Frage von Moosshadow, 128

Neben Etf Sparplan noch in Einzelaktien investieren?

Hallo Zusammen,

ich bin noch recht jung (22) und investiere seit geraumer Zeit monatlich in einen ETF Sparplan. Zurzeit mache ich noch eine Ausbildung als Industriekaufmann, die ich aber nächsten Monat abschließen werde. Aufgrund meiner aktuellen Lebenssituation hätte ich dann die Möglichkeit noch etwas mehr Geld zu investieren und habe mir überlegt mir noch ein paar Einzelaktien mit ins Depot zu nehmen. Würde das Sinn machen? Oder sollte ich einfach die Sparsumme auf mein ETF erhöhen? Achja monatlich zurücklegen könnte ich bis zu 1000 Euro, Anlagehorizont sind 10 Jahre und mehr und ich bin durchaus Risikobereit.

Liebe Grüße

Antwort
von Talerbox, 19

In deiner Situation würde ich zunächst das ETF-Portfolio weiter ausbauen. Ich würde mir ein sogenanntes Weltportfolio aufbauen. Dort gibt es viele Beispiele: All-Weather Portfolio, Kommer, Swensen. 

Gute Bücher zu dem Thema sind:

  • Souverän investieren mit Indexfonds und ETFs
  • Money: Die 7 einfachen Schritte zur finanziellen Freiheit

Gleichzeitig könntest du monatlich einen Fixbetrag zur Seite legen, welchen du als Spielgeld siehst. Diesen könntest du dann in Aktien investieren. Dennoch solltest du dich etwas detalierter damit beschäftigen.

Mein Variante des All-Weather Portfolio kannst du hier ab Min 5:26 sehen:

Antwort
von Tritur, 68

In Deiner Situation direkt in Aktien anzulegen ist nur sinnvoll, wenn Du wild entschlossen bist, Dich in die „Kunst“ der Aktienanlage einzuarbeiten und bereit bist das Lehrgeld zu zahlen, welches sich aus den zu Anfang überdurch-schnittlich häufigen Fehlentscheidungen ergibt.

In einen ETF anzulegen, macht aber gar keinen Sinn. Für dieses Urteil gibt es viele Gründe. Hier nur drei:

1. Ein einzelner Index bietet keine hinreichende breite Streuung. Der Dax z.B. enthält nur 30 und dazu nur deutsche Aktien. Ein Fonds, der einen Index abbildet bietet keine hinreichend breite Streuung.

2. In keinem Index werden irgendwelche Kosten eingerechnet. Ein Fond der einen Index abbildet, muss sich also immer um seine Kosten schlechter entwickeln als der abgebildete Index. Die Verwaltungskosten eines ETFs liegen zwischen 0,3 und 0,7%

3. Nach Aussagen der Ratingagentur Morningstar, lagen auch aktiv verwaltete Aktienfonds für deutsche Standardwerte in den vergangenen fünf Jahren pro Jahr jährlich 0,3% hinter dem DAX zurück. Das ist schon mal nicht schlechter als ein vergleichbarer ETF.
Dieses vergleichbare Anlageergebnis haben die aktiv verwalteten Aktienfonds jedoch trotz ihrer sehr viel höheren Kosten von durchschnittlich 1,55% erzielt. Daraus ergibt sich, dass selbst ein durchschnittlicher aktiv verwalteter Aktienfonds sich besser entwickelt als ein ETF, wenn er mit
seinen Kosten unter diesen 1,55% p.a. liegt.

Eine doppelte Chance hat der Anleger, welcher sich nicht nur einen kostengünstigen, sondern auch einen guten aktiv verwalteten Fonds sucht. Davon gibt es nicht wenige.    

Kommentar von Moosshadow ,

Hallo Tritur,

ich Interessiere mich im Bezug auf Einzelaktien sehr für eine Dividenden basierte Strategie, wo ich wenn möglich, mir ein Dividenden starkes Unternehemnsportfolio zusammen stellen wollte und monatlich dann immer Anteile nachkaufe. Was hälst du davon? Achja ich selbst bin natürlich eher der Buy and Hold Anleger und halte nicht viel von schnellem Kauf und Verkauf um unnötig hohe Kosten zu vermeiden. Deine Argumente im Bezug auf den Etf finde ich gut, womit ich mich demnächst etwas näher beschäftigen möchte, da mir bisher überall von aktiv gemanagten Fonds abgeraten wurde.

Liebe Grüße

Kommentar von Smartinvestor ,

Ich würde an deiner Stelle bei kostengünstigen ETF bleiben und diese konsequent ausbauen sprich diversifizieren. Lies dazu am besten den "Kommer" oder den "Swensen", der erfolgreichste Stiftungsvermögensverwalter der Yale Universität. Oder schau beim Forum des "Finanzwesir" vorbei. 

Kommentar von Tritur ,

Sich nur nach der Höhe der Dividende zu richten, ist gefährlich. Dividenden sind Gewinnausschüttungen, deren Höhe jedes Jahr neu beschlossen wird. Man weiß also im Voraus nie, ob die Dividende in der alten Höhe auch das Nächstemal wieder gezahlt wird. Hohe Dividenden werden zudem oft von den Unternehmen gezahlt, welche nicht wissen, wie sie ihr Geld ertragsteigernd im eigenen Unternehmen investieren können.  

Vor allem sollte man die Aktien von Gesellschaften kaufen, deren Produkte und Dienstleistungen nicht nur anerkannt gut, sondern auch noch in 10 Jahren gefragt sind und die einen steigenden oder zumindest stabilen Gewinn erwarten lassen, aber nicht schon zu teuer sind. Das ist derzeit aber schwierig. 

Mehr Chancen verspricht derzeit der "Contrarian"-Ansatz. Man kauft also Aktien die derzeit nicht populär sind und deren Kursentwicklung in den letzten Jahren weit unter dem Durchschnitt liegt. Dazu gehören z.B. Rohstoffaktien, Explorationsgesellschaften, Stromversorger und Banken.

Antwort
von althaus, 92

Die Investition in Einzelaktien ist risikoreicher aber dafür interessanter, denn hier sind Kurssprünge weit über 10%/Woche möglich. Heute habe ich mich in Bayer, Daimler und BASF positioniert. Und nun...mal schauen was daraus wird. .  

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