Frage von gelbefritzi, 633

Nichterfüllung der Vorversicherungszeit

In die zweite Hälfte des gesamten Arbeitslebens von 41 Jahren fällt bei mir eine sechsjährige Babypause als s.g. "Spätgebärende". Da mein Mann Beamter ist, war ich in dieser Zeit nicht gesetzlich krankenversichert sondern beihilfeberechtigt mit privater Zusatzkrankenversicherung (eine Zusatzversicherung bei der gesetzlichen KV ist ja nicht möglich gewesen). Jetzt fehlen mir diese Jahre, um die Vorversicherungszeit für die Rentner-Krankenversicherung zu erfüllen. Wenn ich mein Kind mit 25 statt mit 36 bekommen hätte, würde ich die Vorversicherungszeit problemlos erfüllen. Es kann doch nicht in Ordnung sein, dass ich für die Babypause mit 36 Jahren bestraft werde, während Mamas mit 25 und gleicher Lebensarbeitszeit anders behandelt werden. Gibt es Ausnahmen zu der Berechnung der Vorversicherungszeit?

Antwort
von Lissa, 601

Es gibt für diesen Fall keine Ausnahmen von der Berechnung der Vorversicherungszeit.

In der Kinderpause hättest du dich selbst in der gesetzlichen Rentenversicherung freiwillig versichern können.

Ist dein Mann Beamter bei Post oder Bahn, gäbe es die Möglichkeit, dort als Familienmitglied privat mitversichert zu sein. Oft wurden gerade für diesen Fall dort Anwartschaftsgebühren gezahlt.

Doch Vorsicht.

Es gibt Fristen, die zu beachten sind.

Bei der freiwilligen Versicherung in der gesetzlichen Krankenversicherung wird das Einkommen des privat versicherten Ehegatten bei der Beitragsberechnung mit herangezogen:

http://www.tk.de/tk/bei-der-tk-versichert/freiwillige-pflichtige-krankenversiche...

Kommentar von alfalfa ,

Bei Beamten ist es so geregelt, dass man als Ehepartner beihilfeberechtigt ist - wenn man nicht zu hohe eigene Einkünfte hat. Familienversicherung nach § 10 SGB V gibt es nur bei GKV Versicherten Ehepartnern. (Es gibt nur sehr wenige GKV Versicherte Beamte) Der Sonderfall PBEAK etc. wird konzeptionell der PKV gleich gestellt.

Antwort
von Rentenfrau, 495

Hallo gelbefritzi, die Voraussetzungen um in die günstige Krankenversicherung der Rentner zu kommen (KVdR) ist eben, daß man 90 % in der 2. Lebensarbeitshälfte gesetzlich versichert war, ob nun freiwillig oder pflichtversichert spielt keine Rolle. Wenn man diese Vorversicherungszeiten nicht hat (und ob das so ist rechnet die gesetzliche Krankenkasse beim Rentenantrag auf den Tag genau aus) dann kommt man nicht in die KVdR. Du hättest Dich in der Babypause gesetzlichen versichern können (das wäre als freiwillig Versicherte gegangen, allerdings hättest Du da den Beitrag ganz allein zahlen müssen. Wenn Du die Vorversicherungszeit nicht hast, gibt es bei der Berechnung keine Ausnahmen, aber Du kämst dann einfach in die freiwillige Versicherung bei der gesetzlichen Krankenkasse, hier ist der große Unterschied zur KVdR, daß Du auf all Deine Einkünfte Beiträge zahlen mußt.

Antwort
von alfalfa, 431

Also, die Gesetzeslage ist leider so und statt Beihilfe und PKV hättest Du dich alternativ auch gegen eigenen Beitrag während der Pause in der GKV versichern koennen. Folglich wirst Du im Rentenalter freiwilliges Mitglied in der Krankenversicherung. Der Unterschied zur Pflichtmitgliedschaft in der KvdR ist nur einer: Fast alle Einkommensarten sind GKV Beitragspflichtig. In der KvdR werden nur auf die gesetzliche Rente der DRV und Renten aus der betriebliche Altersvorsorge KV Beiträge fällig.

Kommentar von Lissa ,

Bei der freiwilligen Versicherung wird das Einkommen des privat versicherten Ehegatten bei der Beitragsberechnung mit herangezogen:

http://www.tk.de/tk/bei-der-tk-versichert/freiwillige-pflichtige-krankenversiche...

Kommentar von alfalfa ,

Schon klar, doch zu der Beitragshöhe habe ich nichts geschrieben, sondern nur zu der Option, das diese beseht. Auch ist zu beachten, ob der PKV Versicherte über der JAEG liegt oder darunter. Ganz so generell ist es nämlich nun auch nicht.

Antwort
von TopJob, 394

Ich gehe mal davon aus, dass es sich um die Aufnahme in die Krankenversicherung der Rentner handelt. Hier wüsste ich nicht von konkreten Ausnahmen. Hier hätte ein mal eine Gegenfrage: Was sind die Nachteile, wenn du nicht aufgenommen wirst. Kurz zusammengefasst bedeutet es ja nur, dass die Beiträge nicht direkt von der Rente abgezogen und bezahlt wird, sondern, dass du den AG-Anteil zusätzlich zur Rente überwiesen bekommst und dann diese selbst an die Krankenversicherung zahlen musst.

