Frage von schnattchen30, 318

Nachzahlung Jobcenter einbehalten

Hallo. Ich bekam vom Jobcenter monatlich Aufstockung zu meinem Gehalt bevor ich in den Mutterschutz ging. Jetzt habe ich vor 2 Monaten Mutterschaftsgeld bekommen, denen das auch schriftlich eingereicht, und letzte Woche einen Bescheid erhalten. Da mir mein Gehalt bisher angerechnet wurde, es aber nicht mehr gab durch ablauf des Arbeitsvertrages kam es zu einer Unterzahlung. Dieser neue Bescheid besagt das die überzahlung von knappe 400€ mit der Nachzahlung verrechnet wurde. Sprich diesen Monat habe ich weder einen Gehaltseingang, was plausibel ist, noch Geld vom Jobcenter erhalten. Meine Frage daher ob sie eine Überzahlung komplett mit einer Nachzahlung verrechnen dürfen. Jetzt fehlen mir diesen Monat 400€.

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Antwort
von wfwbinder, 183

Woraus kommt denn die Überzahlung?

  1. Logisch, Du hattest ein Gehalt und eine Aufstockung

  2. Dann kam der Mutterschutz und Mutterschaftsgeld dazu die Aufstockung

  3. Ich finde in dem Sachverhalt nichts, woraus sich eine Überzahlung ergeben haben soll.

  4. Wenn es zu einer Überzahlung kam, darf man Dir diese nicht in einer Summe von laufenden Leistungen abziehen, aber mit einer Nachzahlung vermutlich schon.

Antwort
von HHJupp, 210

Nachzahlung und Verrechnung

habe ähnlihes allerdings bei Umstellung von Hartz IV auf SGB II (Rente + Grundsicherung) gehabt. Nachzhalung kann immer sofort und in einem Betrag verrechnet werden.

das Amt geht schliesslich davon aus dass du mehr geld bekommen hast als dir zustand (ohne dies jetzt zu bewerten) also geht es davon aus dass du dieses Mehrgeld noch hast und nicht sofort freudestrahlend verpulvert hast und somit per Saldo keinen Verlust hast.

Aber eine ratenzahlung kann man immer vereinbaren.

Antwort
von cyracus, 175

Leider sehe ich erst jetzt Deine Frage. - Falls Du noch Beratungsbedarf hast, google mit sozialberatung und füge Deinen Wohnort hinzu (oder den nächstgrößeren, falls er klein ist). - Dir werden so (behördenunabhängige) Beratungsstellen wie die Caritas, Diakonisches Werk, Paritätischer Wohlfahrtsverband oder die Arbeiterwohlfahrt (AWO) gezeigt. Vereinbare dort einen Beratungstermin. - Du wirst es ja dringend machen.

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Zum Thema Jobcenter vorsorglich diese Hinweise von mir:

Umgang mit Sozialbehörden

Mit dem Amt nichts telefonisch klären (das kann man später nie beweisen). Alles schriftlich machen. Am besten Schreiben, Belege und Anträge persönlich abgeben. - Den Erhalt des Schreibens lässt man sich auf einem mitgebrachten Doppel mit Stempel, Datum und Unterschrift bestätigen. (Dies verlangt man mit ruhigem, freundlichem Ton und reicht das Schreiben rüber, „und hier brauche ich noch Stempel mit Datum und Unterschrift“).

Wenn man nur etwas abgeben will, dann wie üblich ein Schreiben aufsetzen, in dem erklärt wird, was "als Anlage" überreicht wird. - Wiederum dieses Anschreiben auf einem mitgebrachten Doppel mit Stempel und Unterschrift bestätigen lassen.

Diese Bestätigungen sind Gold wert, sie sind mehr wert als ein Einschreibebeleg (mit dem ja nur der Eingang eines Umschlags bestätigt wird).

Mit einer solchen Bestätigung kann von Seiten der Behörde nicht behauptet werden, Schreiben und Belege seien nicht eingegangen. Und wenn doch, eine Fotokopie von deren Bestätigung vorlegen (das Original unbedingt wie eine Kostbarkeit hüten). - Werden so die Unterlagen / Belege abgegeben, wird erfahrungsgemäß allgemein die Sache sogar zügiger bearbeitet.

