Frage von Thomas0812,

Notarkosten Testament?

Ich habe mehrfach gelesen, dass sich die Notarkosten nach der Höhe des Vermögens - zum Zeitpunkt der Testamenterstellung - richten. Falls versehentlich erhebliche Vermögenswerte nicht angegeben wurden, ist das Testament dann trotzdem gültig? Der Notar würde defintiv als "Geschädigter" dastehen, da seine Gebühr niedriger ausfallen würde, aber ist die Gültigkeit des Testaments dadurch beinträchtigt?

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Antwort
von Franzl0503,

Thiomas:

Der unrichtige Geschäftswert als Grundlage für die Berechnung der Notarkosten hat keinerlei Einfluss auf die Gültigkeit der letztwilligen Verfügung.

Kommentar von Thomas0812 ,

Sollte der Notar nicht irgendwelche Nachweise über die Vermögenswerte vorliegen haben um den Geschäftswert zu ermitteln? Oder basiert das auf Aussage des Testamentgebers bei Testamenterstellung?

Kommentar von Privatier59 ,

Der Notar nimmt für seine Kostenrechnung die ihm bekannten Angaben: Wenn sich die aus dem Testament ergeben, werden die übernommen. Ansonsten fragt er nach. Nachprüfungen sind nicht vorgesehen!

Antwort
von imager761,

aber ist die Gültigkeit des Testaments dadurch beinträchtigt?

Natürlich nicht. Deshalb wird ja auch beurkundet: "Der Nachlasswert wird im Kosteninteresse mit 123456 EUR angegeben".

G imager761

Kommentar von Thomas0812 ,

Wie ist Deine Antwort zu verstehen? Wird der Nachlaswert mit einem fiktiven Betrag angegeben unabhänging vom tatsächlichen Vermögenswert? Sorry, vielleicht habe ich da Deine Antwort auch lediglich falsch intepretiert.

Antwort
von Privatier59,

Eine solche Folge müßte sich aus dem BGB ergeben und da steht das nicht.

Antwort
von gammoncrack,

Eigentlich ist relativ unkritisch, da der Beurkundungswert prozentual degressiv ermittelt wird.

Z.B.

10/25/50/250/500 jeweils in tsd. Euro.

An welcher Stelle macht es den Sinn, falsche Werte anzugeben, wenn die Gebühren hier

54/84/132/432/807 Euro

bei einem Einzeltestament ausmachen?

Kommentar von Thomas0812 ,

Na ja, der Sprung von 132 auf 432 z.B. ist nicht ganz ohne finde ich. Letzendlich jedoch sollte jeder auch wirklich das Vermögen angeben, welches er / sie tatsächlich besitzt - einfach auch um wahrheitsgemäße Angaben zu machen - aber dennoch könnte der ein oder andere unrichtige Angaben zu machen um Notarkosten zu sparen; sofern dadurch das Testament nicht angefochten werden kann oder sonstwie seine Gültigkeit verliert. Meinst Du nicht?

Kommentar von gammoncrack ,

Naja, um dem Notar, bei einem Vermögen von 250.000.- Euro, zu sagen, dass es nur 50.000.- Euro sind, um damit 300.- Euro Gebühren zu sparen...... Da fehlt mir einfach der Glaube, dass es das wirklich gibt.

Kommentar von Thomas0812 ,

Da stimme ich Dir zu, was aber nicht heissen muss, dass dies in der Praxis nicht geschehen kann. Ich persönlich kann diese Kostenordnung nicht wirklich nachvollziehen, denn die Kosten sollten sich nach dem Aufwand für den Notar rechnen und nicht nach dem Geschäftswert. Letztendlich ist der Aufwand für eine Testamentbeurkundung - ob für 10.000 EUR oder 1.000.000 EUR - für den Notar derselbe und da stellt sich die Frage wieso dafür unterschiedliche Gebühren anfallen. Gleicht gilt für Immobilienkaufverträge, gleicher Aufwand, unterschiedliche Kosten je nach Immobilienwert. Aber das ist wahrscheinlich ein anderes Thema und sprengt den Rahmen meiner ursprünglichen Frage. Danke für Deine Kommentare, ich weis diese wirklich zu schätzen.

Kommentar von gammoncrack ,

Diese prozentuale Abhängigkeit ist ja in vielen Bereichen Gang und Gäbe. Darüber könnte man eine ganze Abhandlung schreiben. Man könnte ja auch sagen, dass der "arme" Notar bei einem Testament über eine Summe von 500.- Euro eher ein Minusgeschäft bei der Beurkundung macht (Bürokosten, Sekretariat, etc.), aber das rechnet sich dann letztlich wieder, wenn im nächsten Atemzug dann jemand eines über 15.000.- Euro macht. Die Kleinen werden eben über die Großen subventioniert.

Antwort
von qtbasket,

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