Frage von Mona2406,

Nebenkostenabrechnung von 338 €, weil Verteilerschlüssel für Kaltwasser geändert wurde auf qm!

Hallo! Kann mir jemand weiterhelfen? Laut NK Abrechnung 2010 soll ich 338 € nachzahlen. Normalerweise habe ich immer so 80-100 € zurückbekommen. Daher habe ich als erstes einmal die Abrechnung angefochten. Im zweiten Schritt habe ich 150 € angezahlt, weil mich der Vermieter dazu aufgefordert hat ("bis zur finalen Prüfung des Falls"). In der 2010er NK Abrechnung habe ich dann bemerkt, dass der Kaltwasserverbrauch nicht wie in den Jahren vorher nach Verbrauch (Zähler) berechnet wurde, sondern plötzlich auf qm umgelegt wurde. Weiterhin ist mir aufgefallen, dass der Kaltwasserzähler zwecks Austausch ausgebaut wurde, aber der Einbau dann offensichtlich vergessen wurde. Der Vermieter behauptet jetzt steif und fest, dass der Umlageschlüssel ja gar nicht geändert wurde und ich gar keinen Nachteil hätte und beruft sich immer auf die Heizkostenverordnung. Eine Freundin und Inhaberin einer Immobilienverwaltung hat mich sogar in der Sache vertreten. Sie hat ausgerechnet, dass mir 125,11 € zustünden (sowie die angezahlten 150 €). Den Gesamtbetrag von 275,11 € habe ich jetzt mit der Jan Miete einbehalten. Der Vermieter droht jetzt mit gerichtlicher Auseinandersetzung. Was soll ich machen? Es drauf ankommen lassen? Bin ich denn im Recht? Übrigens: Im Mietvertrag steht bei Wasser "Verteilungsschlüssel nach Wohnfläche".. Danke schon mal für Eure Unterstützung! Mona

Anzeige
Antwort
von expermondo, 5

Hallo Mona2406,

Schau mal bitte hier:
Immobilien wohnung

Antwort
von Mona2406,

Danke für die schnelle Antwort! Die Miete habe ich im Januar mit der Zahlung der Januar Miete gekürzt. Insgesamt zieht sich der ganze Sachverhalt schon über eine lange Zeit hin (seit Okt 2011). Der Vermieter (um genau zu sein: eine Immobilienverwaltung) reagiert immer sehr spät oder gar nicht. In einem Schreiben des Vermieters stand, dass in 2010 nicht in allen Wohnungen Kaltwasserzähler installiert waren. In den letzten Jahren wurde der Verbrauch aber immer über den Zähler ermittelt. Über eine Änderung des Verteilerschlüssels wurde ich nicht informiert. Bevor ich die Miete gekürzt hatte, habe ich eine Frist von 2 Wochen zur Überweisung des genannten Betrages gesetzt. Leider ohne Erfolg.

Kommentar von LittleArrow ,

Gucke mal unter dem Stichwort Wasserzähler in diesem Link: http://www.mietrechtslexikon.de/index1.php

Demnach ist nach Zählereinbau auch nach Zählerwerten abzurechnen.

Es wird naturgemäß problematisch, wenn bei 6 Wohneinheiten und 6 Wohnungszählern die Wohnungszählersumme von der Hauptzählersumme abweicht.

Insgesamt zieht sich der ganze Sachverhalt schon über eine lange Zeit hin (seit Okt 2011).

Mit Deinen Unterlagen solltest Du vor Ort fachlichen Rat aufsuchen, da es auch um zeitliche Fristversäumnisse gehen kann.

Antwort
von LittleArrow,

Nun müßte man anfangen, Dir das komplette Mietrecht hinsichtlich der Nebenkostenabrechnung zu erklären. Das möchte ich Dir und uns ersparen und Dir den Rat geben, mit den Abrechnungen der letzten drei Jahre zu einem Mietrechtsfachanwalt zu gehen, notfalls auch zum lokalen Mieterverein. Diese Leute bekommen Geld, um für Dich den Sachverhalt konkret auseinanderzunehmen. Hier können wir - alleine schon wegen der widersprüchlichen Darstellung - nur Vermutungen anstellen.

Zunächst wäre eine Belegprüfung beim Vermieter notwendig, um einen kostenartenbezogenen Einspruch einzulegen, der sich nicht aus formalen oder rechnerischen Gründen ergibt. Hier geht es offenbar um Zählerend- und -anfangsstände vor und nach Zählertausch. Aber der "Einbau" des Kaltwasserzählers wurde bestimmt nicht vergessen, sonst würdest Du auf dem Trockenen sitzen;-)

Sodann irritiert mich eine Verbrauchsabrechnung für 2010, für die möglicherweise jedwede Nachforderungen gem. § 556 Abs. 3 BGB bereits verfristet sein könnten.

Ferner wird der Verteilschlüssel für Kaltwasser geändert, wohl ohne vorherige Ankündigung, sondern unzulässigerweise nachträglich. Der mietvertragliche Qm-Schlüssel wurde offenbar durch mehrjährige Praxis auf einen Verbrauchsschlüssel umgestellt. Die Rückänderung auf den vertraglichen Qm-Schlüssel bedarf der vorherigen Zustimmung der Mieter. Die vorher praktizierte Umstellung von Qm auf Verbrauch konnte der Vermieter gemäß § 556a Abs. 2 BGB möglicherweise berechtigt verlangen (wenn alle Mieter einen KW-Zähler haben).

Die Heizkostenverordnung hat für die Kaltwasserabrechnung keine Relevanz.

Einbehalte gegen eine Betriebskostenabrechnung dürfen nur gegen künftige Vorauszahlungen erfolgen, niemals gegen die Kaltmiete und nur nach vorheriger Ankündigung 2 Monate bevor tatsächlich einbehalten wird. Anderes Verhalten ist nicht rechtens und bringt Dich in eine schlechtere Ausgangsposition.

jetzt mit der Jan Miete einbehalten

"Jetzt" ist März und die Jan Miete war schon lange fällig. Solche Widersprüchlichkeiten sollten vermieden bzw. aufgeklärt werden. Auch daher mein Rat, Dich mit den Unterlagen ans Fachpersonal zu wenden.

Kommentar von LittleArrow ,

PS: Wieviel cbm Kaltwasser hättest Du für diesen Mehrbetrag verbrauchen müssen?

Kommentar von Mona2406 ,

In 2009 habe ich 45.100 Einheiten verbraucht. Das führte zu Kaltwasserkosten von 92,74 € (Gesamtwasser) und 79,37 € (Kanalgebühr).

Kommentar von Mona2406 ,

Versus 217,63 € und 187,94 € in 2010!!! Dabei war in der Wohnung kaum jemand da!

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community