Frage von Ophelia1577,

Nachzahlung für nie erzielte Einkünfte aus Kapitalvermögen

Hallo. Ist es möglich, dass das Finanzamt Steuern nachfordert, für eine Kapitalanlage, die sich jedoch als kompletter Verlust entpuppt hat? Von dieser Anlage ist niemals jemals ein Gewinn an mich zurückgeflossen und trotzdem verlangt das Finanzamt eine Rückzahlung von über 1000€ rückwirkend für das Jahr 2007. Kann das sein? Muss ich das bezahlen oder wie kann ich mich dagegen wehren? Danke für Ihre/Eure Hilfe, ich bin sonst echt ratlos!!

Antwort
von Rat2010,

Geht es wirklich um eine Kapitalanlage? Oder doch mehr um eine unternehmerische Beteiligung, also einen geschlossenen Fonds.

Bei letzterem passiert das. Auch wenn alles schief ging und du nie Geld zurück bekommen hast. Die Ergebnisse werden beim Unternehmen festgestellt und auf die Mitunternehmer verteilt. Wenn man etwas dagegen machen kann, dann auf Unternehmensebene nur ist das, so du einen geänderten Bescheid bekommst, oft schon durch.

Du hast höchstens - so die Voraussetzungen vorliegen - eine Stundungsmöglichkeit. Bei 1.000 € Nachzahlung dürfte das eher unspannend sein.

Kommentar von Ophelia1577 ,

doch, auch bei der Forderung des Finanzamtes geht es um eine Kapitalanlage. was bedeutet hier Stundungsmöglichkeit und welches wären die Voraussetzungen? Danke Dir!!

Antwort
von Privatier59,

In einem Moment kompletten Schwachsinns hatte ich mir auch mal eine Argentinienanleihe zugelegt. Wir alle wissen, was diese Verbrecher mit den Anleihegläubigern gemacht haben. Glaubst Du, mein FA hätte mir auch nur einen Pfennig der für die Coupons gezahlten Steuern erstattet? Wieso sollte es Dir besser gehen als mir?

Antwort
von EnnoBecker,

Anhand dieser sparsamen Darstellung kann man nur mutmaßen, was da passiert ist:

Solche Fälle gibt es. Kapitalanlagegesellschaften haben mit Schneeballsystemen Geld eingesammelt und den Anlegern Zinsen/Dividenden "gutgeschrieben", jedoch nie ausbezahlt. Denn sie wurden nie erwirtschaftet, sondern aus dem Geld neu gewonnener Anleger genommen.

Irgendwann bricht das System zusammen und der Anlager sieht sein Geld nicht wieder. Berühmt dafür wurde der Ambros-Fall: http://www.iww.de/zwd/archiv/kapitalanlagen-fiskus-bittet-geschaedigte-ambros-an...

Was steckt dahinter? Die Zinsen wurden ja tatsächlich durch den Anlager "verdient". Dass weder Zinsen noch Kapital zurückgezahlt wurden, spielt sich auf der steuerlich irrelevanten Vermögensebene ab. Allenfalls kann ein Verlust nach §23 oder § 17 festgestellt werden, der aber weitgehend "wertlos" ist, weil dieser Verlust nicht mit anderen Einkunftsarten verrechnet werden kann.

Kommentar von Ophelia1577 ,

Genau so verhält es sich! In Deinem Link steht allerdings auch:

"Die Lage ändert sich aber in dem Moment, in dem der Inhaber des Handelsgeschäfts (die Ambros S.A.) seinTäuschungsmanöver nicht mehr durchhalten kann und die tatsächlich entstandenen Verluste ausweist. In diesem Fall stellen die Anteile an den laufenden Verlusten beim „stillen Gesellschafter“ Werbungskosten bei den Einkünften aus Kapitalvermögen dar. Im Extremfall könnte das dazuführen, daß der „stille Gesellschafter“ seine gesamte – verlorene – Einlage mit anderen positiven Einkünften verrechnen könnte."

Die PCO Inc., bei der die Kapitalanlage getätigt worde ist, ist konkurs gegangen. Zur Zeit läuft sogar ein Insovenzverfahren gegen den Betreiber dieser Gesellschaft, Ulrich Engler wegen Täuschung etc. Kann ich in diesem Fall, wie oben beschrieben die Verluste als Werbungskosten geltend machen und mit der Nachzahlung verrechnen? Wenn das ganze wie gesagt schon 2007 geschehen ist? Oder was heißt "verlorene Einlage mit anderen positiven Einkünften verrechnen"? Welche pos. Einkünfte? DANKE!!

Kommentar von EnnoBecker ,

Ja sind denn überhaupt Verluste ausgewiesen worden?

Kommentar von Ophelia1577 ,

ja! 10.000€, die dort angelegt wurden sind weg.

Kommentar von EnnoBecker ,

"Weg" sind sie nicht. Sie gehören nur jemand anderem.

Die Frage zielte aber auf steuerlich relevante Verluste, also negative Einkünfte. Nicht auf steuerlich unbeachtliche Vermögensverschiebungen.

Selbst wenn es sich hier um 16er Verluste handelt, die gegen andere (positive) Einkünfte zu verrechnen gewesen wären, so muss man doch gucken, in welchem Jahr die Kapitaleinkünfte und in welchem die 16er Verluste entstanden sind.

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