Falls Du meinst, ich würde übertreiben, google mit jobcenter unterlagen verloren.

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Im Gespräch mit den Mitarbeitern immer korrekt und konzentriert sein. Wenn die Mitarbeiter freundlich und zugewandt sind: Auch Infos im Vertrauen landen in der Akte und können später gegen den „Kunden“ (wie es vollmundig bei Sozialbehörden heißt) verwendet werden.

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Oft ist es ratsam, zum Amt einen Beistand als Begleitung mitzunehmen. Dieser muss nur zuhören und kann dabei Protokoll führen, oder hinterher macht man gemeinsam ein Erinnerungsprotokoll. Der Beistand kann aber auch für Dich Erklärungen abgeben, dazu § 13, Absatz 4 SGB X (google mit 13 sgb 10):

  • (4) Ein Beteiligter kann zu Verhandlungen und Besprechungen mit einem Beistand erscheinen. Das von dem Beistand Vorgetragene gilt als von dem Beteiligten vorgebracht, soweit dieser nicht unverzüglich widerspricht.

Für einen ehrenamtliche Behördenbegleiter = Beistand google jeweils mit Deinem Wohnort (oder dem nächstgrößeren, wenn Deiner klein ist) mit

Ämterlotsen

Behördenlotsen

Behördenbegleiter

Hartz IV Mitläufer

Hartz IV Gegenwind e.V.

Wir gehen mit org

Diese Ämterbegleiter sind wertvolle Hilfen und notfalls auch Zeugen, und (die meisten? alle?) haben für diesen ehrenamtlichen Dienst eine kleine Ausbildung genossen und kennen sich bestenfalls mit den Gesetzen aus. (Sag beim Amt niemals, Du hättest einen Zeugen dabei! Zeugen dürfen des Raumes verwiesen werden - Beistände dagegen nicht, auf die hast Du ein Recht.)

Lebst Du in einer Bedarfsgemeinschaft (oder Haushaltsgemeinschaft): Andere Mitglieder solch einer Gemeinschaft können für Dich kein Beistand sein, denn sie sind nicht neutral, sondern automatisch selbst Betroffene.

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Und google mit

legitimation eines beistands pdf

und lade Dir die Datei vom elo-forum runter. Darin erfährst Du die gesetzliche Grundlage für Beistände und dass jeder Bürger ein Recht darauf hat, sich bei Behördengängen von einem Beistand begleiten zu lassen.

Auch erfährst Du so, dass wenn Dein Beistand für Dich etwas sagt, und Du widersprichst nicht, gilt es so, als hättest Du selbst es gesagt.

Wenn Du bei einer Sozialberatung bist, frage dort, ob dort Beistände / Behördenbegleiter ehrenamtlich Dienst machen.

Zum Amt mit einer erfahrenen Begleitpersonen zu gehen ist in diesem Fall sehr empfehlenswert.

Antwort
von TOPWISSENinfo, 135

Also sehr viel kann ich aus deiner Frage nicht entnehmen. Wenn also eine Überzahlung(Forderung) mit einer Nachzahlung verrechnet wurde, wie kommt es, dass du gar kein Geld vom JobCenter erhältst? Was ist mit den laufenden Leistungen? Mit einer Nachzahlung dürfte wohl eine Forderung verrechnet werden, wobei in unserem Kreis es durch ein Forderungsmanagement der Bundesagentur für Arbeit geregelt wird. Jede Nachzahlung wird ausgezahlt, Rückforderungen jedoch gehen an das Forderungsmanagement, diese verwalten es ähnlich wie ein Inkasso. Naja und mit den Laufenden Leistungen darf nicht die komplette Rückforderung verrechnet werden, sondern monatlich nur teilweise (ähnlich einer Ratenzahlung eines Kredites).

Kommentar von TOPWISSENinfo ,

PS: Unbeachtet der Umstände hast du bei ausbleibenden laufenden Leistungen Anspruch auf Mindestunterhalt und Verpflegung in Form von Lebensmittelgutscheinen. Sollte sich die Angelegenheit zu deinen Gunsten später regeln, musst du natürlich die verbrauchten Lebensmittelgutscheine nicht erstatten.

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