Frage von LailaLino, 56

Nochmal zu freiberuflich als Künstlerin in Deutschland und nebenberuflich Jobben im Ausland

Hallo! Erstmal vielen Dank für die Antworten, die mich darauf aufmerksam machten, dass ich meine Situation genauer beschreiben muss und mir auch schon weitergeholfen haben. Auch bitte ich um Geduld bezüglich meiner Unwissenheit über alles was mit Finanzen, Steuern usw. zu tun hat. Da ist irgendwie eine Art schwarzes Loch in mir… aber ich bemühe mich wirklich diesbezüglich schlauer zu werden. Also: Ich pendele zwischen Deutschland (ca. halbes Jahr hier, halbes Jahr dort, was übrigens für die KSK wesentlich ist, da ich nicht länger als ein halbes Jahr im Ausland sein darf) und der Insel La Palma (Spanien), bin an beiden Orten gemeldet und könnte nun ab November regelmäßig in einer Pension arbeiten, dessen Besitzer auf jeden Fall Rechnungen von mir braucht. Auf Dauer kann er die Ausgaben nicht mit „Kreativer Gestaltung der Pension“ verbuchen, denn das fällt irgendwann auf. Zudem möchte ich nicht schwarz arbeiten, denn hier wird seit der Krise verstärkt kontrolliert. Mit Freibetrag 450,-€ meinte ich, dass mich ein Arbeitgeber in Deutschland bei diesem Verdienst nicht sozialversichern muss (dachte ich zumindest), während man das hier nicht so machen kann. Man meldet sich entweder als „Autonomo“ an und zahlt zwischen 200,- und 300,- Sozialversicherungen (auch wenn man nur 300,- € verdient) oder bekommt eine Anstellung. Da ich aber erfahren habe, dass es verboten ist in Spanien und Deutschland gleichzeitig sozialversichert zu sein, kann die Pension mich nicht anstellen. Das ist das Problem für mich hauptsächlich. Ist das so?

Es gibt in jedem Fall ein Umsatzgrenze für Kleinunternehmer, der zurzeit (glaube ich) bei ca. 17500,-€ Gewinn liegt. Wie hoch darf denn eigentlich maximal der Gewinn sein?

Ich verdiene mit meiner Tätigkeit als Künstlerin zwischen 4500,- und. 6500,- € im Jahr, hätte also noch „Platz“ für Rechnungen. Vorraussichtlich verdiene ich in der Pension ca. 500,- € im Monat, also 3000,- für ein halbes Jahr. Ich hoffte ich könnte als Kleinunternehmerin auch Rechnungen für diesen Job im Ausland stellen, also dass es nicht unbedingt eine künstlerische Tätigkeit sein muss und es egal ist ob hier oder in Spanien. Dem ist nach Antwort von Enno Becker nicht so. Habe ich das richtig verstanden? Ich gebe hier auch Malkurse, die ich über Deutschland abrechne. Ist das dann denn legitim?

Herzliche Grüße von LailaLino

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von EnnoBecker, 53

Das ist immer noch eine sehr wässrige Beschreibung.

Versuchen wir das mal zu lösen, indem wir uns ein Thema rausgreifen und du fragst zu anderen Themen separat nach.

Ich nehm die Umsatzsteuer, weil ich das kann.

Es gibt in jedem Fall ein Umsatzgrenze für Kleinunternehmer, der ...bei ca. 17500,-€ Gewinn liegt.

Um das Ganze abzukürzen (ich bin ja faul), verweise ich hier auf diesen leicht verständlichen und gut geschriebenen Tip:

http://www.finanzfrage.net/tipp/kleinunternehmer

Also nach dem lesen dieses Tips verwurschtelst du Umsatzsteuer nicht mehr mit Einkommensteuer, okay?

Antwort
von wfwbinder, 43

Du musst realisieren, dass Du zwei (bis drei) Problemkreise hast, die sich beim Einkommen (Einnahmen) berühren, aber sonst nichts miteinander zu tun haben.

