Frage von ersteJobs,

Niedrigzinspolitik, Dauer und Risiken

Greenspan wurde wegen seiner Politik gerügt, weil er lange an zu niedrigen Zinsen festgehalten hatte und damit die letzte Krise mit erzeugt haben soll.

Sieht man sich nun die aktuelle Politik an, dann sind Zentralbankzinsen überall niedrig und das schon sehr lange. Und es sieht nicht so aus, als käme bald Änderung.

Was ist diesesmal anders? Oder bauen wir gerade an einer Monsterblase? Wieso sollte diesesmal diese Politik keine negativen Auswirkungen haben?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von gandalf94305,

Ich sehe hier keine Blasenbildung in USA oder Europa. In China mag man das eine oder andere schon mangels konkreter Daten schon in den Blasenbereich stecken, aber im Grunde bewegen sich auch dort Indikatoren im normalen Bereich. Das ist eben die Erholung nach der Finanzkrise.

Niedrige Zinsen sollen dazu führen, daß Refinanzierungen einfach möglich sind, um Zeit zu gewinnen. Niedrige Zinsen sind positiv für die Wirtschaft, da man mehr Investitionen wagen kann, wenn man über eine sinnvolle Bonität verfügt. Auch die Privathaushalte freuen sich über niedrige Zinsen für Baudarlehen oder andere Kredite. Nicht jedoch freuen sich alle auf der anderen Seite der Medallie, die über verzinsliche Papiere ihre soliden, risikoarmen Renditen erwirtschaften wollen.

Es ist klar festzustellen: Anleihen sind nicht mehr das sichere Modell, um größere Summen bei Renditen über der Inflationsrate zu parken. Eigentlich hätte die Konsequenz, in Dividendentitel zu gehen, schon frühzeitig erkannt werden müssen. Institutionelle Anleger haben das offensichtlich, wenn man insbesondere die Small/MidCap-Unternehmen anschaut und auch einen Blick in die Emerging Markets wagt. Frontier Markets laufen inzwischen auch sehr gut, da Alternativen fehlen. Privatanleger in USA wie auch in Europa meiden nach wie vor Aktien, da sie glauben, diese wären riskanter.

Im Grunde könnte dies lange Niedrigzinsphase ja etwas Gutes haben: die Aktienkultur verbessert sich. Mehr Menschen werden zu Aktionären - direkt oder über Fonds. Das koppelt Erträge direkt an die Wirtschaftsleistung der Unternehmen und bietet damit eine Partizipation für alle. Anleihen sind ja nur künstliche Renditen, die durch Schuldenaufnahmen verursacht werden - sie werden seit einigen Jahren mit Skepsis betrachtet und führten durch die implizit unter allen Beteiligten vereinbarte steigende Neuverschuldung bei gleichzeitiger Toleranz durch Abnahme von weiteren Anleihen zu der Verschuldungsspirale, die wir heute erkennen.

Also ist die derzeitige Krise, in der wir noch stecken, aus meiner Sicht eigentlich nur die Rückkehr zum Normalen, das Platzen der Schuldenblase. Die Erholung der Aktienmärkte danach ist damit nicht verwunderlich.

Antwort
von qtbasket,
  • Greenspan wurde wegen seiner Politik gerügt

Das ist doch schon Schnee von gestern

  • dann sind Zentralbankzinsen überall niedrig und das schon sehr lange

Das ist die Politik der EZB, und die ist bekanntlich absolut unabhängig. Sgn. Draghi ist auch verbal schon ziemlich verprügelt worden, nur er handelt nach seinen Vorstellungen. Und man kann es auch anders formulieren: Wenn Historiker später einmal sein Lebenswerk würdigen werden, wird er !!! als "Retter des Euro" in die Geschichte eingehen, und garantiert nicht Frau Merkel. Die Niedrigzinspolitik ist meiner Meinung nach die einzig währungspolitische Alternative - auch wenn ich mich als Privatmann darüber schwarz ärgern kann, welchen Cashflow die Kreditinstitute erzielen, wenn sie sich fast zum Nulltarif billiges Geld von der Notenbank besorgen und beispielsweise gnadenlos beim Dispozins zuschlagen.

Kommentar von ersteJobs ,

Greenspan ist Schnee von gestern, das mag sein. Aber nehmen wir an, derzeit bildet sich wieder eine Blase irgendwo, die in x Jahren platzt. Dann könnte man die akt. Situation doch mit der lockeren Geldpolitik von Greenspan vergleichen.

Antwort
von HilfeHilfe,

Was für eine Wahl hast du ?

Diesmal ist der Unterscheid das Alle wichtigen Notenbanken die Zinsen niedirig halten. Bringt die Wirtchaft in Schwung.

Ich sehe nur in einzelnen Ländern eine Spkulationsblase. zB Immomarkt Deutschland.

An der Börse erkenne ich keine Übertreibungen.

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