Frage von Elvis,

Nochmals Berufsunfähigkeitsversicherung

Hallo zusammen,

ich hätte noch mal ein Frage zum Thema BU.

Und zwar habe ich schon seit einem knappen Jahr meine BU abgeschlossen, nachdem ich woanders schon einmal abgelehnt wurde. Jetzt bin ich aus aktuellem Anlass durch einen Freund darauf gestoßen, dass er bei einem Antrag angeben musste, ob er schon einmal abgelehnt wurde. Verschiedene Quellen im Internet sagen auch, dass man das angeben muss.

Ich habe dies nicht angegeben, da auch nicht in meinem Antrag danach gefragt wurde. Die einzige Frage war, ob ich aktuell andere Beantragungen am laufen habe. Da mein erster Antrag aber schon abgelehnt war, habe ich diese Frage verneint. Eine Frage nach vorherigen Ablehnungen kam aber nicht. Habe ich jetzt trotzdem etwas falsch gemacht ?

Danke und Grüße

Antwort
von Elvis,

So, dann vielen Dank erstmal für die Antworten.

Na ja also, wenn Sie definitiv nicht nach der Ablehnung gefragt haben, dann kann ich mir auch nicht vorwerfen, dass ich es nicht angegeben habe. Und warum mich die eine Versicherung ablehnt und die andere nicht, kann ich nicht beantworten. Eine anständige Begründung habe ich nebenbei auch nicht erhalten. Allerdings habe ich bei der abgelehnten Versicherungen auch Fragen beantwortet, die über den nachgefragten Zeitraum hinausgingen. Selber Schuld, ich weiß. So oder so wurde ein ärztliche Auskunft verlangt, die beide Vers. auch bekommen haben.

Und da mir nach meinem ersten Antrag mitgeteilt wurde, dass sie mich nicht versichern können, habe ich einen neuen Antrag gestellt. Der alte hatte sich damit für mich erledigt und so habe ich auch geantwortet. Nebenbei habe ich auch ncoh keinen Antrag gesehen, wo nach einer Ablehnung gefragt wurde. Weiß also nicht, wo die Aussagen herkommen, dass so eine Beantwortung Pflicht ist.

Antwort
von consteind,

Hallo, wenn eine Versicherung eine Antrag abgelehnt, dann hat das einen Grund gehabt. Die Gesundheitsfragen sind fast bei allen Anbieter gleich. Warum ist jetzt das Risiko der Ablehnung weg? und du fragst nur nach der Begrifferklärung. Alles andere wurde schon sehr gut erläutert. consteind

Kommentar von Elvis ,

Wie oben kurz angedeutet. Ich weiß nicht, warum mich die eine Versicherung abgelehnt hat. Ich habe sehr ausführlich und sehr ehrlich geantwortet. Meines Erachtens aber alles nichts wildes. Deshalb habe ich auch einen zweiten Antrag gestellt, weil ich mir das nicht erklären konnte.

Kommentar von consteind ,

Na Hallo! Gehe kein Risiko ein, bringe das alles in Ordnung, damit im Leistungsfall du nicht der "Dumme" bist! Hast du kein Berater bei der Antragstellung gehabt, der dir dabei helfen kann? Suche dir einen Fachmann und gehe mit dem alles durch.Ein Versicherungsmakler sollte eine gute Adresse sein. Viel Glück! consteind

Antwort
von alfalfa,

Wir reden über das Thema Obliegenheitsverletzungen. Komisches Wort, bedeutet im Kern etwas simples. Die Wahrheit zu sagen und auch ggfs geänderte Umstände nachzumelden. Kommt man dem nicht nach, verletzt man seine Mitwirkungspflichten. Geregelt im Versicherungsvertragsgesetz im § 19 VVG

Wird man dabei " erwischt" können die Rechtsfolgen sein:

  • Leistungsausschluss ( gewisse Tatbestände führen dazu das die Versicherung nicht Zahl)
  • Risikozuschläge (man zahlt mehr)
  • Kündigung

Doch das Versicherungsvertragsgesetz regelt auch, dass man nur streng auf die Fragen antworten muss. Nicht mehr aber auch nicht weniger.

