Frage von mig112,

Nichtangegebene Mieteinkünfte und deren Folgen

Tochter besitzt Eigentumswohnung und läßt Verwandte darin wohnen. Diese zahlen eine monatliche Miete per Überweisung an die Wohnungseigentümerin.

Sechs Jahre später Anno 2013 macht sich die Tochter Gedanken darüber, dass sie o.g. Mieteinnahmen in ihrer Einkommensteuererklärung hätte angeben müssen; was allerdings unterblieben war.

  • Was könnten nun die finanziellen und (straf)rechtlichen Folgen sein, falls das Finanzamt dahinter kommt?

  • Wie könnten die -negativen- Folgen vermieden werden?

  • Was sind möglicherweise die Konsequenzen für ihren Ehemann der Zusammenveranlagt und Wohnungsmiteigentümer ist, aber sich um die Einkommensarten seiner Frau keine Gedanken gemacht hat.

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Antwort
von althaus,

Wenn alles ins klare bereinigt werden soll, unbedingt einen Steuerberater hinzuziehen der die Sache in die Hand nimmt.

Antwort
von MaximusGrandia,

War deine Tochter verpflichtet in der Zeit vor 6 Jahren bis heute eine Einkommenssteuererklärung abzugeben, mit Ausnahme der Mieteinnahmen? Dieses kann auf Grund von Selbstständigkeit oder Freiberufliche Tätigkeiten erfolgen.

Wenn das FA dahinter kommt, ist es Steuerhinterziehung. Strafen dafür sind abhängig von der Summe des nicht versteuerten Einkommens, zu den Strafen zählen Geldstrafen und Gefängnis.

Was man dagegen machen kann, Selbstanzeige? Ich würde aber eher einen Steuerberater hinzuziehen und diesen mal durch die Blume fragen. Der kennt sich mit dem wirren Steuersystem sicherlich besser aus.

Als Miteigentümer sollte er schon wissen was man in seiner Wohnung macht, ich sehe eine Mitschuld.

Wie kommt man nach 6 Jahren darauf? Gibt es noch immer monatliche Mieteinnahmen?

Das ist meine Meinung dazu.

Kommentar von EnnoBecker ,

Das ist meine Meinung dazu.

Und ich schreib gleich mal, wie es richtig geht.

Kommentar von MaximusGrandia ,

Schön, dass du es besser weißt und es anderen vor der Nase hältst.

Kommentar von EnnoBecker ,

Nanu, in meiner Mail stand noch ein anderer Text.

Hier geht es nicht ums Besserwissen und Vordienasehalten. Hier geht es darum, dass Fragestellern geholfen wird. Wenn du deinen persönlichen Ärger abgreagieren willst, hilft dies dem Fragesteller nicht. Dann solltest du es lieber bei Jappy versuchen.

War deine Tochter verpflichtet in der Zeit vor 6 Jahren bis heute eine Einkommenssteuererklärung abzugeben,

Die Frage erübrigt sich. Allein durch die Mieteinkünfte war sie es.

Strafen dafür sind abhängig von der Summe des nicht versteuerten Einkommens

Nein, sondern von der Höhe der hinterzogenen Steuer.

Selbstanzeige

Das Schlimmste, was man machen kann. Das kommt ja einem Geständnis gleich. Das ist aber Expertenwissen, Steuerberaterwissen. Dass du das nicht weißt, ist nicht schlimm. Die wenigsten wissen es.

Ich würde aber eher einen Steuerberater hinzuziehen

Hat der Fragesteller getan.

durch die Blume fragen

Nein, sondern die Karten auf den Tisch packen.

Kommentar von MaximusGrandia ,

Kommentar geändert, weil der letzte glaube ich nicht sehr nett war. Der jetzige umschreibt es einfacher und passender.

Es ist im übrigen ein durchaus ernst gemeinter Beitrag. Wenn du etwas gegen meinen Beitrag hast, verwende bitte die Funktion Kommentar beanstanden, das macht es viel leichter. Jappy ist mir im übrigen nicht bekannt.

Wenn du etwas zitierst, zitiere alles.

"War deine Tochter verpflichtet in der Zeit vor 6 Jahren bis heute eine Einkommenssteuererklärung abzugeben, mit Ausnahme der Mieteinnahmen?"

Wenn Sie zu der Zeit schon eine Erklärung abgeben musste, ist die Schuld von versuchter Steuerhinterziehung schwerer, als wenn sie keine abgeben musste. Dieses fällt somit unter die Berücksichtigung des Strafzumessung nach §46 Abs. 2 StGB wie bspw. Beweggründe, Maß der Pflichtwidrigkeit, Art der Ausführung,...

Warum hat die Tochter es nicht aufgeführt, war es einfach, dass sie es zum Tatzeitpunkt es nicht wußte es angeben zu müssen oder war es vorsätzlich bzw. hat die Stelle über Mieteinnahmen einfach mal übersprungen.

Die hinterzogene Steuer wird von der Summe des nicht versteuerten Einkommens errechnet, daraus ergibt sich die Strafe. Da die zu entrichtenden Steuern mir unbekannt ist, nehme ich die Summe des nicht versteuerten Einkommens als Grundlage, sodass man die Steuersätze von vor 6 Jahren nimmt und die Werte so errechnet. Somit hat man (ja richtig) die Basis der Strafzumessung.

