Frage von VanniiNrw, 77

Nebentätigkeit ist selber zu versteuern - wie?

Hallo zusammen,

ich bin Angestellte und übe eine Nebentätigkeit aus, die in den Rahmen der Aufwandsentschädigung die Grenze von 2.400 € im Jahr nicht übersteigt. Das ließ sich auch alles gut regeln.

Jetzt habe ich ein Angebot für eine freiberufliche Tätigkeit (nebenberuflich) erhalten, wo ich eben auf Abruf mal "arbeiten" würde. Voraussichtlich nicht mehr als 1 Tag im Monat. Diese Nebentätigkeit muss ich selber versteuern. Dies hat ja meines Wissens nach nichts mit einer kurzfristigen oder geringfügigen Beschäftigung zu tun, oder?

Wir versteuere ich das denn? Ich werde das wohl als selbständige Nebentätigkeit angeben, Einnahmen-Überschuss-Rechnung erstellen und dann bleiben im Jahr wohl eh nur noch max. 1000 € über, da ich enorme Fahrtkosten etc. dafür haben werde. Aber der Überschuss-Beitrag wird dann auf mein Einkommen angerechnet und ich muss das dann voll mit Einkommenssteuer versteuern?

Oder gilt auch hier die Regelung, wenn 450 € im Monat nicht überschritten sind, ist es nicht anzeigepflichtig?

Ich übe parallel keinen 450 € Job oder so aus, sondern eine reine Tätigkeit, die vom Finanzamt in die Übungsleiterpauschale eingestuft wurde und damit bis zum Grenzbetrag von derzeit 2.400 € steuerfrei ist.

Antwort
von Kevin1905, 62
Dies hat ja meines Wissens nach nichts mit einer kurzfristigen oder geringfügigen Beschäftigung zu tun, oder?

So sieht es aus.

Aber der Überschuss-Beitrag wird dann auf mein Einkommen angerechnet und ich muss das dann voll mit Einkommenssteuer versteuern?

Einkünfte aus selbständiger Arbeit oder Gewerbebetrieb werden mit anderen Einkünften addiert zur Summe der Einkünfte. Wenn alle positiv sind, steigt natürlich dadurch das zu versteuernde Einkommen und die Einkommensteuerbelastung.

Oder gilt auch hier die Regelung, wenn 450 € im Monat nicht überschritten sind, ist es nicht anzeigepflichtig?

Nein das gilt nur für Minijobs. Und Minijobs sind durchaus anzeigepflichtig. Der Arbeitgeber meldet diese an die Minijobzentrale und führt pauschale Lohnnebenkosten ab.

Expertenantwort
von wfwbinder, Community-Experte für Absetzbarkeit, 49

eine selbständige Tätigkeit hat mit "450 Euro Job", oder "450 Euro pauschal versteuern" usw. absolut nichts zu tun. Das sind Regelungen für geringfügige Beschäftigungsverhältnisse.

Du hast es vollkommen richtig erkannt. Eine Einnahmen- Ausgaben- Überschussrechnung und dann entweder über die Anlage "G" (gewerblich), oder "S" (freier Beruf), je nach Art der Tätigkeit, in die Einkommensteuererklärung.

Die 1.000,- Euro, oder was rauskommen mag, wird dann mit dem Grenzsteuersatz besteuert werden.

Antwort
von LittleArrow, 45

Jetzt habe ich ein Angebot für eine freiberufliche Tätigkeit (nebenberuflich) erhalten, wo ich eben auf Abruf mal "arbeiten" würde.

Warum machst Du das nicht als Minijob, was natürlich nur gemeinsam mit Deinem Auftraggeber funktioniert?

sondern eine reine Tätigkeit,

Da geht es Dir besser als vielen anderen, die einen schadstoffbelasteten Arbeitsplatz haben. Ist Deine saubere Tätigkeit nun noch eine andere, als wie die eingangs beschriebene, für die es die Aufwandsentschädigung gibt?

ich muss das dann voll mit Einkommenssteuer versteuern?

Ja und kommt auch noch evtl. Soli und KiSt dazu. Das einzig Schmerzhafte ist jedoch, dass dieser Überschussbetrag so wirkt, als wenn Du eine Gehaltserhöhung (wenn man mal von erhöhten Sozialabgaben absieht) bekommen hättest, es erhöht sich möglicherweise auch Dein Steuersatz (hier der sog. Grenzsteuersatz). Diese Auswirkung kannst Du wunderbar hier simulieren: https://www.abgabenrechner.de/ekst/?

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