Frage von Nico1981, 417

Muss ich mit Steuernachzahlungen rechnen?

Guten Abend, meine Frau und ich haben am 04.06.2013 Nachwuchs bekommen. Meine Frau war die Zeit davor in einem Arbeitsverhältnis. Wir sind verheiratet und haben beide Lohnsteuerklasse 4. Das Elterngeld haben wir uns auf 2 Jahre splitten lassen und beträgt monatlich 520 Euro. Ich verdiene ca. 37000 Euro Brutto im Jahr.

Ich dachte immer durch den Verbleib in der Lohnsteuerklasse 4, würde die Steuernachzahlung für uns etwas glimpflicher ausfallen.Je mehr Beiträge ich hier im Forum jedoch lese, um so mehr macht sich die Befürchtung einer hohen Nachzahlung bei mir breit.

Sind meine Befürchtungen berechtigt?

Bitte um dringende Hilfe.

Vielen Dank im Voraus

Antwort
von MaierC, 417

Nein, nur keine Panik. Bei Lohnsteuerklasse IV/IV und bei einem Einkommen von der Frau nur für 3-4 Monate im KJ 2013 kommt mit Sicherheit keine Nachzahlung raus. Vorausgesetzt es existieren sonst keine weiteren Einkünfte, die noch nicht versteuert sind. Außer natürlich das Erziehungsgeld für 5 Monate X 520,- fürs KJ 2013 und das Mutterschaftsgeld vom Arbeitgeber und von der Krankenkasse nicht zu vergessen. Aber hier handelt es sich um Lohnersatzleistungen und die unterliegen dem Progressionsvorbehalt. Die Lohnsteuerklasse IV kann man mit der I (Alleinstehende) gleichsetzen, also ist genügend Lohnsteuer abgezogen worden.

Kommentar von Nico1981 ,

Vielen Dank!

Kommentar von Nico1981 ,

Bringt es mir was, ab Januar 2014 in die SK 3 zu wecheln?

Kommentar von MaierC ,

Ja, warum nicht! Die Frau hat keine Einkünfte mehr, außer das Erziehungsgeld 12x520,-= 6.240.-, das dem Progressionsvorbehalt unterliegt. Dürfte eine geringe Nachzahlung sich errechnen, vorausgesetzt es sind keine weiteren Einkünfte zu versteuern. Unterjährig stehen Ihnen bei Steuerklasse III gegenüber IV ca. 3.100,- jährlich mehr an Gehalt zur Verfügung, die zwar vom Finanzamt als Erstattung abzüglich der Steuer für das Erziehungsgeld zurückgezahlt wird, aber erst im KJ 2015. Kommt darauf an, wie man persönlich auf eine NZ im nachhinein bzw. eine schöne Erstattung im ganzen im darauf folgenden Jahr eingestellt ist. Jeder hat da eine andere Einstellung dazu.

Antwort
von nixwissen13, 322

ich vermute nein, wobei ich deine Lohnzettel und deine letztendlich abzugebende Einkommensteuererklärung nicht kenne.

Wenn ihr euch gemeinsam veranlagen lasst, dann sehe ich keine Nachzahlung.

Wie könntest du das rausfinden? Nimm deine Lohnzettel (und auch die deiner Frau, was sie bisher verdient und an Steuern bezahlt hat) und rechne deine abgezogene Lohnsteuer hoch auf's Jahr. Dann rechne hier:

http://www.finanzamt.bayern.de/Informationen/Steuerinfos/Steuerberechnung/Progre...

Damit kannst du das Gewicht des Progressionsvorbehalts ermitteln. Und dann vergleiche die Werte, die du hast.

Die Lohnsteuer ist nur eine Vorauszahlung auf die anfallende Einkommensteuer. Du könntest noch mit dem Einkommensteuerrechner des Finanzministeriums die Steuerlast ermitteln.

Bei der Steuererklärung kommen noch weitere Erträge hinzu, die ich nicht kenne. Damit ist letztendlich eine Aussage nicht möglich.

Ich würde überlegen, in die Steuerklasse III zu wechseln.

Kommentar von Nico1981 ,

Danke für die Antwort. Aber wieso sollte ich in SK III wechseln? Dann muss ich ja wieder Steuern zurückzahlen.

Kommentar von MadRampage ,

ICH habe noch NIE Steuern erhalten und kenne auch niemanden (in Persona) der Steuern bekommt. Daher muss man NIE Steuern zurückzahlen. Wenn zu wenig Lohnsteuer einbehalten wurde wird eine Steuernachzahlung fällig.

