Frage von Neukunde2013,

Nach Fondsentscheidung

Hallo zusammen!

Also ich möchte gerne in einen Fonds investieren.Denke,dass ich am Anfang erstma eher auf einen Mischfond gehe und später dann auf Aktienfond umschwenke.

Hierzu möchte ich monatlich immer eine gewisse Summe einzahlen.

So ist mein Entschluss...

Nun kommt die Frage:

Wie suche ich mir den richtigen Fonds aus?Auf was muss ich genau achten,damit ich nicht gleich den falschen wähle...

Wie gehe ich vor?Leg ich mir ein Konto bei der Ing Diba an und kauf mir die Fondsanteile jeden Monat von Hand?

Was kostet das an Gebühren?

Kann jemand eine Möglichkeit empfehlen wie ich das ganze möglichste gebührenfrei hinbekomme?

Danke schonmal für die sicher hilfreichen Info´s ;)

Expertenantwort
von gandalf94305, Community-Experte für Fonds,

Du kannst beispielsweise zu einer Direktbank (z.B. ING-Diba, comdirect) mit kostenfreiem Tagesgeldkonto, Girokonto und Depot gehen und dort einen Fondssparplan einrichten. Überlege, welcher Betrag für Dich sinnvoll ist.

Bei der ING-Diba würden sich folgende Fonds für einen Sparplaneinstieg anbieten:

  • Ethna Aktiv E A (LU0136412771): Aktien und Anleihen Europa

  • Carmignac Patrimoine A EUR (FR0010135103): Aktien und Anleihen Welt (etwas anleihenlastiger)

  • Flossbach von Storch SICAV - Multiple Opportunities R (LU0323578657): Aktien und Anleihen Welt (aktienlastig)

  • Kapital Plus A (DE0008476250): Aktien und Anleihen Europa (anleihenlastig)

  • M&G Optimal Income Fund A-H (GB00B1VMCY93): Aktien und Anleihen Welt (anleihenlastig)

Ist Dir der Unterschied zwischen diesen Fonds nicht klar, dann benötigst Du dringend einen Berater, der Dich etwas führt und erklärt, worauf es ankommt.

Die Ausgabeaufschläge sind bei ING-Diba rabattiert, aber bedenke, daß diese nur einmal beim Kauf anfallen. Zahlst Du also beispielsweise die vollen 5% bei einem Fonds, so relativiert sich das bei einer Anlage auf 10 Jahre auf 0,5% p.a., was ein guter Fonds durchaus als Vorsprung vor einem schlechten (aber "billigen") erreichen wird. Daher: Qualität ist wichtiger als ein paar Prozentpunkte Ausgabeaufschlag.

Wenn Du demnächst eher Aktienfonds beimischen möchtest, kannst Du heute mit 50 EUR im Monat mit einem Mischfonds beginnen. Irgendwann kommen dann später noch Sparpläne auf ein oder mehrere Aktienfonds hinzu.

So, und dann kommt die Geduldphase... :-)

Kommentar von Candlejack ,

Ich schätze Deine Beiträge sehr. Wenn ich aber die Wahl zwischen Deiner direkten Fondsberatung im Netz mit Empfehlungen ohne weitere Beratungsgrundlagen habe (mit den leider immer gleichen Fondsvorschlägen, die nicht schlecht sind, aber auch nicht passen müssen) und den Aussagen einer notwendigen Beratung von Niklaus habe, weiß ich, wem ich zustimme :-(

Kommentar von gandalf94305 ,

Da stimme ich Dir zu und schrieb aus diesem Grunde:

Ist Dir der Unterschied zwischen diesen Fonds nicht klar, dann benötigst Du dringend einen Berater, der Dich etwas führt und erklärt, worauf es ankommt.

Nicht jeder kann qualifizierte Entscheidungen einfach selbst treffen - viele Anleger (und solche, die es werden wollen) benötigen professionelle Hilfe.