Kommentar von Lissa ,

Bei der freiwilligen Versicherung wird das Einkommen des privat versicherten Ehegatten bei der Beitragsberechnung mit herangezogen:

http://www.tk.de/tk/bei-der-tk-versichert/freiwillige-pflichtige-krankenversiche...

Kommentar von alfalfa ,

In der KvdR tickt es ein wenig anders. Da ist das Einkommen des Ehegatten irrelevant. Da läuft es nämlich so:

http://www.deutsche-rentenversicherung.de/cae/servlet/contentblob/217498/publica...

Kommentar von Lissa ,

Nur wenn die Vorversicherungszeit nicht erfüllt ist- wie in dieser Frage-, besteht keine Mitgliedschaft in der KvdR sondern eine freiwillige Mitgliedschaft und da ist das Einkommen des Ehegatten schon interessant.

Kommentar von alfalfa ,

Liebe Lissa, Tu mir bitte einen Gefallen und lies mal das Dokument von der DRV. Da ist es rechtssicher dokumentiert. Auch für den Fall nicht erfüllter Vorverischerungszeit. Dort findest Du alle Einkommensarten die relevant sind. Du hast Recht für die Zeiten als freiwilliges Mitglied in der GKV vor dem Bezug der gesetzlichen Rente und auch nur wenn der PKV Versicherte über der JAEG liegt. Als freiwilliges Mitglied im Rentenalter läuft es etwas anders. Schau mal in das Dokument.

Kommentar von alfalfa ,

Hier nochmal einfacher erklärt: http://www.deutsche-rentenversicherung.de/cae/servlet/contentblob/232646/publica... Ich bleibe bei meiner Aussage: Als freiwilliges Mitglied in der GKV im Rentenalter werden die Einkommen des PKV Versicherten Ehepartners nicht herangezogen.

Kommentar von alfalfa ,

By the Way, die Regelung dass ggfs das Einkommen der Person mit der man eine Bedarfsgemeinschaft bildet hinzugerechnet wird findet man in § 240 SGB V. Genauer gesagt in Absatz 4.

http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_5/__240.html

Dort steht wörtlich:

Der Spitzenverband Bund der Krankenkassen bestimmt, unter welchen Voraussetzungen darüber hinaus der Beitragsbemessung hauptberuflich selbstständig Erwerbstätiger niedrigere Einnahmen, mindestens jedoch der sechzigste Teil der monatlichen Bezugsgröße, zugrunde gelegt werden. Dabei sind insbesondere das Vermögen des Mitglieds sowie Einkommen und Vermögen von Personen, die mit dem Mitglied in Bedarfsgemeinschaft leben, zu berücksichtigen

Somit gilt die Anrechnung des Einkommens der Person in Bedarfsgemeinschaft nur für Personen, die freiwillig in der GKV sind und hauptberuflich selbständig.

Doch hier geht es um freiwillige Mitgliedschaft in der Rente.

Fazit: Das Einkommen des PKV Versicherten Ehepartners ist irrelevant!

Kommentar von Lissa ,

Auf Seite 18 des Hefts steht:

Sie müssen höchstens bis zur Beitragsbemessungsgrenze Beiträge zahlen. Bei geringen Einkünften müssen freiwillig Versicherte in der Regel (wenigstens) einen Mindestbeitrag zahlen, der aus einer gesetzlich festgelegten Mindesteinnahme (im Jahr 2013 monatlich 898,33 Euro) berechnet wird. Ist Ihr Ehegatte nicht gesetzlich krankenversichert, können anteilig auch dessen Einnahmen bei Ihrer Beitragsbemessung berücksichtigt werden.

Im KvdR-Merkblatt R 215 wird nicht jeder spezifische Einzelfall beschrieben.

Bei den ersten Fragen freiwillig versicherter Rentner habe ich auch noch gedacht, sie hätten da etwas missverstanden. Aber die GKV fragte nach dem Einkommen des privat versicherten Ehegatten.

Kommentar von alfalfa ,

Schau mal bitte in § 240 SGB V. Das ist die Quelle für unseren Diszenz. Siehe auch meinen Kommentar hierzu. Der § 240 SGB V regelt die Beitragshöhe für freiwillig versicherte Personen.

Antwort
von VWSV58, 316

Verstehe weder Fragen noch Antworten, Babypause von 36. bis 42. Lebensjahr ? Was hat das jetzt damit zu tun, dass man die Vorversicherungszeit nicht zusammen bekommt ? Nach meiner Rechnung sind 90% von 20,5 Jahren so etwa 18,5 Jahre, also wahrlich genügend Zeit als Mutter bis zur Rente für die Vorversicherungszeit, oder habe ich hier was verpennt ? Kann man mich mal bitte schlau machen, sorry und danke

Kommentar von Mikkey ,

So sehe ich's auch, der größte Teil der Babypause fällt ohnehin noch in die erste Hälfte des Erwerbslebens. Wenn's tatsächlich knapp werden sollte, wird eben nicht mit 60 sondern erst mit 61 in Rente gegangen.

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