Ausführlich: nach der Steuererklärung setzt das Finanzamt (FA) die Steuer fest, und zwar unabhängig von der Lohnsteuerklasse:

  • ist die festgesetzte (=zu zahlende Steuer) höher als die abgeführte Lohnsteuer, dann gibt es (aus Sicht des Steuerzahlers) eine Steuernachzahlung: Das FA fordert die Differenz ein

  • ist die festgesetzte (=zu zahlende Steuer) niedriger als die abgeführte Lohnsteuer, dann gibt es (aus Sicht des Steuerzahlers) eine Steuerrückerstattung: Das FA erstattet die Differenz auf Dein Konto

Kommentar von nixwissen13 ,

Dann muss ich ja wieder Steuern zurückzahlen.

Steuern zurückzahlen? D.h.: du bekommst Steuern bezahlt? Ich habe noch nie Steuern bekommen.

Damit schlage ich dir vor, dass du die 5 oder die 6 beantragst. Oder du verlangst, den Spitzensteuersatz abgezogen zu bekommen. Damit wäre das Hurra gross, wenn dann eine grosse Rückerstattung kommt.

Seltsamerweise gibt es viele Menschen, die lieber eine Erstattung bekommen und während des Jahres zu viele Steuern vorauszahlen. Das verstehe ich nicht, aber ich muss es ja auch nicht verstehen.

Mir ist es allemal lieber, wenig unter dem Jahr an Steuern zu zahlen. Das Geld lege ich an und mit der Steuererklärung zahle ich dann meine Steuern nach.

So klar ist das bei euch nicht, dass du eine Nachzahlung haben wirst, wenn du alleine arbeiten gehst und deine Frau Elterngeld bekommt. Rechne mal!

Antwort
von MadRampage, 243

Hallo,

  1. Das Elterngeld ist zwar steuerfrei aber steht unter Progressionsvorbehalt, das heißt es erhöht dann doch die zu zahlende (=festgesetzte) Steuer
  2. In Steuerklasse 4 wird soviel Lohnsteuer einbehalten wie bei einem Singel, also meist etwas zuviel für gemeinsam veranlagte, dies wirkt einer Steuernachzahlung entgegen

2013: Hier kommt es auf den Verdienst Deiner Frau an. Da diese nur wenige Monate gearbeitet hat wird erstmal (aufs Jahr gerechnet) zuviel Lohnsteuer einbehalten, denn der Arbeitgeber berechnet die Lohnsteuer so als ob man das ganze Jahr den selben (Monats)Lohn bekäme. Ich schätze dass dieser Effekt die Progression von 7x520€ ausgleicht und es zu keiner nennenswerten Steuernachzahlung kommt.

2014: wenn Deine Frau "nur" Elterngeld+Kindergeld bezieht liegt Sie unter Ihrem Grundfreibetrag von gut 8000€ im Jahr. Wenn Du weiterhin in St.Kl4. bleibst kann es hier zu keiner Steuernachzahlung kommen sondern zu einer Steuerrückerstattung

Kommentar von Nico1981 ,

Vielen Dank!

Kommentar von Nico1981 ,

Bringt es mir was Januar 2014 in SK 3 zu wechseln?

Kommentar von MadRampage ,

Bringt es mir was Januar 2014 in SK 3 zu wechseln?

  • Wenn die Trennung 2013 erfolgt, dann MUSS jeder zum 01.01.2014 in die SK1
  • Wenn die Trennung 2013 nicht erfolgt und zusammen lebt dann dürft Ihr entscheiden:
    • SK IV / IV = normaler Lohnsteuerabzug (oft zuviel und daher meist eine Steuerrückerstattung im Folgejahr nach Steuererklärung)
    • SK III / V = niedriger Lohnsteuerabzug für III, also mehr netto monatlich, dafür ist mit Steuernachzahlung zu rechnen (je nach Einkommen)
    • SK IV / IV plus Faktor = Verteilung nach geschätzem Jahresbrutto, jeder zahlt (etwas) weniger als bei IV / IV und ist meiner Meinung nach die fairste und beste Verteilung, die nur zu geringen Steuernachzahlung oder geringen Steuerrückerstattungen führt.

Also JA für den Arbeitenden Partner ist SK III in so fern von Vorteil, dass (zu) wenig Lohnsteuer einbehalten wird und sein Netto steigt. Insbesondere wenn der andere Partner nur sehr wenigt bekommt (wie hier steuerfreies Elterngeld) ist die zu erwartende Steuernachzahlung eher gering. Aber dafür müsst Ihr zusammenbleiben und zusammenleben!!!

Kommentar von MadRampage ,

Sorry, dass mit der Trennung kommt von einer anderen Frage/Fragesteller. Der rest der Punkte stimmt aber:

  • Wenn Du in StKl. IV bleibst zahlst Du bzw. Ihr zu viel Lohnsteuer und bekommt nächstes Jahr einiges raus

  • Wenn Du in StKl. III gehst zahlst Du bzw. Ihr weniger Lohnsteuer, habt also mehr netto monatlich raus, und müsst mit einer geringen Steuernachzahlung im nächsten Jahr rechnen.

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