Frage von wazabi, 77

Nachweis, dass Computer NICHT beruflich genutzt wird?

Hallo,

es geht um ein eine Schadensfallmeldung eines versicherten Laptops: Der Rechner ist heruntergefallen und einige der USB-Anschlüsse funktionieren nicht mehr, ansonsten kann ich den Computer ohne Probleme benutzen. Natürlich wollte ich den Schaden dennoch von der Versicherung reparieren lassen.

In der Schadensfallmeldung gab ich an, ob es möglich wäre, den Computer erst in zwei Monaten oder in eine Werkstatt vor Ort reparieren lassen zu können (kürzerer Ausfall), da ich zur Zeit täglich mit diesem arbeite.

Die Antwort kam prompt: Der Schaden wird nicht erstattet, da ich den Computer auch beruflich nutze und aus diesem Grund erst eine Reparatur im Juni wünsche.

Das ist aber, ganz ehrlich, überhaupt nicht der Fall: Ich brauche den Computer, da ich mich gerade intensiv auf Arbeitsstellen bewerbe, davor habe ich den Computer für mein Studium genutzt. Außerdem lerne ich gerade in einem Online-Kurs eine neue Sprache, die ich für meine Reise im Juni einigermaßen beherrschen möchte (deswegen am besten erst dann reparieren). Also das "ich arbeite mit dem Computer" war ganz und gar im Sinne von "ich benutze den Computer, zu rein privaten Zwecken, derzeit täglich" gemeint.

Nach einem Anruf (ich sagte nur, dass das ganz falsch verstanden worden sei und ich den Computer nicht beruflich nutze, vom Studium und meiner derzeitigen Arbeitslosigkeit und Jobsuche sagte ich nichts) kam eine weitere E-Mail: Da ich nach der Ablehnung andere Angaben zum Gebrauch gemacht habe, ist ihnen diese Erklärung nicht plausibel. Es bleibt bei einer Ablehnung.

Nach einem weiteren Anruf soll ich nun eine schriftliche Stellungnahme abgeben und nachweisen, dass ich den Computer nicht beruflich nutze. Aber wie? Ich bin total verunsichert, was ich überhaupt noch sagen darf, ohne dass mir das Wort im Mund gedreht wird. Deswegen wollte ich Eure Ratschläge zum weiteren Vorgehen hören, bevor ich denen erneut antworte.

  • Ist der Gebrauch des Geräts für das Studium und der Berufssuche als "beruflich" anzusehen? Was heißt überhaupt berufliche Nutzung?
  • Würdet ihr euch jetzt "nackig" machen und z.B. mit der Bescheinigung vom Jobcenter nachweisen, dass man keinen Beruf hat, für den man den Rechner beruflich nutzen könnte. Ist das überhaupt ein hinreichender Nachweis?

Danke im Voraus für Eure Meinungen!

Antwort
von RHWWW, 22

Hallo,

wenn man ein Gewerbe ausübt, ist dies anzumelden. Ggf. bei der Stadt nachfragen, wo man ein Gewerbe anmeldet und dann versuchen, von dieser Stelle eine Bestätigung zu bekommen, dass weder jetrzt noch in der Vergangenheit ein Gewewrbe angemeldet ist bzw. war.

Und/oder bei der Krankenkasse eine Bestätigung anfordern, dass dort keine Beschäftigung vermerkt ist (auch nicht zum Tag X des Unfalls). 

Sonst ggf. den Versicherungs-Ombudsman einschalten.

Gruß

RHW

Antwort
von Gaenseliesel, 30

Wie beweisen ...... hmm, mittels (Kopie)  Bescheid vom AA ? Dort bist du doch arbeitsuchend, mit Zeitraum, gemeldet. 

Amtlicher geht,s eigentlich nicht nachzuweisen. 

Kommentar von wazabi ,

Hey danke!

Ja, daran habe ich auch schon gedacht. Mein Studium und die anschließende Arbeitssuche kann ich (fast) lückenlos nachweisen. Ich finde es nur nervig, und ein wenig unangenehm, dass ich mich da nun als arbeitslos "outen" muss, weil durch die Nennung des Wortes "arbeiten" vom Versicherer ohne Rücksprache auf eine gewerbliche Nutzung geschlossen und der Antrag abgelehnt wird.