Die Frage, die ich vermute zielt auf etwas anderes ab. Nämlich welche Versicherung im Schadensfall leisten muss. Platt gesagt gilt die Regel alt vor Neu. Hättest du eine BU und beantragst du zusätzlich eine neue BU dann müsste die erste im Leistungsfall zahlen und dann die zweite. So weit ja okay.

Aber: das Urteil der ersten BU kann auch bedingend sein für die Leistung der zweiten BU. Dann ist Stress vorprogrammiert. Was heißt das in der Praxis?

Nehmen wir mal an du hast eine alte BU. Da steht drin, dass die nur zahlt, wenn du gar keinen Job mehr machen kannst. Das ist eine BU die du als Schüler abgeschlossen hat's mit 250€ Monatsleistung. Irgendwann in den 80 er Jahren. Schon voll vergessen, weil der Patenonkel so gut war.

Heute machst Du dich selbständig. Bombenidee! Du bist Mitte 40, verheiratet, 2 Kids - kerngesund. Du willst 7000€ im Monat absichern, der Vertrag wird angenommen. Alle Fragen korekt beantwortet, kerngesund.

Prima denkt man. Es kommt zum Leistungsfall. Alles klar für BU Nr 2. Aber BU Nr 1 meint, du kannst ja noch Briefmarken lecken und zahlt die 250€ nicht.

Und was macht BU Nr 2.?

Spätestens dann brauchst du einen Fachanwalt oder solche Leute wie mich - Versicherungsberater . Die das nämlich klären. Verstehst Du jetzt die Bedeutung der Frage?

Kommentar von alfalfa ,

Ablehnungen musst Du nicht angeben. Deshalb mein Tipp. Bitte nicht online ausfüllen sondern einen Makler beauftragen. Dann ergeben sich solche Fragen nicht. Nein, ich bin kein Makler, sondern Versicherungsberater. Nur zur Info.

Antwort
von cocoB,

Hallo,

Normalerweise fragen die Versicherer schon etwas undefinierter nach, z.B. haben Sie aktuell oder in der letzten Zeit…, oder haben Sie in den letzten 5 Jahren… Wenn so wie bei Dir gefragt wurde, haben Sie aktuell… dann hast Du wahrheitsgemäß geantwortet.

Du hast eigentlich nichts verschwiegen, das einzige Problem ist

WIE DEFINIERT MAN AKZUELL? Aktuell bedeutet Zeitnah. Wie viel Zeit ist denn zwischen Ablehnung und Neuantrag vergangen?

Das wäre in Deinem Fall wohl ausschlaggebend.

Kommentar von alfalfa ,

Sorry, einfach sich zurück halten, wenn man nicht weiß welche Dimension diese Frage hat. Lies mal meine Antwort. Aktuell bedeutet keinesfalls zeitnah. Genau deshalb wird ja so gerne geklagt. Und genau deshalb gibt es Berufsstände, die das genau wissen.

Kommentar von cocoB ,

Die Frage, die ich vermute zielt auf etwas anderes ab. Nämlich welche Versicherung im Schadensfall leisten muss

Das wurde nicht gefragt.

woanders schon einmal abgelehnt

Muß ich das angeben ist die Frage.

Und wie definierst Du aktuell?

Kommentar von alfalfa ,

Wörtlich. Nach VVG. Es gibt OLG Rechtsprechung dazu! Die Kunst ist die Fragen zu verstehen! Und zu wissen was gemeint ist. Denn genau das ist der springende Punkt ob gezahlt wird.oder nicht. Laienmeinung ist irrelevant. OLG Rechtsprechung schon.

Das unterscheidet den Google Helden vom Fachmann. Vermeidet Rechtsprozesse. Hatten wir nicht bereits das Vergnügen bei BU Themen??

Kommentar von cocoB ,

Die Kunst ist die Fragen zu verstehen! Und zu wissen was gemeint ist.

Hast Du das???

