: Der Duktus Deiner Ausführungen lässt jedenfalls auf eines schließen: Du bist ein - mehrfach? - gebranntes Kind diesbezüglich? Medienfonds, Schiffsfonds, nehme ich mal an? Oder sogar Immofonds?

Kommentar von gandalf94305 ,

Wenn man aber sieht, daß es Aktionäre der Deutschen Telekom oder Commerzbank gibt, die Verluste von 90% aussitzen bzw. Leute, die Fonds von Deka halten und Jahr für Jahr nur Verluste machen, dann muß man nicht geschlossene Fonds kaufen, um Geld zu verlieren.

Sorry, ich habe zwei geschlossene Fonds bis zur Abwicklung durchgemacht (profitabel) und bin derzeit in drei weiteren engagiert (ebenfalls profitabel). Es kommt dabei ganz wesentlich auf das Vertrauen in das Fondsmanagement an und die Kostenstruktur bis zum Anleger. Man sollte sich von schwarzen und grauen Schafen nicht entmutigen lassen und qualifiziert auswählen, in wen man investiert. Das ist der einzige Haken. Ansonsten kann man mit geschlossenen Fonds deutlich höhere Renditen bei moderaten Risiken im Vergleich zu offenen Fonds erreichen.

Wem das Grundprinzip eines unternehmerischen Engagements mit allen Chancen und Risiken nicht liegt, sollte davon die Finger lassen, jedoch ebenso von Einzelaktien und -anleihen.

Antwort
von robinek, 1

Wie vermögend bist Du denn? Ich geniesse das Leben, es ist kürzer als man denkt und mitnehmen kann ich es auch nicht. Deshalb zerbreche ich mir nicht mehr den Kopf welche Anlageform. Dadurch verdienen doch nur andere!

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