Frage von CaglarK, 129

Mwst bezüglich Versandkosten und sonstigen Nebenleistungen?

Hallo liebes Forum,

folgendes Problem:

Ich verkaufe gewerblich teure Neuware über die Plattform eBay.

Jetzt ist es so, dass ich folgende Leistungen erbringe:

Ware + Versand + Zusatzversicherung über das Unternehmen DHL.

Gekennzeichnet wird in meinen Angeboten, dass ich auf den Versand keine Kosten vom Kunden erhebe ( kostenloser Versand ).

Jetzt habe ich mehrere Pakete verschickt, auf der Quittung von DHL steht:

Gesamtumsatz: ( Brutto ) 4,50€ Nettoumsatz: 4,50 befreit nach $4 UStG

Wie gebe ich jetzt die Nebenleistungen ( Versand + Zusatzversicherung ) in meinen Rechnungen an? Nebenleistung folgt Hauptleistung, also muss auf diese ebenfalls 19% erhoben werden. Habe ich das jetzt richtig verstanden, dass ich die Vorsteuer nicht abziehen kann, aber dennoch 19% zahlen muss? Gebe ich die Nebenleistung in Netto in der Rechnung an?

Antwort
von wfwbinder, 80

Ich verstehe Dein Problem nicht. Du berechnest doch die Versand- und Versicherungskosten nicht extra aufgeführt an den Kunden.

Wenn ich es richtig verste, würde ich bei Dir für 1.190,- Eure etwas kaufen udn es würde für diesen Betrag zu mir geliefert. auch wenn Du sowohl für den Versand, wie für die Transportvers. was zahlen musst.

Damit  ist die Sache doch klar. es ist in den 1.190,- enthalten.

keine berechnung von Umsatzsteuer auf diese Posten. die Kosten sind bei Dir einfach Kosten, so wie Telefon, oder Internet.

Gut in der Kostenrechnung wären es dann Sondereinzelkosten des Auftrags.

Kommentar von CaglarK ,

Kurzes Rechenbeispiel damit ich das alles richtig verstanden habe:

Für den Kunden: Artikel: 1119,99€ inkl. Mwst

Für mich: Versandkosten: 8,99€ umsatzsteuerfrei

Für mich: Zusatzversicherung bei der DHL: 4,50€ umsatzsteuerfrei

Auf die Rechnung schreibe ich jetzt (Versand + Versicherung ist im Preis inkl. da ich kostenlosen Versand anbiete)

Gesamtsumme: 941,17€ zzgl. 19% MwSt 178,82€ = 1119,99€

Wie ich das jetzt von anderen Seiten richtig verstanden habe, kommt allerdings auf die Versandkosten und auch der Versicherung 19% oben drauf, d.h. ich führe zusätzlich zu den 178,82€ noch 1,44€ + 0,72€ ans Finanzamt ab. Ist das richtig so?

Kommentar von wfwbinder ,

Nein, Du hast auf Deinen Umsatz von 941,17 Euro die 19 % ja berechnet und wirst sie abführen. Ende.

was von Dir aus dort für Kosten enthalten sind, ist egal.

Du kommst immer dadurch durcheinander, weil Du aus Deinen Versandkosten, oder aus der Versicherung keinen Vorsteuerabzug hast. das ist aber völlig egal.  Aus Deiner Betriebshaftpflicht hast Du auch keinen Vorsteuerabzug.

Entscheidend ist für Deine Umsatzsteuer nur, was zahlt der Kunde. daraus die Steuer. fertig.

Kommentar von CaglarK ,

Was ist dann hiermit gemeint?

http://www.it-recht-kanzlei.de/umsatzsteuer-versandkosten-mehrwertsteuer.html

Oder ist hier das Stichwort *erhobenen*?

Kommentar von wfwbinder ,

Richtig, dieser Artikel bezeiht sich darauf, dass eben im Gegensatz zu 1.000,- Euro Ware + 190,- Euro Steuer, Gesamtrechnung 1.190,- Verp. Versand, Vers. enth. wie bei Dir, die Rechnung lautet:

1.000,- Euro Ware, + 10,- Euro Verp. Versand = 1.010,- dann eben 191,90 Steuer = 1.201,90 Rechnungsbetrag.

Antwort
von EnnoWarMal, 77

Wie gibst du denn deine anteilige Berufshaftpflichtversicherung, die anteiligen Lohnkosten für deine Mitarbeiter oder den anteiligen IHK-Beitrag an, die auf diese Lieferung entfallen? Die sind ja auch alle ohne Umsatzsteuer.