Auch bei Selbstanzeige wieder nicht korrekt zitiert, auch wenn es nur ein Zeichen ist, dieser ist aber sehr relevant.

Selbstanzeige?

Das ist dein Experten- und/oder Steuerberaterwissen. Mein Beweggrund dieses aufzuführen ist ein möglicher, auch wenn von dir verurteilter, Lösungsansatz. Selbstanzeige erbringt unter bestimmten Vorraussetzung Straffreiheit, siehe §371 AO, aber nicht wenn §371 Abs. 2 AO besteht. Das hinzuziehen eines Steuerberater für weiteres Vorgehen habe ich ja bereits erwähnt. Das die Tochter schon einen hinzugezogen hat ist mir in ihrem Text entfallen oder hat die Themenstellerin dich, EnnoBecker kontaktiert.

Durch die Blume fragen ist einfach ein vorsichtiger Weg, nicht das man unachtsam eine Strafanzeige von einem Dritten erhält.

Auch das ist wieder meine Meinung zum Thema und ich denke nicht, dass ich nur persönlichen Ärger damit loswerden möchte.

Kommentar von EnnoBecker ,

weil der letzte glaube ich nicht sehr nett war.

Das ist nicht so schlimm, ich hab da breite Schultern. Wer austeilen kann, muss auch austeilen können :-)

schwerer, als wenn sie keine abgeben musste.

Mag sein. In solchen Dingen denke ich wohl zu dogmatisch.

Durch die Blume fragen ist einfach ein vorsichtiger Weg, nicht das man unachtsam eine Strafanzeige von einem Dritten erhält.

Du ahnst gar nicht, was manche Steuerberater ab und zu für Hörprobleme haben.

oder hat die Themenstellerin dich, EnnoBecker kontaktiert.

Sie hat hier alle in anonymisierter Form gefragt. Da ist sicherlich der eine oder andere Steuerberater dabei, da da auch antwortet.

ich denke nicht

Ich weiß, das ist jetzt blöd zitiert und es ist auch nur der Schalk, der mir im Nacken sitzt.

dass ich nur persönlichen Ärger damit loswerden möchte.

Mach nur. Hinter jedem Ärger steht ja ein auslösendes Ereignis. Da kann man locker bleiben.

Kommentar von MaximusGrandia ,

Mach nur. Hinter jedem Ärger steht ja ein auslösendes Ereignis.

Du hast nicht unrecht

Hier geht es darum, dass Fragestellern geholfen wird. Wenn du deinen persönlichen Ärger abgreagieren willst, hilft dies dem Fragesteller nicht.

Hier gibt es dafür Kommentar bearbeiten oder noch besser Selbstbeherrschung.

Antwort
von EnnoBecker,

Vorbemerkung:

Das Nachstehende gilt nur, wenn überhaupt positive Mieteinkünfte entstanden sind. In Verlustsituationen ist gar kein Handlungsbedarf vorhanden.

Was könnten nun die finanziellen ... Folgen sein

Es wird nachveranlagt, sofern die Festsetzungsfrist noch nicht abgelaufen ist. Ob das der Fall ist, muss für jedes Jahr separat geprüft werden. Die nacherhobenen Steuern werden verzinst.

Sofern eine Steuerhinterziehung festgestellt wird, entstehen noch Hinterziehungszinsen.

Was könnten nun die ...(straf)rechtlichen Folgen sein

Verurteilung im Rahmen des für Hinterziehung üblichen Strafmaßes. Wird bei den paar Kröten aber wohl auf Freischuss hinauslaufen.

Wie könnten die -negativen- Folgen vermieden werden?

Soweit es die Steuer selbst betrifft, gar nicht. Denn die entsteht ja durch den Vermietvorgang. Hinsichtlich der Hinterziehung muss gesagt werden, dass man niemals eine Selbstanzeige macht. Man gibt berichtigte Steuererklärungen ab, § 153 (1) AO.

Dem Hinterziehungsvorwurf muss man dann entsprechend taktisch begegnen.

Zusammenveranlagt

Die Veranlagungsform spielt keine Rolle. Wenn er selbst nicht Eigentümer wäre, hätte er mit der ganzen Sache nichts zu tun. Er ist nicht für die Steuermoral anderer Leute verantwortlich, auch nicht für die seiner Frau. Er unterschreibt ja nur für seinen teil der Steuererklärung.

Aber....

und Wohnungsmiteigentümer

... er ist Vermieter. Es besteht ja eine GbR zwischen den Eheleuten. Diese GbR erzielt Mieteinkünfte, die jedem entsprechende ihrem Anteil zuzurechnen sind.

aber sich um die Einkommensarten seiner Frau keine Gedanken gemacht hat.

Und damit sind es auch seine Einkunftsarten. Wenn er von der Situation nichts gewusst hat, dann kann er nicht hinterzogen haben. Dann muss er lediglich nachversteuern.

Ansonsten gilt dasselbe wie bei der Frau.

Kommentar von mig112 ,

DH und danke.

Übrigens sehe ich "Steuern zahlen" bzw. "Steuern nachzahlen" ähnlich wie du nicht als eine der negativen Folgen an. Mir ging es eher ums Strafrecht.

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