  1. Steuer (Einkommensteuer) Du kannst soviel verdienen wie Du willst. Irgendwann musst Du Steuern zahlen, aber die Steuer ist immer weniger als die Hälfte als das was Du mehr verdienst, also lohnt es sich immer mehr zu verdienen. Da Du in Deutschland einen Wohnsitz hast, bist Du hier unbeschränkt einkommensteuerpflichtig mit allen Einkünften. Die Einkünfte aus Spanien, können hier durch das DBA steuerfrei sein, das hängt dann aber von der Art der Einkünfte ab.

  2. Umsatzsteuer In Deutschland bist Du Kleinunternehmerin. Als solche kannst Du auch Malkurse geben. Du kannst auch Bilder und Skulpturen ins Ausland liefern. Ändert auch ncihts daran. Aber wenn Du im Ausland unternehmerisch tätig wirst, also dort ansässig, wie Du es beschreibst (gemeldet auf La Palma), fällt das hier nicht unter die Regelung, sondern unter die dortige.

  3. Künstlersozialkasse Dieser Punkt ist für Dich viel wichtiger. Wenn Deine Einkünfte aus nicht künstlerischer Tätigkeit die 450,- Euro überschreiten, dann fliegst Du aus der Künstlersozialkasse.

Genaugenommen bist Du das Musterbeispiel einer Künstlerin, die die KSK nicht möchte. Die KSK will nämlich nur Leute, die sich ausschließlich, oder fast ausschließlich künstlerisch betätigen und nicht welche, die etwa halb und halb verdienen.

Kommentar von LailaLino ,

Vielen Dank wjwbinder, für die ausführliche Antwort. Etwas beleidigt bin ich über den letzten Kommentar ihres Beitrags. Ich habe immerhin ca. 15 Jahre rein von meiner Kunst gelebt, wenn auch immer an der Grenze der Existenz. Nachdem meine Galerie vor einem Jahr schließen musste und ich mich noch immer von einem Burnout erhole (denn so romantisch wie sich viele Menschen das Künstlerdasein vorstellen ist es nicht, sondern bedeutet sehr viel komsequente Arbeit), habe ich keine andere Wahl als dazu zu verdienen, denn sonst kann ich nicht mehr überleben. Mir wäre es auch lieber, wenn es anders wäre, aber so einfach findet man als Künstler keine neue Galerie. Die Galerie findet den Künstler... Als Künstler von seiner Kunst zu leben hat leider sehr viel mehr mit Glück zu tun und Kontakten, als mit Fleiß und Qualität der Arbeit. Herzlichen Gruß von LailaLino

Antwort
von Lissa, 42

Diese Seite könnte für dich interessant sein: http://kuenstlersozialkasse.de/wDeutsch/download/daten/Versicherte/Versicherung_...

Kommentar von LailaLino ,

Vielen Dank Lissa, das kannte ich schon, gibt mir aber leider keine Antwort auf die Situation Deutschland/Ausland. Lieben Gruß von LailaLino

Antwort
von zinsennorbert, 32

der link zur KSK ist absolut korrekt, da steht alles drin, bezüglich der KSK.

17500 euro Einnahmen (Umsatz), nicht Gewinn

du kannst sehr wohl in Spanien und in Deutschland eine SV haben, das eine schließt das andere nicht aus. Präferenz sollte aber immer deine KSK haben, weil du eine bessere Versicherung nicht findest.

Deine Pension auf den Kanaren kann dir sehr wohl eine Rechnung (an deine deutsche Anschrift) schreiben (umsatzsteuerfrei wenn weniger Umsatz im jahr als 17500 euro).

Die Frage ist aber, ob es dann immer noch korrekt ist, weil du die Arbeitsleistung vor Ort (auf den Kanaren) erbringst oder ob sich in jedem Falle die Anmeldung als Autonomo verpflichtet. Da frage in einer Gestoria nach oder am besten bei deiner Pension und die fragen ihre Gestoria.

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