Wenn du die Frage nicht verstehst: Worin siehst du den Unterschied zwischen den verschiedenen Kostenpositionen "Versicherung", "Löhne", "IHK" und "Transport der Ware", "Versicherung der Ware"?

Und wenn es immer noch nicht klar ist: Wer ist hier Versicherungsnehmer und wer ist Versicherer? Wer hat wen beauftragt, die Ware zu transportieren?

Und welche Nebenleistung? Hat der Kunde nicht einfach nur die Lieferung einer Ware bestellt? Oder hat er bei dir bestellt, dass du die Ware zu ihm transportierst und hat er bei dir bestellt, dass du die Ware versicherst?

Ich glaube kaum, dass du auch noch ein Postunternehmen und ein Versicherungsunternehmen betreibst, um solche Dienstleistungen anbieten zu können. Denn nur dann könnten Sie Nebenleistung sein.

Alles was der Kunde bestellt hat, ist die Ware.  Und das ist auch alles, was er bezahlt. Egal was du auf die Rechnung schreibst.

Kommentar von CaglarK ,

Ok das hat mir jetzt leider nichts gebracht.

Gebe ich Fracht/Porto + Versicherung jetzt nicht in der Rechnung mit an?

Kommentar von blackleather ,

EnnoWarMal will dir sagen:

Gib sie in Gottes Namen an; aber weshalb sollten diese Positionen umsatzsteuerfrei sein? Dass sie es als Leistung der Post (an dich) sind, heißt doch nicht, dass sie es auch als Leistung von dir (an deinen Kunden) sind. Jedenfalls kommt deine Leistung in der Befreiungsparagräfin Nr. 4 im UStG nicht vor; die der Post hingegen schon (§ 4 Nr. 11b UStG).

Also schreib sie zusätzlich zum Kaufpreis mit drauf (dann wird dein Kunde meckern, weil du ihm kostenlosen Versand versprochen hast) oder verstecke sie in deinem Gesamtpreis - auf jeden Fall ist der gesamte Nettorechnungsbetrag umsatzsteuerpflichtig.

Kommentar von CaglarK ,

Naja am Kaufpreis ändert es nichts, da ich sie im Gesamtpreis natürlich schon drinne habe. 

Was ändert es denn für mich, ob ich die kosten gesondert aufzähle oder im Gesamtpreis verstecke? Die Mehrwertsteuer erhöhen sich dadurch nicht, also könnte ich es doch auch sein lassen?

Kommentar von EnnoWarMal ,

dass sie [Postleistungen] es auch als Leistung von dir (an deinen Kunden) sind

Nochmal:

Der Fragesteller erbringt an den Käufer der Ware keine Postleistungen. Er liefert nur, d.h. er verschafft dem Verkäufer die Verfügungsmacht und das tut er entsprechend dem Vertrag, nämlich CIP.

Deshalb kann die Befreiungsvorschrift des § 4 hier nicht Raum greifen.

Ich weiß nicht, was daran so schwer ist, zwischen der eigenen Leistung, die man erbringt und den eingekauften Leistungen von anderen zu unterscheiden. Man muss sich doch lediglich die Verträge angucken.

Wenn der Bäcker sein Brötchen über die Theke reicht und seine 10 Cent entgegennimmt, ist das der Preis für das Brötchen. Fertig. Dass er für das Geld auch zur Mühle fahren muss und dass dieser Kraftstoff mit 19% besteuert wird, ist doch der Leistung "Lieferung eines Brötchens" völlig wuppe. Ob er es nun auf seinen Bon aufdruckt oder nicht - es sind und bleiben seine Kosten.

Kommentar von CaglarK ,

Kurzes Rechenbeispiel damit ich das alles richtig verstanden habe:

Für den Kunden: Artikel: 1119,99€ inkl. Mwst

Für mich: Versandkosten: 8,99€ umsatzsteuerfrei

Für mich: Zusatzversicherung bei der DHL: 4,50€ umsatzsteuerfrei

Auf die Rechnung schreibe ich jetzt (Versand + Versicherung ist im Preis inkl. da ich kostenlosen Versand anbiete)

Gesamtsumme: 941,17€ zzgl. 19% MwSt 178,82€ = 1119,99€

Wie ich das jetzt von anderen Seiten richtig verstanden habe, kommt allerdings auf die Versandkosten und auch der Versicherung 19% oben drauf, d.h. ich führe zusätzlich zu den 178,82€ noch 1,44€ + 0,72€ ans Finanzamt ab. Ist das richtig so?

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