Frage von caddybs,

Nebenkosten Nachzahlung

Hallo, ich habe einen Mietvertrag, in dem "alle" Nebenkosten drin enthalten sind, auch Strom. Am 31.12.2012 überreichte mir mein Vermieter ein Aufstellung der Nebenkosten, rückwirkend bis zum 01.01.2008 und fordert eine Nachzahlung um die 5000 €. Zahlbar innerhalb 12 Monaten! Was kann er geltend machen?

Schonmal vielen Dank für die Antworten.

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Antwort
von silvia4644,

Also, in dem Mietvertrag wird sicherlich stehen, dass es sich um eine Warmmiete handelt. Es muss aber die Kaltlmiete wie auch die Heizungskosten oder Wasserkosten (pauschal) separat aufgeführt werden. Durch die verschiedenen Preiserhöhungen werden immer am Jahresanfang detaillierte Nebenkostenabrechnungen zwecks Heizung und Wasser vom Vermieter an die Mieter gegeben, da eine Nachzahlung - aber auch ein Guthaben entstehen kann.

Bei Strom ist es ein anderer Fall. Jede Wohnung muss über einen eigenen Stromzähler verfügen. Dieser ist bei Einzug dem Versorger anzugeben - mit Zählernummer und Stand. Als Mieter hast Du das Recht, den Stromversorger selber zu wählen. Gerade jetzt bei den verschiedenen Angeboten. Du kannst auch jährlich einen Wechsel des Versorgers vornehmen.

Es kann nicht sein, dass Dein Vermieter Dir einen "Stromlieferanten" aufdrängt und anschließend eine saftige Nachzahlung fordert. Tipp: Gehe mal zur Verbraucherzentrale - mit Deinem Mietvertrag

Kommentar von anitari ,

Es muss aber die Kaltlmiete wie auch die Heizungskosten oder Wasserkosten (pauschal) separat aufgeführt werden.

Muß es nicht. Wenn da steht Miete xxx € und zu Nebenkosten nichts weiter, ist mit Zahlung der Miete alles erledigt.

Antwort
von LittleArrow,

Wenn Du (noch) nicht eine Beratungsstelle aufsuchen willst, dann wäre der genaue Wortlaut zu diesem Thema aus Deinem Mietvertrag hilfreich, sowie eine Angabe über das zugrundeliegende Recht (D, A, CH ...).

Das Zahlungsziel von 12 Monaten finde ich unüblich und sehr großzügig!

Antwort
von Primus,

Nachforderungen aus einer NK.-Abrechnungen verjähren am 01.01. des Jahres nach dem Folgejahr.

Als Beispiel, eine Abrechnug von/für das Jahr 2008 kann bis 31.12.2009, zugestellt werden.

Eine daraus sich ergebende Nachforderung ist am/ab 01.01.2010 verjährt.

Allerdings könnte es sein, das lässt sich aus der Frage nicht entnehmen, dass diese Abrechnung für mehrere Jahe zusammengefast erfolgte.

Das ist so nicht zulässig.

Ich empfehle die Abrechnung dahingehend auseinander zu klamüsern und ggf. nochmal neu fragen.

Kommentar von LittleArrow ,

verjähren am 01.01. des Jahres nach dem Folgejahr.

Verjährung ist etwas anderes. Was Du meinst ist "verfristen".

Kommentar von Primus ,

@ LittleArrow : gut- ich nehme die Korrektur an ;-))

Antwort
von anitari,

Wenn eine sog Warm- bzw. Inklusivmiete vereinbart ist, kann/darf der Vermieter keine Nebenkosten nachfordern. Dann ist mit Zahlung der Miete alles abgegolten.

Antwort
von MadRampage,
  1. der Vermieter hat jedes Jahr separat über die Nebenkosten abzurechnen und dafür 1 Jahr Zeit. Er kann am 31.12.2012 also nur die Nebenkosten für 2011 noch pünktlich abgegeben haben. für die Jahre davor kann er KEINE Nachzahlung verlangen. Jedoch hat der Mieter trotzdem anrecht auf eine ordentliche Nebenkostenabrechnung.

  2. Aber prüfen bitte Deinen Mietvertrag. Was steht da genau beim Thema Nebenkosten? Wird irgendwo ein monatlicher (Nebenkosten)Abschlag erwähnt? Oder wird irgendwas von "(Nebenkosten)Pauschale" gesagt?

