Frage von Sepupu, 106

Nebenverdienst ohne Gewerbe

Sehr geehrte Community :-),

ich helfe schon eine ganze Weile einem Freund mit seiner Firma. Das mache ich schon immer im freundschaftlichen Dienst. Dazu gehören vorallem technische Dinge, Recherchen, Transport und vieles mehr. Im Geschäft geht es vorallem um Immobilienkauf, Sanierungen und Wiederverkauf. Anfangs lief die Firma noch nicht, dass er sich keine Angestellten leisten konnte und da ich es ihm sehr gewünscht habe, dass das Ganze ein Erfolg wird, habe ich mich als Helfer angeboten, weil sein Konzept wirklich potential hat, dabei spielen vorallem seine ganzen Kontakte eine große Rolle.

Jetzt seit einiger Zeit läuft die Firma, er verdient wirklich sehr gutes Geld. Mir macht es Spaß ihm zu helfen, er könnte sich mittlerweile auch Angestellte für diese Tätigkeiten leisten, aber es macht mir Spaß und ist auch nicht zuviel Aufwand für mich. Mittlerweile helfe ich ihm schon über ein Jahr. Gestern kam er auf mich zu und sagte zu mir, er möchte mich gerne entlohnen und mir für meine ganzen Dienste eine Art Honorar zukommen lassen, da er ein Riesenprojekt an Land gezogen hat. Außerdem möchte er mich zukünfig auch mit einer Provision beteiligen, wenn wieder große Aufträge folgen.

Ich verdiene bei meinem aktuellen Arbeitgeber nicht schlecht, aber so ein netter Nebenverdienst ab und an hat auch was Gutes ;-) Von meinem Arbeitgeber habe ich schon seit ich bei jenem arbeite, eine Genehmigung für Nebentätigkeiten jeglicher Art, außer sie sind Bestandteil der eigenen Branche.

Ich möchte allerdings kein zweites Angestelltenverhältnis eingehen, damit ich keinen Verpflichtungen unterliege (man weiß nie was passiert).

Nun ist die Frage, wie kann man eine solche Honorarzahlung abwickeln ohne etwas falsch zu machen. Natürlich meine ich damit auch zukünftige Honorarzahlungen. Mir ist klar, dass ich eine GbR gründen könnte, allerdings habe ich bereits eine GbR gegründet (Internetbranche, läuft mittlerweile komplett eigenständig). Könnte man das Ganze so abwickeln, dass man den Betrag bei dem Umsatzsteuerbescheid mit angibt?

Der aktuelle Betrag, den er mir zahlen möchte, liegt bei 40.000€.

Wie gehe ich vor? Welche Art von Steuern muss ich zahlen? Sozialabgaben ? Mehrwertsteuer, Umsatzsteuer etc. Schreibe ich einfach eine Rechnung? Schreibe ich einen Dienstvertrag? Will nichts falsch machen :-).

Ich danke euch rechtherzlich für eure Antworten Gruß Sepupu

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von hildefeuer, 106

Ich würde für eine solche Tätigkeit kein stehendes Gewerbe via Gewerbeschein anmelden. Du wirst ja auf Nachfrage beim Auftraggeber tätig. Das ist typisches Reisegewerbe als Subunternehmer im Sinne §55b Abs. 1. Das ist anmelde-frei (genauso wie freier Handelsvertreter). In den Ausführungsbestimmungen zu diesem Gesetz steht auch, das bei möglichem Verstoß "Rechtsirrtum" besteht. Also bleibst Du straffrei falls sich das Gegenteil herausstellt. Das spart Dir eine Menge Aufwand und Kosten für die Du keine Gegenleistung bekommst. (Fernsehsteuer, Kammerbeiträge). Rechnung mit MWST schreiben mit folgendem Zusatz unten klein auf der Seite: Unternehmer im Sinne § 55b Abs. 1. Es muss eine Einnahmen/Überschußrechnung her z. B. www.easyct.de Allerdings würde ich Beweise vorhalten, wie Du an Aufträge kommst. Also vor jedem Auftrag ein Fax an den Auftraggeber mit bitte um Aufträge. Fax und Sendeprotokoll aufheben.

Kommentar von Sepupu ,

Wirklich tolle Antwort :-)

Kommentar von Sepupu ,

Also um das nochmal zusammenzufassen:

--> Aufforderung für einen Auftrag per e-Mail / FAX schreiben --> Antwort muss beinhalten, dass ich für das Unternehmen in folgenden Bereichen mit einem Honorar von XY tätig werden soll --> Ich schreibe eine Rechnung mit der aufgeführten Summe inkl. MWST an das Unternehmen und behalte eine Kopie davon in meinen Unterlagen --> Das Unternehmen überweist mir den Betrag auf mein Konto --> Und jetzt mach ich mithilfe von easyct und elsta eine Umsatzsteuervoranmeldung? (oder schon vor erhalt des Geldes) --> Ich bezahle die Umsatzsteuer direkt --> Am Ende des Jahres mach ich eine Einahmen Überschußrechnung mit allen Beträgen die ich auf diese Weise erwirtschaftet habe.. --> Ich bezahle die ermittelten Einkommenssteuern

Kriege ich eine Rückmeldung vom Finanzamt zur Umsatzsteuervoranmeldung?