Kommentar von alfalfa ,

Ja, zwei Hochschulstudien, eine Promotion, 25 Jahre Berufserfahrung, die Kontakte in der Branche und eine hohe Erfolgsquote in der Branche. Dazu auch die Befugnis zur Rechtsvertretung. Und Du?

Kommentar von cocoB ,

Gratuliere für Dein theoretisches Wissen,

ich habe praktische Erfahrung da ich die ganze Prozedere schon durchgemacht habe. Auch habe ich mich mit vielen anderen ausgetauscht die ich während der Reha, und auch integrationsmaßnahmen kennenlernen durfte.

Aber definiere mir jetzt bitte den Begriff „aktuell“.

Wörtlich. Nach VVG. Es gibt OLG Rechtsprechung

Ist eine etwas spärliche Aussage.

Kommentar von alfalfa ,

Hat nichts mit Theorie zu tun, ich habe sehr häufig mit der Thematik Ansprüche aus BU Versicherungen zu tun, setzte mich somit sehr oft mit den verschiedenen Versichereren auseinander. Es geht immer um den § 19 VVG.

Hier die 50 relevanten Urteile dazu. Auch wird grade vom OLG Stuttgart aus dem Jahr 2012 (in Zusammenhang mit der Antragsstellung vgl. OLG Stuttgart: Urteil vom 19.04.2012 - 7 U 157/11) auf die Antragsstellung Bezug genommen.

Hier die Quelle mit weiteren 50 wichtigen Urteilen.

http://dejure.org/dienste/lex/VVG/19/1.html

Die Fragen sind wörtlich zu nehmen, besonders nach der VVG Reform 2008. Je nach Versicherer unterscheiden sich die Fragen, haben jedoch meist dasselbe Muster in der sinngemäss in der Art:

Bestanden in den letzten 3 Jahren oder bestehen (=Legaldefinition von Aktuell!) oder sind ärztliche oder von anderen Behandlern geplante ambulante Behandlungen angeraten.

Ich denke, diese Fragen sind - Insbesonders was die Vokabel aktuell abgeht - selbstsprechend. Anders formuliert: Befinde ich mich zum Zeitpunkt der Antragsstellung (also aktuell!) in ärztlicher Behandlung oder ist diese angeraten (und in der Patientenakte dokumentiert) so ist die Frage mit Ja zu beantworten.

Antwort
von althaus,

Dumm gelaufen, wenn Du Pech hast, hast Du die Versicherung umsonst gemacht und die zahlen nicht, wenn es zum Versicherungsfall kommt.

Kommentar von Elvis ,

Mit welcher Begründung? Nach Ablehnung wurde nicht gefragt !

Kommentar von althaus ,

Bist Du Dir sicher? Dann lese lieber nochmal nach. Sonst hast Du Recht und nichts zu befürchten.

Kommentar von Elvis ,

Ja, da bin ich mir sicher. Deshalb bin ich ja verwundert, dass SCHEINBAR, bei jedem Antrag danach gefragt wird. Ich habe diese Frage nicht gefunden.

Die Frage die ich beantwortet habe bewegt sich halt in dem Themenbereich: "Bereits vorhandene Versicherungen auf Ihr Leben/bzw. auf Berufsunfähigkeit". Da wollte man wissen, ob ich eine solche Versicherung schon habe, oder eine oder mehrere derzeit beantrag habe.

Die Begründung von alfalfa macht dahingende schon Sinn. Es soll ja auch eine ÜBerversicherung vermieden werden, denke ich mal.

Kommentar von althaus ,

Du schreibst: "Da wollte man wissen, ob ich eine solche Versicherung schon habe, oder eine oder mehrere derzeit beantrag habe".......Hast Du zumindest angegeben, daß Du schon eine oder mehrere beantragt hast?

Kommentar von Elvis ,

Nein, habe ich nicht. Darum ging es ja gerade. Aber auch danach war ja eigentlcih nicht gefragt. Zumindest habe ich es bei Beantwortung so gesehen. Jetzt kamen mir halt Zweifel

Kommentar von Elvis ,

Dann hätten sie ja auch fragen können, ob überhaupt schon mal eine Antrag gestellt wurde. Das wäre wohl eindeutig.

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