Frage von blumenkohl, 39

Muß man Heimarbeit dem Vermieter gegenüber eigentlich anzeigen?

Wenn man Heimarbeit betreibt- wäre es dann nötig, dem Vermieter hierzu Info zu geben? Es ist zwar kein Job mit Kundenbesuche, aber der Briefkasten müsste dementsprechend markiert werden. Grundsätzlich wird die Wohnung aber zu 95 Prozent privat genutzt.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Primus, 39

Privatwohnungen dürfen teilweise beruflich genutzt werden, wenn die Räume dadurch nicht nennenswert beeinträchtigt und die Nachbarn nicht gestört werden.

Ohne Zustimmung des Vermieters ist eine Nutzung der Wohnung zu beruflichen Zwecken aber auf Ausnahmefälle beschränkt. Das hat der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe entschieden.

Grundsätzlich müsse der Vermieter dies nicht dulden - schon gar nicht, wenn Mitarbeiter in der Wohnung beschäftigt werden sollen.

Antwort
von imager761, 24

Muß man Heimarbeit dem Vermieter gegenüber eigentlich anzeigen?

Wenn du so fragst, fragst du lieber den Vermieter. Denn auch die lediglich 5%ige gewerbliche Nutzung wäre nur mit Zustimmung des Vermieters zulässig, da die gemieteten Räume nur als Wohnung überlassen wurden :-O

Da würde ich unbedingt Rücksprache nehmen wollen, bevor ich den Briefkasten kennzeichne: Geltendes Ordnungsrecht, Zweckentfremdungsverordnungen,... kennst du bestimmt nicht.

Gegen heimisches Telemarketing, Verdsandhandel oder Kleinteilemontage hätte er sicher wenig einzuwenden, sofen nachts keine Nadeldrucker rattern oder Faxgeräte piepsen oder andere Störungen oder Belästigungen damit einhergehen, die ihn als Mieterbeschwerden erreichen :-).

Und gegen störende Kuriere, die sich bei einem florierenden Geschäft die Klinke in die Hand geben, kann man nun mit angemietetem Postfach oder Packstation Abhilfe zusichern.

G imager761

Antwort
von silberkopf, 24

Der Vermieter kann es nicht verbieten, es sei denn, Mitbewohner würden dadurch gestört oder die Wohnung würde dadurch beschädigt, schau hierzu auch VIII ZR 165 08, BGH Urteil

Antwort
von Gaenseliesel, 21

Hallo, schon im Interesse eines (bleibend ?) guten Mietverhältnisses, sollte eine Genehmigung zur Ausübung der Heimarbeit vom Vermieter eingeholt werden.

Eine Heimarbeit ohne störende, belästigende Geräuschpegel bzw. übermäßige Kundenbesuche dürfen Vermieter nicht verwehren.

Meist kommt es erst zu Unstimmigkeiten, wenn sich der Vermieter übergangen fühlt. Warum sich Diskussionen und Ärger einhandeln, wenn es auch komplikationslos geht.

Gruß ! K.

Kommentar von Privatier59 ,

Eine Heimarbeit ohne störende, belästigende Geräuschpegel bzw. übermäßige Kundenbesuche dürfen Vermieter nicht verwehren.

Zählt das Befüllen von Feuerwerkskörpern in Heimarbeit auch dazu?

Kommentar von Gaenseliesel ,

Witzbold !!!!!!! ;-)) K.

Antwort
von Privatier59, 21

Grundsätzlich wird die Wohnung aber zu 95 Prozent privat genutzt.

Diev Wohnung ist aber doch wohl zu 100% als Wohnung vermietet und ich rate Dir, besser eine Verständigung mit dem Vermieter zu suchen. Das könnte im Extremfall Anlaß zur außerordentlichen Kündigung sein.

Antwort
von EnnoBecker, 6

Naja, wenn du Tierpräparator oder Pathologe bist oder so, dann würde ich da schon ein wenig Bedenken haben. Proktologe ginge vielleicht.

Was meinst du mit dem Briefkasten?

Welchen Umfang hat diese Tätigkeit? Es gibt viele, die sich von zu Hause aus mal ins Büro aufschalten oder Schreibkram machen oder gar ein Arbeitszimmer haben. Oder handgehäkelte Türklinkenschoner für den nächsten Wohltätigkeitsbasar stricken. Dagegen kann kein Vermieter etwas haben.

Aber wenn die Heimarbeit gewerblich wird, kann es Einschränkungen geben.

Kommentar von Gaenseliesel ,

Was meinst du mit dem Briefkasten?

ich würde sagen, entsprechend gekennzeichnet soll die private Korrespondenz, sowie die der Heimarbeit betreffend, eingeworfen werden ! ;-))) Richtig erkannt ? .... lach

Spätestens dann würde der Vermieter stutzig werden und es könnte unnötigen Ärger geben ! K.

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