Kommentar von hildefeuer ,

ja ich arbeite auch so mit einigen Firmen zusammen. Jeden Monat ein Fax mit Nachfrage nach Aufträgen. Die Antwort ist unwichtig. Die können Dich auch anrufen und alles weitere Besprechen. So mache ich das. Es muss ja nur der Nachweis über das Zustandekommen des Auftrags nachgewiesen werden. Der Auftragnehmer (Subunternehmer) fragt ohne Kenntnis eines Bedarfs nach beim Auftraggeber (Vor bzw. Hauptunternehmer) Umsatzsteuervoranmeldung würde ich via Webside online mit Zertifikat machen. Geht aber auch mit easyct. Würde alles nach gezahlten /Vereinnahmten Beträgen/ Rechnungen verbuchen, sonst Abgrenzungsproblem.

Antwort
von SBerater, 77

abgesehen davon, dass mit der andauernden 'Hilfe' für deinen Freund und der jetzigen Entlohnung bei genauer Betrachtung Steuerberater und Juristen das Haar in der Suppe finden könnten und damit die Umsetzung kompliziert gestalten könnten (ich denke hier an den Leistungszeitraum durch dich und die Zusammenarbeit ohne klaren 'Mantel'), sehe ich das so:

  • Selbständigkeit beantragen, d.h. Steuernummer vom Finanzamt
  • ggf. Gewerbe anmelden
  • entscheiden, ob Kleinunternehmer oder nicht
  • Rechnung schreiben

Einen Vertrag benötigst du nicht.

Das mit der GbR ist mir nicht klar, aber egal. Natürlich kannst du für dieses Thema auch eine Kapitalgesellschaft gründen.

Sozlalabgaben? Das kommt darauf an. Der Aspekt Scheinselbständigkeit ist immer gegeben, wenn man nur einen Kunden hat.

Antwort
von robinek, 59

Wie wäre es wenn Du selbst zunächst einen Steuerberater damit beauftragen würdest? Auch Dein Freund sollte es mit seinem eigenen zunächst besprechen wie und was für beide Seiten am günstigsten sein könnte. Hier wird Dir verbindlich niemand eine Auskunft geben (geben können) Wichtig sind Deine Einkommens- und Vermögensverhältnisse!

Kommentar von Sepupu ,

Naja eine verbindliche Antwort habe ich nie erwartet :-) aber einen groben weg wie man sowas macht, wäre schön

Antwort
von blackleather, 42

Könnte man das Ganze so abwickeln, dass man den Betrag bei dem Umsatzsteuerbescheid mit angibt?

Was heißt "könnte"? Man müsste!

Wie gehe ich vor?

Am besten systematisch.

Welche Art von Steuern muss ich zahlen?

Einkommensteuer, Gewerbesteuer, Umsatzsteuer.

Sozialabgaben ?

Für wen?

Schreibe ich einfach eine Rechnung?

Musst du nicht. Es sei denn, dein Kumpel will aus seiner Zahlung Vorsteuerabzug haben.

Schreibe ich einen Dienstvertrag?

Musst du nicht. Du kannst ihn auch mündlich abschließen.

Antwort
von EnnoBecker, 28

Ist doch ganz einfach.

Auf Grund deiner tatsächlichen Verhältnisse bist du gewerblich tätig. Aus steuerlicher Sicht zieht das Umsatzsteuern [1], Gewerbesteuern und eben Einkommensteuern nach sich. Eventuell noch ein paar Spezialsteuern - je nach Art der Tätigkeit[3].

Da du mit mindestens einer anderen Person bereits eine GbR betreibst, unterstelle ich mal, dass dir die steuerlichen Pflichten im Groben bekannt sind.

Könnte man das Ganze so abwickeln, dass man den Betrag bei dem Umsatzsteuerbescheid mit angibt?

Ich vermute, du willst fragen, ob dir Umsätze in der UStVA/UStE der GbR mit anzugeben sind. Das sind sie nicht, da du nicht die GbR bist. Du bist selbst Unternehmer.


[1] Siehe dazu aber meinen Tip zum Thema Kleinunternehmer[2]
[2] Bei 40.000 Euro ist der KU spätestens im nächsten Jahr aber sowieso tot
[3] Wenn du Strom produzierst, wäre es beispielsweise die Stromsteuer. Bei Bier... na rate selbst.

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