Abgesehen davon wende ich mich strikt gegen die Auffassung, daß eine (durch Ausgabeaufschläge finanzierte) Kaufberatung ausreicht. Beratung muss während des gesamten Investments stattfinden, da man Anlageziele regelmäßig überprüfen sollte, das Portfolio ggf. neu ausrichten/balancieren muß und vielleicht auch nur Fonds wegen Underperformance tauschen möchte. Dieser Aspekt ist nicht durch einen Ausgabeaufschlag abgedeckt. Gerade "harmlose Privatanleger" ohne profundes Wissen über Kapitalanlagen benötigen dies ganz dringend und werden hier typischerweise alleine gelassen - auch und gerade von sog. Beratern, die eben nur verkaufen (und sich über Ausgabeaufschläge finanzieren). Ich kann hierzu aus dem Bekanntenkreis nette Beispiele zitieren - nicht nur von der Sparkasse :-)

Ich mache hier keine "Fondsberatung", sondern habe nur eine Auswahl der bei der ING-Diba aktuell besparbaren Mischfonds wiedergegeben. Das sind durchaus robuste Startpunkte mit überschaubarem Risiko, mit denen man IMHO mal anfangen kann, um erste Erfahrungen zu sammeln.

Wenn Neuanleger dann selbst die Entwicklungen und Volatilitäten von Investments verspüren, wird vielleicht auch klarer, wo eigentlich der Vorteil einer qualifizierten Beratung liegt und warum man dafür Geld ausgeben sollte. Leider kommt bei vielen Anlegern (die über lustige Deka-Fonds und DZ Bank/Landesbank-Zertifikate ihr Geld in den Sand setzen) diese Erkenntnis erst, wenn das Kind schon tief in den Brunnen gefallen ist.

Daraus ergibt sich für mich klar für Neueinsteiger

  • Man fängt nicht mit einzelnen Aktien und Anleihen an.
  • Finger weg von Rohstoffen, Zertifikaten und sonstigen Derivaten.
  • Für den Start keine reinen Aktien- oder Rentenfonds, sondern solide Mischfonds.

Diese Auffassung meinerseits mag etwas radikal sein, aber sie beruht auf einer gewissen Erfahrung... die ich im übrigen auch bestätigt sehe, wenn ich als Berater für Banken tätig bin und dort gewisse Vertriebsauffassungen, die nicht unbedingt ein Anlegerinteresse priorisieren, als Richtlinien vorgegeben sehe.

Antwort
von MadRampage,

Stichwort Fondssparplan, gibt es auch bei der ING-Diba sowie bei allen allenderen bekannten Direktbanken (Cortal, ComDirekt usw). Bei Direktbanken gibt es OFT einen Rabatt in Höhe von 50%, teilweise auch 100% auf den Ausgabeaufschlag sowie die Depotführung kostenlos. Man kann es also schaffen, kostenlos Fonds zu kaufen und zu lagern (nur die internen Fondskosten, die Verwaltungskosten, fallen immer an und werden direkt aus dem Fondsvermögen genommen). Einfach auf den webseiten der Banken nach deren sparplanfähigen Fonds schauen.

Mögliche Infomationsquellen für Fonds:

  • Finanztest bewertet Fonds und listet die besten jeden Monat auf
  • webseite onVisa.de
  • webseite finanzen.net

Mögliche Bewertung

  • Tendenziell ist eine gute Performance in der Vergangenheit gut, würde kein Fonds kaufen der die letzten Monate und Jahre nur Minus gemacht haben
  • Tendenziell ist eine gute Bewertung eines Fonds auch vorteilhaft (wobei zu beachten ist, was bewertet wurde: denn bewertet werden kann immer nur die Vergangenheit)
  • aber keiner der Punkte bringt eine Garantie! Man muss den Markt und seine Fonds im Auge behalten.
Antwort
von Niklaus,

Kapital anlegen setzt Wissen voraus. Ranking- und Ratinglisten aus Finanztest & Co sowie Ratschläge von so genannten guten Freunden ist kein Weg dieses Wissen zu erlangen. Was der Fondserwerb nach Rankinglisten und Eigeninformation gebracht hat, kann man an den Verlusten sehen, die Anleger von 2000-2003 gemacht haben. Da wurden Internet- und Telekommunikationsfonds ohne Ende gekauft. Das Ergebnis kennt jeder. Mit 80 % Minus wurden Unsummen von Kapital verbrannt.

Deshalb braucht es eine seriöse Beratung und ein gutes auf die persönlichen Vorstellungen des Anlegers optimiertes Portfolio. Dies kann in der Regel nur ein Fachmann leisten und der kostet Geld

Der Ausgabeaufschlag ist für die Beratung. Ohne Ausgabeaufschlag keine Beratung.

Was nutzt die Einsparung des Ausgabeaufschlages wenn man jahrelang in die falschen Fonds investiert?

Dann ist Geiz nicht g.e.i.l, sondern dumm.

Es gibt 10961 Fonds in Deutschland zu erwerben.

