Frage von Sugar456, 18

neue Tatsachen/Erkenntnisse? Steuerbescheid Werbungkosten

Hallo,

ich habe eine Frage und zwar ein Bekannter hatte Kosten in einem Rechtsstreit mit seinem Arbeitgeber (Arbeitsgericht etc.). Jetzt hat er die Kosten letztes Jahr nicht in seiner Erklärung angegeben, weil er dachte, diese seien außergewöhnliche Belastungen und wirken sich sowieso nicht aus!

Jetzt hat er aber gelesen, das Kosten in einem Rechtsstreit (Anwalt-, Prozesskosten), die mit der beruflichen Tätigkeit im Zusammenhang stehen als Werbungskosten abziehbar sind. Jetzt ist der Einkommensteuerbescheid aber schon lange rechtskräftig.

Kann man da noch was machen, sprich neue Tatsachen, Erkenntnisse oder ist das grobes Verschulden und nicht änderbar?

LG

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Antwort
von expermondo, 5

Hallo Sugar456,

Schau mal bitte hier:
Finanzamt werbungskosten

Antwort
von EnnoBecker, 11

Neue Tatsachen sind es, aber es ist auch grobes Verschulden und damit ist kein Reinkommen mehr in den rechtskräftigen Bescheid.

Das mag ungerecht klingen und man möchte sagen können "aber ich ahbe es doch nicht gewusst". Aber genau dafür gibt es Experten, bei denen man sich dieses Knowhow einkaufen kann. Es ist die Entscheidung des Einzelnen, einen Steuerberater oder einen LoHi zu engagieren oder es selbst zu versuchen.

Nur - die Entscheidung, den Berater zu sparen, kann man dann auch nicht mit Nichtgewusst reparieren.

Wenn ich mir selber einen Zahn rausziehe, der gesund ist, kann ich hinterher viel lamentieren "ich dachte, der wächst nach". Er tut es trotzdem nicht.

Kommentar von Sugar456 ,

Wie sagt man: "Hinterher ist man immer schlauer!"

Vielleicht kann man es trotzdem nochmal beim Finanzamt probieren, eventuell hat man ja einen netten Sachbearbeiter?

Vielen Dank für Ihre Antwort :)

LG

Kommentar von blackleather ,

Neue Tatsachen sind es, aber es ist auch grobes Verschulden und damit ist kein Reinkommen mehr in den rechtskräftigen Bescheid.

Sehe ich genauso.

Vielleicht kann man es trotzdem nochmal beim Finanzamt probieren, eventuell hat man ja einen netten Sachbearbeiter?

Probieren kann man es immer. Und da beim Finanzamt ja ohnehin nur nette Leute arbeiten, werden die ggf. auch die Ablehnung der Änderung ganz nett begründen. Ungefähr so:

"Auf einen die grobe Fahrlässigkeit ausschließenden, entschuldbaren Rechtsirrtum kann sich der Steuerpflichtige -auch wenn ihm steuerrechtliche Kenntnisse fehlen- dann nicht berufen, wenn er eine im Steuererklärungsformular ausdrücklich gestellte, auf einen bestimmten Vorgang bezogene und für ihn verständliche Frage nicht beantwortet (z.B. BFH-Urteile vom 23. Oktober 2002 III R 32/00, BFH/NV 2003, 441, und in BFH/NV 2009, 545, sowie in BFH/NV 2012, 545, zur Angabe von Pflichtbeiträgen Selbständiger zur gesetzlichen Rentenversicherung als Vorsorgeaufwendungen). Nach der Rechtsprechung (BFH-Urteile vom 20. März 2013 VI R 5/11, BFHE 240, 504, sowie VI R 9/12, BFHE 240, 507) handelt der Steuerpflichtige auch dann regelmäßig grob fahrlässig i.S. des § 173 Abs. 1 Nr. 2 AO, wenn er die dem elektronischen ElsterFormular beigefügten Erläuterungen zur Einkommensteuererklärung unbeachtet lässt, soweit solche Erläuterungen für einen steuerlichen Laien ausreichend verständlich, klar und eindeutig sind (vgl. auch BFH-Urteil vom 16. Mai 2013 III R 12/12, BFHE 241, 226)."

Kommentar von vulkanismus ,

Er wird nicht mehr nett sein, wenn Du mit so einem Schmarrn daherkommst.

Kommentar von Gaenseliesel ,

wieder nett formuliert vulkanismus !

Antwort
von billy, 8

Ich will es mal so auf den Punkt bringen. Du hast es in der Fragestellung auch schon bestätigt, „ Jetzt hat er die Kosten letztes Jahr nicht in seiner Erklärung angegeben, weil er dachte, diese seien außergewöhnliche Belastungen und wirken sich sowieso nicht aus! „ Es mag hart klingen, aber bewusst unterlassen - selber Schuld.

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