Frage von kronprinz,

Muss man das Amt eines Testamentsvollstreckers annehmen - was wenn ich es nicht tue?

Mein Onkel hat mich gebeten, im Falle seine Todes als Testamentsvollstrecker zu handeln, da meine Cousine und mein Cousin (seine Kinder) sich überhaupt nicht grün sind. Moralisch fühle ich mich zwar verpflichtet, aber eigentlich sehe ich es problematisch. Was passiert, wenn ich ablehne - geht das überhaupt?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von imager761,

Testamentsvollstreckungen sind wie Patenschaften - eine Ehre gefragt zu werden, aber kein Verpflichtung, dies tatsächlich zu übernehmen.

Nur wäre dieses Amt gut bezahlt - je nach Nachlasshöhe und Dauer der Vollstreckung (Minderjährigkeit der Erben) mit 4 % - 1% des Nachlasswertes :-)

Wenn dich das nicht lockt, du erwartbare Auseinandersetzungen eher scheust, die Nachlassichtung zu umfangreich oder kompliziert erscheint oder du dir den Sachverstand nicht zutraust, sagst du das deinem Onkel und er beauftragt einen Anwalt oder Steuerberater damit.

G imager761

Antwort
von francovamos,

Hallo Kronprinz, nach deiner Beschreibung zu urteilen, erfreut sich dein Onkel noch guter Gesundheit. Prinzipiell kann jeder eine andere Person - ungeachtet seiner Ausbildung - zum Testaments-vollstrecker beauftragen. Dieses Amt kann ohne jegliche Verpflichtung oder Konsequenzen abgelehnt werden.

Ein Testamentsvollstrecker kann für seine Tätigkeit bezahlt werden. Die Vergütungsregelung kann unterschiedlich erfolgen, bspw. durch Festsetzung durch das Nachlassgericht (je nach vermuteten Aufwand und fachlicher Kompetenz des Testamentsvollstreckers 1 % - 4 % des aktiven Nachlasswertes. Es kann auch ein Stundenhonorar oder eine schriftliche Kostenregelung mit dem "Erblasser" Anwendung finden; letztlich auch unentgeltlich möglich.

Familiäre Streitigkeiten können schnell entstehen. Sollte dein Onkel dich schriftlich zum Testamentsvollstrecker ernennen, können seine Kinder dies nur noch in ganz speziell begründeten Fällen vermeiden. Du musst selbst entscheiden, ob du dich darauf einlassen möchtest. Ansonsten gibt es Profis, wie Rechtsanwälte, Steuerberater, Notar, sogar Richter und eigens dafür ausgebildete Testamentsvollstrecker (bspw. ehem. Banker).

Antwort
von Franzl0503,

Kronprinz: Wie mehrfach ausgeführt, besteht keine Verpflichtung zur Übernahme des Amtes eines Testamentsvollstreckers Dein Onkel könnte einen anderen benennen, einen Dritten bevollmächtigen, den Vollstrecker zu bestimmen oder das Nachlassgericht bestimmen lassen (§ 2200 BGB).

Das Amt beginnt mit der Annahme; allerdings tritt die Verfügungsbeschränkung für den Erben schon mit dem Erbfall ein, weil andernfalls der Zweck einer Testamentsvollstreckungs-Anordnung leerlaufen würde.

Schenk deinem Onkel klaren Wein ein, damit er beizeiten anders verfügen kann.

Antwort
von Privatier59,

Seit Abschaffung der Todesstrafe sind die Konsequenzen der Ablehnung leider etwas milder geworden. Um es genau zu sagen: Es gibt für Dich keine, vgl. dazu § 2202 BGB:

http://dejure.org/gesetze/BGB/2202.html

Wie Du siehst, kannst Du das Amt jederzeit niederlegen. Aus Gründen der Fairness würde ich dem Onkel das fehlende Interesse aber auch mitteilen und ihm so die Chance eröffnen, sich selber eine geeignete Ersatzperson zu suchen.

Antwort
von billy,

Wäre eh besser das einer neutralen Person z. Bsp. einem Notar zu übertragen.

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