Frage von Neuerdings, 74

Nacherben ausschließen

Ich will in einem Testament verfügen, daß jemand, der kein Familienangehöriger ist, einen bestimmten Betrag erbt. Ich möchte dabei aber bestimmen, daß, falls er bei meinem Tod auch schon gestorben sein sollte, seine Nachkommen den Betrag nicht erben.

Meiner Meinung nach sollte diese Regelung kein Problem sein. Ich möchte aber anfragen, ob jemand anderer Meinung ist.

Natürlich kann ich das Testament ändern, falls ich von seinem Tod erfahre. Es besteht aber die Möglichkeit, daß ich es nicht erfahre. Deshalb die Regelung.

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Expertenantwort
von wfwbinder, Community-Experte für erbrecht, 69

Das ist unproblematisch, weil die Übertragung auf Kinder, oder Enkel nur bei den gesetzlichen Erben besteht.

Wenn Du also bestimmst:

Aus meinem Vermögen soll nach meinen Tod 10.000,- euro Eduard Mustermann bekommen, der Rest in der gesetzlichen Erbfolge (oder etwas vergleichbares),

dann bekommt eben Herr Mustermann die 10.000,- (vorausgesetzt Pflcihtteile werden dadurch nicht geschädigt.

Lebt er nicht mehr, verfällt sein Erbe zugunsten der gesetzlichen (oder anderen eingesetzten) Erben.

Kommentar von Neuerdings ,

Danke für die Antwort. Seine Kinder wären also sowieso keine Nacherben, selbst wenn ich es nicht ausdrücklich verfügen würde? Das wußte ich nicht.

In meinem Fall gibt es keine Pflichtteile, ich kann das Erbe also frei verteilen. Ich will im Testament auch festlegen, wer den Betrag bekommt, falls der Betreffende schon tot ist oder das Erbe ausschlägt. So entsteht keine Unsicherheit, hoffe ich.

Kommentar von wfwbinder ,

Wenn Du keine Pflichtteilserben hast, aber klare Vorstellungen, wer es bekommen sollte, dann dies bitte auch klar angeben.

Denn irgendeinen gesetzlichen Erben wirst Du haben, auch wenn es nur ein Cousin wäre. Der kommt automatisch ins Spiel, wenn es keinen anderen benannten Erben gibt.

Also um bei Deiner Frage zu bleiben;

Eduard Muster mann soll 10.000,- erhalten, der Rest geht an Hermine F. Sollte Eduard Mustermann bei meinem Tode bereits verstorben sein, erhält Hermine F. alles (alternativ: Sollte bei meinem Tod Eduard Mustermann bereits verstorben sein, geht sein Anteil auf ........ über).

Jedenfalls alles so klar wie möglich.

Kommentar von Neuerdings ,

So ungefähr hatte ich es auch formuliert. Es gibt nur zwei Erben, beide außerhalb der gesetzlichen Erbfolge. Pflichtteilserben existieren nicht, wie gesagt.

"Herr Mustermann bekommt .......... €. Der Rest geht an Stiftung X. Sollte Herr Mustermann bei meinem Tode bereits verstorben sein oder [unwahrscheinlicherweise] das Erbe ausschlagen, erhält Stiftung X alles."

Antwort
von imager761, 49

Abgesehen davon, dass du hier die Begrifflichkeiten "Nacherben" (§§ 2100 ff BGB) und "Erstzsatzerben" (§ 2096 BGB) verwechselst:

Ich möchte dabei aber bestimmen, daß, falls er bei meinem Tod auch schon gestorben sein sollte, seine Nachkommen den Betrag nicht erben.

Das ist überflüssig: Fall der eingesetzte Erbe im Erbfall verstorben ist, wäre, sofern kein anderer als dessen Ersatzerbe verfügt wäre, das Testament gegenstandslos.

In dem Fall gälte die gesetzliche Erbfolge, wonach neben einer ewtaigen Ehefrau bzw. Lebenspartner deine Kinder, kinderlos versterbend, deine Eltern/Ehepartner, bereits vorverstorben, andernfalls deine Gewschwister und deren Nachkommen usw. berufen wären.

Nur unter keinen Umständen die Nachkommen des von dir gewillkürten Erben :-)

G imager761

Antwort
von Privatier59, 39

Was Du willst, ist die Einsetzung eines Ersatzerben. Das Gesetz läßt eine solche ausdrücklich zu:

http://dejure.org/gesetze/BGB/2096.html

Man sollte allerdings in der Formulierung des Testaments für Klarheit sorgen. Ratsam ist ist zum einen, den Begriff "Ersatzerbe" ausdücklich zu benutzen und zudem, den Ersatzerben auch zu benennen. Das kann auch in dem Hinweis auf die ersatzweise dann geltende gesetzliche Erbfolge bestehen.

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