Frage von gummibaum77, 110

Muss man Grunderwerbssteuer für den Wert des Hauses zahlen?

Muss man wenn man schon für einen Grundstückskauf Grunderwerbssteuer gezahlt hat noch Grunderwerbssteuer für den Wert des Hauses zahlen, wenn man kurz danach baut?

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von MadRampage, 109

Das Problem heisst „einheitlicher Vertrag“

Der Bundesfinanzhof hat die Zulässigkeit der Besteuerung von Boden und Haus mehrfach bestätigt. Grundlage dieser Praxis ist der Begriff „einheitliches Vertragswerk“. Einfachstes Beispiel: Eine Familie kauft Grundstück und Haus vom Bauträger, es wird nur ein Vertrag aufgesetzt. Dann fällt beides unter die Grunderwerbssteuer.

Aber auch wenn zwei separate Kaufverträge abgeschlossen werden, entbindet dies den Bauherren nicht von der Pflicht, die Steuer auf beide Teile zu entrichten. Das Finanzamt bzw. die Gerichte unterstellen in diesem Fall, dass der Bauherr in seiner Entscheidung, wie er das Grundstück bebauen möchte, nicht frei ist. Die Beweislast obliegt zwar dem Finanzamt, aber im Laufe der Zeit haben sich die Ämter darauf spezialisiert, diese Beweislast anhand von Indizien zu erbringen.

Darunter fallen folgende Punkte:

  • Zeitliche Nähe der Vertragsabschlüsse
  • Personelle Verflechtungen zwischen dem Grundstücksverkäufer und dem Hausbauer
  • Weisungsgebundenheit des Architekten
  • Grundstück und Haus sind Teil einer Reihenhausbebauung, die von einem Bauträger errichtet wird

Wenn man kurz nach dem Kauf baut dann schaut das Finanzamt genau hin. Hast Du komplett eigenständige Verträge bei unabhängiogen Personen/Firmen selbst abgeschlossen, hast Du nichts zu befürchten, und musst nur auf das Grundstück die Grunderwerbssteuer zahlen

Kommentar von MadRampage ,

siehe: "BFH: Grunderwerbsteuer auf Hausbau nach Grundstückskauf bleibt": http://www.wohnen-im-eigentum.de/content/bfh-grunderwerbsteuer-auf-hausbau-nach-...

Antwort
von GeoffHarper, 79

Doppelt muss man nicht zahlen wenn der Kauf des Grundstücks unabhängig vom Kauf des Hauses ist und man sollte Einspruch einlegen, wenn man hierzu einen Bescheid bekommt. Dazu gibt es ein Urteil vom niedersächsischen Finanzgericht (Az. 7K 192/09 und 7K 193/09)

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