  • Geldmarkt-, Renten-, Aktien-, Absolut-Return-, Total-Return- Misch-, Multi-Asset-, Dach- oder Immobilienfonds
  • Branchenfonds, Länderfonds
  • Fonds mit unterschiedlichen Risikoklassen
  • Fonds unterschiedlicher geografische Region
  • Fonds mit unterschiedlicher Aktiengröße Small-, Mid.- Largecap-Fonds
  • Fonds mit unterschiedlichen Anlagestilen (Value, Growth, Blend, Momentum)
  • Vermögensverwaltende Fonds

Das sind nur einige der wichtigsten Entscheidungskriterien für einen Fondskauf.

Kommentar von gammoncrack ,
Der Ausgabeaufschlag ist für die Beratung. Ohne Ausgabeaufschlag keine Beratung. 

Ist das wirklich richtig?

Der Ausgabeaufschlag tritt doch doch bei jedem Kauf ein, oder? Hat man sich allerdings beraten lassen und für einen bestimmten Fond entschieden, ist dann doch eigentlich keine Beratung mehr erforderlich. Aber vielleicht verstehe ich das auch falsch.

Ansonsten ist der Kommentar absolut nachvollziehbar.

Kommentar von gandalf94305 ,

Man kann über einen Honorarberater sich beraten lassen und dann bei einer Fondsbank beispielsweise auf fast das ganze deutsche Fondsuniversum ohne Ausgabeaufschlag zugreifen. Man kann - wenn man hinreichend firm ist - das auch ohne Berater tun.

Bei Direktbanken sehe ich persönlich nicht ein, warum hier i.a. nur 50% Ausgabeaufschlagsrabatte gewährt werden, denn Beratung gibt es dort ja keine. Das ist der Grund, warum ich bei ING-Diba nur noch meine ETFs und Derivate halte, während die Fonds verlagert wurden.

Kommentar von detlef32 ,

Wenn jemand einen Sparvertrag abschliesst dann will er doch eine Beratung für seinen gesamten Sparbetrag der nächsten Jahre. Also steht dem Berater doch ein Honorar für die Gesamtsparleistung zu.

Darüber hinaus ist Beratung keine Einmalleistung (jedenfalls so wie ich das mache). Egal ob der Kunde nun regelmäßig spart oder eine Einmalsumme anlegt werde ich ihn in regelmäßigen Abständen kontakten und die Empfehlung überprüfen. Es kann sich am Markt, an der Einschätzung gegenüber der Branche usw. oder auch an den Vorgaben des Kunden etwas geändert haben. Beim Kunden wären da z.B. eine geänderte Risikoneigung, andere Sparhorizonte und Prioritäten zu nennen.

Und nicht jede Beratung führt nun wiederum zu einem neuen Abschluss und einem neuen Beratungshonorar für den Berater.

Ein kleines Beispiel: Wenn Du 10 Jahre lang monatlich 200 Euro in Fonds anlegst dann beträgt der Ausgabeaufschlag ca. 1.000 bis 1.200 Euro. Und wenn dann der Berater mit Dir ein initiales Gespräch plus alle 2 Jahre jeweils ein Ein-Stundengespräch führt dann hat er Dich (neben seiner Vorbereitung und laufenden Weiterbildung) mindestens persönlich 10 Stunden beraten. Ich denke da ist der Ausgabeaufschlag angemessen.

Kommentar von Candlejack ,

@gammon: Der Ausgabeaufschlag ist für die Beratung während der gesamten Anlage. Das sind also auch Nachfragen zu Performance, Steuer, Depotoptimierungen, Freistellung... Genauso wenig wie die Fondsberatung nach dem Kauf aufhört, hört auch die Vorsorgeberatung nach dem Kauf auf.

Kommentar von gandalf94305 ,

Der Ausgabeaufschlag ist für die Beratung.

Dann dürfte die ING-Diba aber keine Ausgabeaufschläge einstreichen. Die Depots finanziert sie ja über die Bestandprovision und die Transaktionsgebühren.

Kommentar von detlef32 ,

Ing-Diba hat meist rabattierte Ausgabeaufschläge. Und natürlich keine persönliche Beratung wie sie z.B. Niklaus anbietet. Aber selbstverständlich bietet sie durch Vergleichsmöglichkeiten und Informationen über die Fonds eine Basisberatung an und hat einen Aufwand nicht nur bei der Verwaltung der Fonds im Depot sondern auch beim Abschluß/Kauf des Fonds.

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