  3. Falls die Nebenkostenabrechnung für 2011 berechtigt ist (weil im Mietvertrag doch vereinbart und am 31.12.2012 rechtzeitig zugestellt), muss diese auch noch förmlich richtig sein um gültig zu sein.

  4. Falls möglich, wende dich an den örtlichen Mieterverein, die Helfen meist kompetent und relativ preiswert. Auch prüfen diese die Nebenkostenabrechnung auf förmiche richtigkeit(Anmerkung: Vermieter lassen sich meiner Erfahrung nach nur sehr ungern von Ihren Mietern "informieren")

Kommentar von gandalf94305 ,

Genau. Der Knackpunkt ist hier die Differenzierung von Abschlagszahlungen vs. Pauschale. Eine Abschlagszahlung muss durch die detaillierte Nebenkostenabrechnung konkretisiert und korrekt abgerechnet werden, während die Pauschale abgeltende Wirkung hat. Es gibt bei Pauschalen keine Nachforderungen - höchstens angekündigte Erhöhungen der Warmmiete.

Kommentar von gandalf94305 ,

Nochmals zur Nachfrage:

Hast Du eine Warmmiete, die bestimmte Nebenkosten einschließt, muss der Vermieter ordentlich kalkulieren und Du zahlst nur diese Warmmiete. Keine Nachzahlungen, keine Nachforderungen. Höchstens Erhöhungen der Warmmiete, um gestiegenen Nebenkosten Rechnung zu tragen. Das würde der Vermieter dann nachweisen und die Warmmiete für das Folgejahr anpassen.

Hast Du eine Kaltmiete und eine Nebenkostenabschlagszahlung für alle relevanten Nebenkosten lt. Vertrag, dann ist das ein Abschlag, d.h. der korrekte Betrag über das Abrechnungsintervall wird erst im Nachhinein bestimmt. Dann werden die Zahlbeträge ausgerechnet und die Abschlagszahlungen abgezogen. Guthaben wird erstattet (oder mit der nächsten Abschlagszahlung verrechnet), Minusbeträge sind als Nachforderungen zu begleichen.

Kommentar von caddybs ,

Genau, ich habe eine Warmmiete mit "allen" ( Strom, Wasser, Heizung etc. )Nebenkosten eingerechnet......also kann er mir garnichts, ausser die Miete, was ja auch berechtigt ist, anpassen.

Kommentar von MadRampage ,

nochmals: steht Abschlag oder Pauschale im Vertrag?

Die Warmmiete setzt sich aus Kaltmiete plus Nebenkostenabschlag zusammen, wobei dann über die Nebenkosten jährlich ordentlich abzurechnen ist. Es muss dafür aber auch so im Mietvertrag vereinbart worden sein ( "(Nebenkosten)Abschlag" und "Über die Nebenkosten wird abgerechnet" muss da sinngemäß drinnen stehen)

Nur wenn im Mietvertrag gar nichts von Nebenkosten steht oder von eine Pauschale für die Nebenkosten vereinbart wurde, dann darf der Vermieter gar nicht über die Nebenkosten abrechnen und logischerweise keine Nebenkostennachzahlung fordern.

Frage: für was genau fordert denn der Vermieter diese "Nachzahlung"?? Was genau steht im Schreiben des Vermieters?

Kommentar von anitari ,

nochmals: steht Abschlag oder Pauschale im Vertrag?

Bei Warmmiete (auch Inklusivmiete genannt) muß weder das eine noch das andere im Vertrag stehen.

Antwort
von althaus,

An Deiner Stelle würde ich dem Mieterverein beitreten und mich von denen beraten lassen. Bei solche einem Betrag (5.000,- Euro) lohnt sich das.

Antwort
von robinek,

Würde mich unter genannten Umständen nicht viel aufregen, meine Unterlagen einpacken und zu einem Mieterschutzverein damit gehen. Ohne wenn und aber!

Kommentar von althaus ,

D. H. ist es. !!!!

Antwort
von mig112,

5.000 EUR "kann er geltend machen" und hat er ja auch schon getan!

Wieviel du davon zahlen mußt, kann aus deinen mageren Angaben heraus nicht geschlossen werden. 2012 kann ja noch gar nicht drin sein. Wenn sich also beispielsweise für das Jahr 2011 ein Guthaben ergibt, dann sind alle Vorjahre verfristet und ER HAT DIR EINE ERSTATTUNG zu zahlen - nicht du ihm eine Nachzahlung zu leisten!!!

Aber aufgrund deines Mietvertrages könnte sich auch ein ganz anderer Sachverhalt ergeben...

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