Frage von evaes, 44

Mutter (Sozialhilfeempfängerin) Pflegeheim Kostenbeteiligung

Hallo, liebe Leute! Wenn meine Mutter (Sozialhilfeempfängerin) ins Pflegeheim muss bzw. zuhause betreut wird, wie hoch wird meine Kostenbeteiligung sein? Ich habe ein Sparkonto und bekomme Gehalt, sonst nichts, bin einzige Tochter, Vater verstorben.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von imager761, 44

wie hoch wird meine Kostenbeteiligung sein?

Je nach Gehalt plus anderen Einkünften und abzugsfähigen Aufwendungen: http://www.elternunterhalt.org/elternunterhalt-rechner.php

G imager761

Antwort
von wfwbinder, 36

Dein Vermögen ist nicht relevant.

Dein Einkommen schon. Da werden noch verschiedene Beträge abgezogen, wie z. B. Aufwendungen für die Berufstätigkeit, 5 % vom Brutto für Alterversorgung usw.

Vom Rest sind für eine Einzelperson 1.600,- Selbstbehalt.

Kommentar von EnnoBecker ,
Vom Rest sind für eine Einzelperson 1.600,- Selbstbehalt

So wird man genötigt, ein Pilzgericht zu servieren.

Da würde ich bis zum Tag X nur noch eine Woche im Monat arbeiten.

Kommentar von Zitterbacke ,
ein Pilzgericht

Egerlinge mit Punkten .

Legale Sterbehilfe ?? Klasse.

Kommentar von EnnoBecker ,

Also für mich ist das duchaus ein Problem.

Nach über 30 Jahren, in denen ich für meine Kinder schuften gegangen bin, werden nun die Eltern alt und ich kann weiter nicht für mich arbeiten. 20 weiter Jahre vielleicht.

Die Sippenhaftung betrachte ich daher sehr argwöhnisch.

Ohne meine Eltern schnell im Grab sehen zu wollen: Die Belastung ist doppelt, denn neben den Mammon tritt auch das Wissen, dass die Eltern dieses Leben im Pflegeheim auch nicht wollten.

Von der Lebensphase her stehe ich im Moment gerade in der kurzen Situation, wo die Kinder "raus" sind und die Eltern noch nicht "drin". Mit meinen Eltern und mit meinen Kindern bin ich zum Glück in einer Linie. Meine Eltern haben eine Patientenverfügung gemacht und ich werde noch dieses Jahr auch eine machen. Für den Fall, dass ich es nicht aus eigener Kraft mehr an den Schlaftablettenschrank schaffen (für Fensterstürze bin ich zu feige).

Zum einen aus aktuellem Anlass bei den Eltern meiner Partnerin, zum andern aus bitterer Erfahrung in der eigenen Familie.

Und ich kann bei all der Sterberei auch noch mehr lachen als bei der Vorstellung, wie ein stöhnender Eiweißklumpen dahinzusiechen.

Alles hat seine Zeit, das Leben, das Werden, das Vergehen, die Erinnung und auch das Ende. Da ist nichts, was einen in Panik bringen muss. Trauer gehört dann natürlich dazu, und das muss auch so.

Wer gestern (Montag, 5. Mai 2014) die Wallraff-Reportage gesehen hat und auch durchgehalten hat, wird das verstehen.

Kommentar von blnsteglitz ,

durchgehalten hat

ich habe heulend das TV-Gerät nach knapp einer Stunde ausgeschaltet...........

Kommentar von EnnoBecker ,

Ich nicht. Mir stand aber der Mund offen bis zuletzt und mir ist das Taschenmesser in der Tasche aufgeklappt.

Gleichzeitig habe ich überlegt, woran das liegt und was man machen kann. In der nachfolgenden Sendung mit der Schrowange, die ja anscheinend überhaupt nicht altern will, sind einige meiner Ideen angesprochen worden. Es wurde auch gezeigt, dass es anders geht.

Kachelmann hat es übrigens auch gesehen und in seinen Tweets sehr gut verarbeitet.

Es ist aber nicht allein das Gehalt der Pfleger, es ist vor allem die Ablauforganisation. Der Grund für die Missstände ist einzig, dass der monierte Betreiber eines Pflegeheims monetär denkt anstatt human - es geht nur um den Profit. Und zwar um den schnellen.

Hier ist meines Erachtens der Staat gefragt: Wer die notwendige soziale Kompetenz nicht hat, dürfte ein Pflegeheim nicht betreiben dürfen.

Antwort
von blnsteglitz, 35

wfwbinder ht das Wesentliche schon genannt - allerdings ist dein Vermögen durchaus relevant wenn es denn wirklich Vermögen ist. Eine angemessene angesparte Altersvorsorge ist unantastbar. Also keine Panik und bitte auch nicht - vom wem auch immer - verunsichern lassen.

Du kannst dich hier grob orientieren...

http://www.finanztip.de/elternunterhalt/

Kommentar von evaes ,

Lieber binsteglitz! Was ist eine angemessene angesparte Altersvorsorge? 20.000, 50.000, mehr? Anscheinend trifft der zuständige Beamte des Sozialamtes die Entscheidung, also willkürlish?! Was in deinen Augen kein Vermögen ist, ist es in seinen evtl. doch. Wie kann man die Schongrenze ausrechnen?

Kommentar von imager761 ,

Was ist eine angemessene angesparte Altersvorsorge?

Sofern der abzugsfähige Betrag bei der Berechnung der Elternuntahltspflicht gefragt ist:

Die Rechtsprechung gesteht bei der Berechnung von Elternunterhalt dem nicht-selbstständigen Unterhaltspflichtigen (und seinem Ehegatten) zu, jeweils 5% seines jährlichen Bruttoeinkommens für die zusätzliche Altersvorsorge aufzuwenden.

Selbstständige dürfen bis zu 25% Ihres Bruttoeinkommens für die Altersvorsorge aufwenden.

Nicht-Selbstständige, deren Bruttoeinkommen höher als die Beitragsbemessungsgrenze zur Rentenversicherung ist, dürfen von dem darüber hinausgehenden Einkommen weitere 20% für die zusätzliche Altersvorsorge ausgeben.

HTH

G imager761

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