Frage von rezzo 06.08.2012

Namensschuldverschreibung mit großem Risiko behaftet?

  • Antwort von LittleArrow 06.08.2012
    4 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

    Ja, nämlich mit akutem Verlustrisiko!

    Die Gesellschaft ist mit einem Eigenkapital von € 1 Mio im Verhältnis zu € 50 Mio für Anleihegläubiger völlig unterfinanziert!

    Hinweis zum Agio von 5 % des Anleihekapitals: Wenn 5 % von € 50 Mio als Agio an die Sponsoren gezahlt wird, bekommen sie € 2,5 Mio und damit quasi ihr Eigenkapital sofort wieder zurückgezahlt. Das Eigenkapital ist also möglicherweise eine Luftnummer ohne echtes Commitment.

    Es gibt keine Fungibilität ("Verkehrsfähigkeit") der Anleiheforderungen während der Laufzeit, d. h. Du bleibst auf diesen Anleihen sitzen bis zur möglichen Rückzahlung.

    Völlig unseriös ist für mit die Alibifunktion von "The Linde Group", die nur eine potentielle Projektnähe suggerieren soll. In Wirklichkeit werden häufig andere Firmen, zumeist Klitschen, mit dem Anlageauftrag betraut.

    Ich würde von einem Engagement absehen.

  • Antwort von RonaldReagan 25.09.2012

    Danke LittleArrow fuer Deine sachliche und vorallem nachvollziehbare Argumentation. @FirstFranz: Typen wie Du enden regelmaessig im Knast, wirst sehen.

  • Antwort von firstfranz 09.08.2012

    Hallo Rezzo,

    hier noch ein "Nachtrag" zur Namensschuldverschreibung.

    Nachrangiges Kapital ist grundsätzlich als riskanter einzustufen, da im Falle einer Insolvenz erst die vorrangigen Kapitalgeber bedient würden. Soweit die Theorie. In der Praxis sieht es so aus, dass die Fröschl GeoKraftWerke GmbH sich ausschließlich durch das Stammkapital (eingezahlt durch ihre Muttergesellschaft) und die Anlegergelder (Namensschuldverschreibung) finanziert . Beide Posten sind nachrangig, und damit auf derselben Rangstufe. Es gibt also keine "nicht nachrangigen Gläubigerforderungen", sondern nur eine einzige Rangstufe und damit verliert selbige ihre Bedeutung, wie bei einem Wettrennen, an dem nur ein Läufer teilnimmt.

    Grüße Franz

  • Antwort von firstfranz 08.08.2012

    Hallo Rezzo,

    die Antwort von LittleArrow ist zwar eindeutig - und passend zu seinem Nick - sehr spitz formuliert, allerdings wird sie dadurch nicht richtiger. Der Pfeil sollte wohl besser bei seinen Spezialgebieten Mietrecht und Steuern bleiben.

    Zu den einzelnen Punkten: Ja, nämlich mit akutem Verlustrisiko! Es gibt definitiv kein "akutes" Verlustrisiko, da die Anlegergelder immer erst nach erfolgreichem Probebetrieb eingesetzt werden und ab dem Zeitpunkt die Linde AG das Kraftwerk schlüsselfertig baut und auch anschließend bedient und überwacht (nachzulesen auf der Homepage der Linde Group) verbunden mit entsprechenden Garantien für Leistung und verfügbare Betriebsstunden.

    Die Gesellschaft ist mit einem Eigenkapital von € 1 Mio im Verhältnis zu € 50 Mio für Anleihegläubiger völlig unterfinanziert! Branchenüblich ist, dass der Initiator 1% des einzusammelnden Kapitals selbst aufbringt. Hier sind es 2% und die Muttergesellschaft der Fröschl GeoKraftWerke GmbH finanziert außerdem alle Projekte bis zum Abschluss des erfolgreichen Probebetriebs immer vor.

    Hinweis zum Agio von 5 % des Anleihekapitals: Wenn 5 % von € 50 Mio als Agio an die Sponsoren gezahlt wird, bekommen sie € 2,5 Mio und damit quasi ihr Eigenkapital sofort wieder zurückgezahlt. Das Eigenkapital ist also möglicherweise eine Luftnummer ohne echtes Commitment. Das Agio ist überwiegend Teil der Provision für den externen Vertrieb. Diese Gelder landen also NICHT beim Initiator, sondern bei externen, freien Finanzberatern, die diese Anleihe Ihren Kunden verkaufen.

    Es gibt keine Fungibilität ("Verkehrsfähigkeit") der Anleiheforderungen während der Laufzeit, d. h. Du bleibst auf diesen Anleihen sitzen bis zur möglichen Rückzahlung. Das ist richtig, und es sollten nur Gelder investiert werden, auf die man (sicher) 7 Jahre lang verzichten kann. Du wirst mir zustimmen, dass eine Laufzeit von 7 Jahren nichts außergewöhnliches ist und außerdem gibt es auch die Kündigung aus wichtigem Grunde, geregelt im §314, BGB.

    Völlig unseriös ist für mit die Alibifunktion von "The Linde Group", die nur eine potentielle Projektnähe suggerieren soll. In Wirklichkeit werden häufig andere Firmen, zumeist Klitschen, mit dem Anlageauftrag betraut. http://www.the-linde-group.com/de/news_and_media/press_releases/news_120216.html Mir ist nicht ganz klar, wie LittleArrow hier auf eine "Alibifunktion" kommt. Vielleicht hattest Du die ja Original-Pressemeldung von Linde bereits gelesen. Bis ein Geothermie-Kraftwerk ans Netz geht, sind etwa 200 Firmen an den Arbeiten beteiligt und natürlich wird die Linde Engeneering auch Subunternehmen beauftragen, aber die Linde Engeneering ist der Generalunternehmer für Kraftwerksbau und -betrieb.

    Ich hoffe, das hilft Dir, etwas klarer zu sehen.

    Grüße Franz

Du kennst die Antwort? Frage beantworten
Bitte noch eine Antwort ... Frage erneut stellen
Diese Frage und Antworten teilen:

Verwandte Fragen

Fragen Sie die Community –

anonym und kostenlos!