Frage von Holadihiti, 333

Muss ich meine erhaltenen Unterhaltsleistungen vom getrennt lebenden Ehemann angeben?

Ich bin mittlerweile geschieden und habe seit 2010 Unterhaltsleistungen von meinem dauernd getrennt lebenden Ehemann erhalten. Seit Dezember 2009 sind wir dauernd getrennt lebend. Die Scheidung erfolgte im Jahr 2011. Wir haben uns geeinigt, dass ich die Unterhaltszahlungen angebe und er sie dementsprechend absetzen kann. Bisher habe ich jedoch noch keine Anlage U unterschrieben. Womöglich hat mein Ex-Ehegatte gar keine Steuererklärung abgegeben. Das Finanzamt hat mich bisher noch nicht aufgefordert, eine Erklärung abzugeben. Ich würde jetzt doch gerne meine Steuererklärung machen für die Jahre 2010 - 2012 um z.B. die Scheidungskosten anzusetzen. Muss ich die Unterhaltsleistungen angeben? Kann der Bescheid noch geändert werden, falls sich mein Ex-Ehegatte noch entscheidet seine Steuer zu machen? Ich wäre ja bereit, die Anlage U zu unterschreiben.

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Antwort
von EnnoBecker, 328

Solange du sie nicht unterschrieben hast, sind die Unterhaltszahlungen rein privater Natur und gehören nicht in die Steuererklärung.

Kommentar von Holadihiti ,

Kann man die Anlage U auch noch nach Abgabe der Steuererklärung unterschreiben? Oder ist dann alles erledigt, und mein Ex-Ehemann kann nichts mehr absetzen?

Kommentar von EnnoBecker ,

Müsste bis zur Bestandskraft des Einkommensteuerbescheides gehen.

Kommentar von Holadihiti ,

Habe ich dazu gerade unter http://www.jurathek.de/ gefunden:

Der Antrag ist nicht fristgebunden. Er kann selbst nach Bestandskraft des eigenen Steuerbescheides und nach Bestandskraft des Steuerbescheides des Unterhaltsempfänger noch gestellt werden.

Kommentar von EnnoBecker ,

Habe ich dazu gerade unter http://www.jurathek.de/ gefunden:

Ich hab im Postillon gefunden, dass die Kirchen jetzt für unerhörte Gebete haften.

Aber du hast trotz Drittquelle recht:

Ein Einkommensteuerbescheid ist nach § 175 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 AO zu ändern, wenn nach Eintritt der Bestandskraft sowohl die Zustimmung erteilt als auch der Antrag nach § 10 Abs. 1 Nr. 1 Satz 1 EStG gestellt werden (>BFH vom 12.7.1989 – BStBl 1989 II S. 957). H 10.2 EStH "Allgemeines"

Im Klartext: Es handelt sich hierbei um ein rückwirkendes Ereignis, d.h. eine Änderung kann (und muss) vorgenommen werden, wenn die Festsetzungsverjährung noch nicht eingetreten ist.

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