Frage von derpaddie,

Noch eine Frage zur USt-Befreiung bei Freiberuflern

Hallo,

also die Theorie ist mir jetzt schonmal klar ;-).

Was mich jetzt noch interessiert. Wenn ich das alles richtig verstehe, lohnt sich die Befreiung hauptsächlich dann, wenn ich sehr wenig Ausgaben und hauptsächlich Privat- bzw "öffentliche" Kunden habe.

Ich werde wohl (auf jeden Fall im ersten Jahr) recht wenig betriebliche Ausgaben haben und meine Hauptkundschaft wird hauptsächlich aus "normalen" Wirtschaftsunternehmen und anderen Freiberuflern bestehen.

Meine Frage jetzt: Lohnt sich in dem Fall überhaupt die USt-Befreiung?

Also wenn ich ohne USt-Befreiung schaffe muß ich also (egal ob ich irgendwas in dem Monat eingenommen habe oder nicht) jeden Monat bis zum 10. beim FA. die Anmeldung machen und die ausgewiesene UST ans FA überweisen. Wenn ich nichts eingenommen habe muß ich nichts bezahlen.

Teilweise habe ich jetzt auch gelesen, dass einige es als "unprofessionel" ansehen, wenn der §19-Spruch auf der Rechnung steht...

Danke schonmal

Gruß

Patric

Antwort von obelix,
1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

ob unprofessionell oder nicht: bleibst du nachhaltig unter der grenze, wird dich das finanzamt auffordern, keine USt mehr auszuweisen.

ist noch nicht klar, wieviel du umsetzen wirst, so wähle die variante, die dir am plausibelsten erscheint.

hast du keine USt-befreiung, so hast du die pflicht, beim finanzamt regelmässig (jeden monat, jedes quartal ... zum 10. des folgemonats) eine USt-voranmeldung abzugeben (elster oder per post). alle rechnungseingänge (!!!) sind zu berücksichtigen. die USt der ausgaben kannst du bereits abziehen.

das finanzamt erwartet TERMINgerecht zur USt-voranmeldung die überweisung des betrages. eine erstattung von seiten des FA erfolgt ggf. auf dein referenzkonto.

Antwort von derpaddie,

OK, nachdem was ich bis jetzt gelesen hab, werde ich wohl vom §19 Abstand nehmen.

Eins hab ich aber noch, die USt.-Voranmeldung muß ich aber auf jeden Fall jeden Monat machen, auch wenn gar nichts angefallen ist.

Der Termin beim Steuerberater steht noch aus, allerdings möchte ich mich halt schonmal im Voraus informieren.

Danke für die bisherigen Antworten

Gruß

Patric

Antwort von wfwbinder,

Wer zum größten Teil, oder gar ausschließlich Unternehmer als Kunden hat, der sollte nicht die Vergünstigung gem. § 19 UStG in Anspruch nehmen, sondern für die Regelbesteuerung optieren.

Für den Unternehmer (Gewerbetreibenden), ist es egal, ob man ihm 100,- Euro als "§ 19 Unternehmer" berechnet, oder 100,- Euro + 19 % USt, also 119,-- Euro Brutto mit Steuerausweis.

Gleichzeitig erkauft man sich damit den Vorsteuerabzug. man bekommt eben die Umsatzsteuer, die man auch abführen muss, kann aber dagegen die Umsatzsteuer aus den Eingangsrechnungen als Vorsteuer abziehen.

Das kann je nach Struktur schon eine ganze Menge sein.

Vor allem, wenn man auch Investitionen hat (neuer PC usw.).

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