Frage von Cipper,

Nach FOS studieren, Auszug nötig, Wohnung + Studiengebühren kosten. Mutter in Hartz IV - unmöglich?h

Nach der FOS möchte ich studieren, hierfür wäre Auszug nötig, die Wohnung würde kosten, auch Studiengebühren (pro Semester so 500 Euro) fallen an. Meine Mutter ist leider in Hartz IV, vom Vater ist keine Hilfe möglich. Ich fürchte Bafög wird nicht reichen. Nebenjob würde ich mir schon suchen, aber ob das reicht? Ich will auch nicht länger studieren als nötig, daher muß ich mich auch hinsetzen und lernen, mehr wie 10 h in der Woche werde ich hier nicht für einen Minijob erübrigen können. Es wird wohl schwierig als Hartz-Kind zu studieren. Es stimmt wohl, die Herkunft entscheidet, ob man Studium machen kann. Habt Ihr Rat? Gibts noch zusätzliche Hilfen für Kinder, deren Eltern gar nichts zusteuern können? Meiner Mutter tut das auch sehr leid, aber sie ist auch gesundheitlich angeschlagen, findet keine Arbeit die sie machen kann.

Antwort
von HartzEngel,

Da bist Du in einer etwas schwierigen Lage, aber ich darf Dir sagen, es studieren einige Kinder von Hartz-IV-Beziehern, auch wenn es die nicht so einfach haben, wie Kinder von vermögenden Eltern. Du bist auf jeden Fall zum Bafög berechtigt, wie hoch das genau ist, kannst Du beim Amt für Ausbildungsförderung erfragen, welches beim Landratsamt angesiedel ist (hier gibts auch mehr, wenn man auswärts wohnen muß). Es gäbe vom Jobcenter auch (wenn es finanziell nicht reicht) den besonderen Mietzuschuß nach § 27 Absatz 3 SGB II, den kannst Du beantragen (hier Mietvertrag und Bafög-Bescheid vorlegen). Die Studiengebühren streichen manche Länder schon, ich glaub nur Bayern und Hessen verlangen die Gebühren, aber auch hier gibts Bestrebungen, diese bald abzuschaffen. Falls nicht, kannst Du hier eine Studiendarlehen von der KfW erhalten (mehr Info hat sicher die Uni oder die FH für Dich). Auch wenn Deine Mum Dir finanziell nicht helfen kann (sie könnte aber das Kindergeld Dir weiterleiten, bekäme dann mehr Alg II), kann sie Dir vielleicht mit der Wäschepflege oder am Wochenende mit Essen aushelfen, das tut auch schon mal gut. Mit der Herkunft hat Studium schon zu tun, ich würde aber sagen, daß die Herkunft oft verhindert oder "schuld" ist, daß die Kinder (auch wenn sie begabt sind) kaum auf höhere Schulen gehen, ist aber das Abitur erst mal geschafft, dann sollte es mit den staatlichen Hilfen (die es ja gibt) auch mit dem Studium klappen.

Kommentar von Steeler ,

Mit Deinem Beitrag bin ich im Großen und Ganzen einverstanden.

Nur: Studierende, die nicht bei ihren Eltern leben, können Leistungen nach § 27 Abs. 3 SGB II von vornherein nicht bekommen.

Antwort
von Rentenfrau,

Hallo Cipper, Du schreibst "Hilfe vom Vater nicht möglich", aber auch ER ist Dir zum Kindesunterhalt (in der Erstausbildung) verpflichtet. Und oft ändern sich Einkommensverhältnisse. Nimm doch Kontakt auf, vielleicht hat sich die Lage geändert und er kann Dir finanziell helfen. Deine Mutter könnte Dir das Kindergeld überleiten, das Jobcenter zahlt ihr dann mehr Alg II. Ansonsten: drück ich Dir die Daumen fürs Studieren und den Nebenjob, und sei hoffnungsvoll, das haben schon viele Studenden vor Dir geschafft, nicht alles kommen aus reichem Haus.

Antwort
von nataly,

Wenn deine Mutter ALG 2 bezieht, wird beim Bafög kein Einkommen angerechnet. Beim Vater behauptest du, von ihm sei keine Hilfe möglich. Da du nicht schreibst, warum, muss offen bleiben, ob das Amt für Ausbildungsförderung das auch so sieht. Zur Finanzierung kommen grundsätzlich das Bafög, ein Nebenjob und ein Ausbildungskredit der KfW in Betracht. Die Studiengebühren in Niedersachsen und Bayern sind nach meinem Infostand bereits abgeschafft oder werden noch abgeschafft.

Antwort
von obelix,

rosig ist die Situation sicherlich nicht, aber BaföG ist ein Teil. Das Problem mit dem Arbeiten neben dem Studium haben viele in Ballungsräumen. Die Quote der Studenten, die nebenbei arbeiten, ist keine geringe. All diese Studenten haben das Problem der Doppelbelastung und des Druckes beim Geld verdienen und schnellem Studieren. Es ist machbar, so einen Weg zu gehen, auch wenn er steinern ist.

Eine weitere Quelle könnte sein: Stipendium.

Antwort
von Tina34,

und wie ist jetzt deine Frage?

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