Telefonisch wollten sie sich ja nicht auf meine Erklärung einlassen: "Aber Sie haben doch geschrieben, dass Sie den Computer zur Zeit jeden Tag für Ihre Arbeit brauchen." -
"Das stimmt, aber ich meinte die nicht-berufliche Arbeit am Computer. Sie verkaufen ja auch keine Kirschen, wenn Sie in Ihrem Garten arbeiten." -
"Was machen Sie denn so mit Ihrem Computer?" -
"Naja, E-Mails schreiben, Facebook..." (Anmerkung: Ich hatte hier extra nichts vom Studium und den jetzigen Bewerbungen gesagt, weil ich nicht wusste, ob "berufliche Aktivität" oder nicht)
"Aber das ist doch keine Arbeit!" -
"Sag ich ja!" -
"Und warum schreiben Sie es dann in Ihre Schadensmeldung?!" -
"*stöhn* Schauen Sie, ich habe meinen Computer noch nie genutzt, um irgendwelches Entgelt zu erhalten." -
"Aber das schließt doch nicht die berufliche Nutzung aus!" -
"....?!" 
und da wusste ich nicht mehr, was ich sagen sollte.

Ich werde mir meine Schadensmeldung nochmals zuschicken lassen, um überhaupt die Grundlage zu haben, mit der der Versicherer argumentiert (von dieser hatte ich naiverweise keinen Screenshot gemacht). Dann weise ich schriftlich darauf hin, dass zur Zeit des Schadens und davor überhaupt kein Beruf ausgeübt wurde (danke an Mikkey) und NOTFALLS kommt dann der Bescheid vom AA...

Ich halte Euch auf dem Laufenden . Danke an alle für die Ratschläge, jetzt fühle ich mich nicht mehr so hilflos.

Antwort
von hildefeuer, 11

Ja die Versicherungen haben da so ihre eigenen Definitionen von Beruflicher Nutzung. Nicht immer geht eine Berufliche Nutzung mit Einkommen überein. Auch berufliche Fortbildung ist halt beruflich und somit Arbeit. Auch Bewerbungen sind ja beruflich und somit Arbeit. Der Betrieb einer Photovoltahik Anlage ist keine Arbeit, generiert aber trotzdem gewerbliches Einkommen. Bei Vermietung und Verpachtung ebenso.

Dieser Beispiel zeigt, das der Abschluss einer solchen Versicherung nicht zu empfehlen ist. Diese Versicherungen werden ja auch nur beim Kauf von überteuerter Hardware in bestimmten Märkten mit verkauft. Die Kunden hoffen dann, wenn Ihr teures Tablet oder MacBook runterfällt, sie ein neues (Modell) bekommen. Daraus wird meist nix.

Antwort
von wazabi, 3

Update:
Nach der E-Mail um Bitte nach Zusendung des genauen Wortlauts meiner Schadensmeldung wurde meine Fall wohl erneut geprüft und die Versicherung kommt für die Reparatur auf.
Geht doch! :)

Antwort
von EnnoWarMal, 47

Hier sind ja zwei verschiedene Dinge zu beachten:

  1. Was versteht der Versicherer unter beruflicher Nutzung? Aus steuerlicher Sicht ist das Verfassen von Bewerbungen natürlich beruflich; auch das Studium kann beruflich sein. Es kommt aber darauf an, was der Versicherer darunter versteht. Was steht denn dazu im Vertrag?
  2. Was sagt der Vertrag aus über die Regulierung eines Schadens im Fall einer beruflichen Nutzung?
  3. Wie ist im Vertrag geregelt, wenn ein versichertes Gerät nicht oder späüter repariert wird? Der Schadensfall ist doch trotzdem eingetreten.
Kommentar von wazabi ,

Nachtrag:

zu 3.:

Man hat mir mit der Ablehnung angeboten, den Vertrag aufzuheben. Ich bekäme die Kosten für den Abschluss der Versicherung erstattet.

Kommentar von Mikkey ,

Vielleicht trägt der folgende Gedankengang zur Erleuchtung bei:

Auch die Fahrt zur Arbeit ist steuerlich beruflich begründet, jedoch hat noch nicht eine einzige Versicherung jemals eingewendet, dass ein Privatfahrzeug, das für den Arbeitsweg benutzt wird, als beruflich genutzt zu sehen ist.

Ebenso ist es mit dem Computer - es sollte hier doch eigentlich der Hinweis darauf genügen, dass zur Zeit des Schadens und auch davor überhaupt kein Beruf ausgeübt wurde.

Kommentar von EnnoWarMal ,

Sehe ich ebenso.

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