Frage von Musterapo1966, 37

Muss man eine erhöhte Abgeltungssteuer zahlen, wenn man vor dem Zeitpunkt Aktien gekauft hat?

Bin grad über folgenden Artikel des Handelsblatts gestolpert:

http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/ende-der-25-prozent-abgeltungsst...

Nehmen wir mal an, ab dem 1.1.2017 wird eine höhere Abgeltungssteuer eingeführt. Betrifft diese erhöhte Abgeltungssteuer auch Aktien, die ich vor dem 1.1.2017 gekauft habe? Oder fällt dann nur die alte Abgeltungssteuer (25%) an??

Antwort
von Kevin1905, 37

Nehmen wir mal an, ab dem 1.1.2017 wird eine höhere Abgeltungssteuer eingeführt. Betrifft diese erhöhte Abgeltungssteuer auch Aktien, die ich vor dem 1.1.2017 gekauft habe? Oder fällt dann nur die alte Abgeltungssteuer (25%) an??

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Bis 2017 sind noch viele Kabinetts- und Bundestagssitzungen - und eine Bundestagswahl - in denen über Steuern gefachsimpelt wird. Drum interessieren mich die "Hätte-Hätte-Fahrradkette-Szenarien" des Jahres 2017 recht wenig und du solltest es ähnlich sehen.

Antwort
von wfwbinder, 23

Ich bezweifele, das diese Regierung eine Steuer zum 01. 01. 2017 erhöhen wird, wenn man bedenkt, dass 2017 im Herbst ein neuer Bundestag gewählt wird.

Die SPD evtl. noch, weil damit ja Kapitalanleger (Kapitalisten) getroffen werden  (bei gleichzeitiger Erhöhung des Sparerfreibetrags, um das eigene Klientel nicht zu treffen).

Die CDU wird das aber nicht mitmachen.

Wenn es aber mal dazu kommt, wird es vermutlich eine Übergangsregelung geben.

Antwort
von gandalf94305, 29

Effektive Stücke gibt  es heute praktisch nicht mehr und daher hat der Gesetzgeber keine Regelungen getroffen, falls Du Aktien geraucht, getrunken oder gekaut hast.

Die Konstruktion der Abgeltungssteuer ist derzeit ein Tarif der Einkommensteuer, d.h. in dieser Form wird in jedem Veranlagungsjahr die jeweils gültige Besteuerung angewandt. Sollte also eine Erhöhung der Abgeltungssteuer von 25% auf z.B. 27% erfolgen oder jemand auf die Idee kommen, den gewöhnlichen Einkommensteuersatz anzuwenden, wäre dies in Deinem Beispiel für alle Verkäufe in den Veranlagungsjahren ab 2017 relevant.

Allerdings weiß niemand, wie denn wirklich eine solche Steuergesetzgebung auch mildere Übergangsregelungen, die Berücksichtigung von Altbeständen, die besondere Behandlung von Sparplänen für die Altersvorsorge etc. mit sich bringen wird.

Es gibt derzeit ja auch noch Versicherungsprivilegien, die bei einer deutlichen Erhöhung der Besteuerung von Kapitalerträgen vor allem vermögende Anleger in alternative Mantelstrukturen investieren lassen werden, da die Besteuerung dort deutlich besser ist. Mit anderen Worten: diejenigen, von denen man sich einen hohen Steueranteil erhofft (z.B. bei Abgeltungssteuer oder Finanztransaktionssteuer) finden sehr einfache Wege, das Problem zu umgehen. Es bleiben harmlose Privatanleger, deren Kapitalerträge unter Doppel- und Dreifachbesteuerung leiden werden.

Antwort
von LittleArrow, 15

wird eine höhere Abgeltungssteuer eingeführt.

In dem Artikel wird gar nicht von einer höheren Abgeltungsteuer gesprochen, sondern von einem Ende der Abgeltungsteuer von 25 % und von einer höheren Steuer auf Kapitalerträge. Dies ist mehrdeutig und kann beide Optionen beinhalten: höherer Abgeltungsteuersatz als auch Entfall der Abgeltungsteuer und stattdessen persönlicher (Grenz)Steuersatz.

Im Zuge der "Vereinfachung" wird es dann vielleicht eher auf die zweite Option hinauslaufen. Einzelheiten sind ohnehin noch zu klären.


Antwort
von blackleather, 17

Die Höhe der Steuer auf einen Gewinn hängt von dem Zeitpunkt ab, in dem der Gewinn realisiert wird.

Wenn ich heute einen Veräußerungsgewinn erziele, dann unterliegt der heute geltenden Steuersätzen (bei Kapitaleinkünften [§ 20 Abs. 2 EStG] also 25 %).

Wenn zu einem späteren Zeitpunkt andere Steuersätze gelten sollten und ich den Gewinn erst dann realisiere, unterliegt er dem dann geltenden Steuersatz.

Ist doch irgendwie logisch, oder? Schließlich zahle ich ja auf meine heutigen Einkünfte aus Gewerbebetrieb auch nicht die Steuersätze, die vor dem Krieg galten.

Antwort
von billy, 13

Das kann heute niemand genau beantworten. Wesentlich wird die Besteuerung von Kapitalerträgen von der Ausgestaltung der Steuergesetzgebung abhängen. Ob nach 2017 höhere oder niedrigere Steuern anfallen, ob es eventuell Stichtagsregelungen geben wird, alles ist möglich. Zudem muss auch eingeräumt werden, dass andere Einkommensarten höher besteuert werden. Weshalb also sollten Kapitalanleger auf Dauer begünstigt werden? 

Kommentar von pokerface49 ,

Genau die richtige Antwort. Durchaus auf einem Niveau von Privatier59. Respekt!

Antwort
von Privatier59, 11

Woher sollen wir denn wissen wie eine Gesetzesänderung aussehen soll die nur als vage Idee besteht? Das wissen doch noch nicht einmal die dafür zuständigen Stellen.

Kommentar von LittleArrow ,

Genau so ist das mit den ungelegten Eiern.

Antwort
von Primus, 11

Aktien gekaut hat

Eigentlich egal was man kaut. Es können natürlich auch Aktien sein.

Wer`s mag ;-)))

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