Frage von Monsterkruemel, 298

Muss ich hierfür ein Gewerbe anmelden und wenn ja was für eins?

Also ich häkele und stricke gerne, unter anderem Amigurumis (kleine Häkeltiere/Puppen). Ich hab mittlererweile von einigen Leuten Aufträge bekommen und alle sagen, ich soll die übers Internet verkaufen. Würde ich auch wirklich gerne machen, ich mein es macht mir Spaß und ich kann ja nicht alles bei mir zuhause stapeln.

Ich bin 22 und momentan arbeitslos, werde finanziell von meiner Großmutter unterstützt (nix vom Staat/Amt).

Ich würde halt gerne erstmal nur über dawanda verkaufen und soweit ich weiß, muss ich dafür ja ein Gewerbe anmelden. Reicht da ein Kleingewerbe oder fällt das sogar unter Liebhaberei? Ich denke nicht, dass ich das dicke Geld damit machen werde, ich möchte es halt einfach nur legal haben, damit ich keinen Ärger mitm Finanzamt bekomme.

Was genau muss ich nun tun? Und wie siehts mit Steuererklärung aus? Muss ich Umsatzsteuer zahlen bzw Merwertsteuer ausweisen? Muss ich generell generell Rechnungen schreiben? Ich hab schon auf einigen Seiten gelesen, aber irgendwie bin ich total verwirrt und weiss nicht recht wo ich anfangen soll.

Danke fürs Lesen und Tipps von Leuten, die sich auskennen! (Vermutungen helfen mir leider nicht weiter)

Antwort vom Steuerberater online erhalten
Anzeige

Schnelle und günstige Hilfe für Ihre Steuerfrage. Kompetent, von geprüften Steuerberatern.

Experten fragen

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von wfwbinder, 280
  1. Gewerbeanmeldung ist richtig, wenn Du über Internet verkaufst. Damit wird der Eindruck verhindert, Du möchtest irgendetwas verdecken.

  2. Kleingewerbe gibt es nicht. Nur das Kreuz in der Gewerbeanmeldung "das Gewerbe wird vorerst als Nebenerwerb betrieben."

  3. Du bist mit einiger Sicherheit eine Kleinunternehmerin. Das heißt weil Dein jeweiliger Vorjahresumsatz (Einnahmen) weniger als 17.500,- Euro war, wird Umsatzsteuer nicht erhoben. Du darfst auch keine in Rechnungen udn Quittungen ausweisen. hast auch keinen Vorsteuerabzug. Sollte einer eine Quittung erbitten kommt die Notiz drauf "keine Umsatzsteuer gem. § 19 UStG"

  4. Quittungen von Deinen Einkäufen sammeln. Alles Betriebsausgaben, Wolle, Nadeln usw.

  5. Wenn Du keine anderen Einkünfte hast, kannst Du mit Deinem Hobby ca. 9.000,- Euro Gewinn machen (nicht Einnahmen), ohne Steuern zahlen zu müssen.

  6. NAch Ablauf des Jahres eine einfache Aufstellung der Einnahmen und Ausgaben machen. Nennt sich Einnahmen-Ausgaben-Überschussrechnung.

Kommentar von Monsterkruemel ,

Vielen Dank erstmal für deine ausführliche Antwort, jetzt ist mir einiges klarer!

Eine Frage zu 5. : Ich denke mal die 9000 Euro beziehen sich auf ein Jahr? Wie wäre es denn, wenn ich wieder einen Job hätte (also andere Einkünfte)?

Kommentar von wfwbinder ,

Dann kämen die Einkünfte dazu. das würde dann natürlich zu einer Nachzahlung führen.

Also angenommen ein Job mit 1.500,- Brutto im Monat, somit 18.000,- im Jahr.

Da geht es mit dem Lohnsteuerabzug auf.

Wenn dann aus den Häkelarbeiten 6.000,- dazu kämen, würden 1,650,- nachzahlung fällig. aber wie gesagt bei 6.000,- gewinn, also nach Abzug der Kosten für Wolle, Nadeln, Verkauf usw.

Expertenantwort
von gandalf94305, Community-Experte für Steuern, 249

Eine wesentliche Frage gibt es hier noch zum Thema Freiberuf oder nicht Freiberuf.

Amigurimi kenne ich als japanische Häkelkunst. Steht also die künstelerische Gestaltung der Objekte im Vordergrund, solltest Du das als freiberufliche Tätigkeit sehen.

Geht es um die Auftragsfertigung bestimmter Objekte nach Anleitungen, dann wäre das wohl eher ein Gewerbe.

§18 EStG definiert die Voraussetzungen: http://www.gesetze-im-internet.de/estg/__18.html

Beachte auch das Thema der Krankenversicherung. Bist Du jetzt ggf. familienversichert, kann durch eigene Einkünfte eine eigene Krankenversicherungspflicht entstehen.

Kommentar von Monsterkruemel ,

Also es geht schon um die japanische Häkelkunst, allerdings wenn dann nur nach eigenen Anleitungen, da andere Leute, die Anleitungen schreiben meißt was gegen die gewerbliche Nutzung haben...

Antwort
von vulkanismus, 213

Das wieder einmal Richtige und Bedeutende hat Dir schon EnnoBecker geraten. Hinzufügen darf ich, dass Du über Deine Ein-u. Verkäufe eine einfache Buchführung machen solltest. Zudem mein Rat: Lies doch mal die Bewertungen über DaWanda. Mir erscheinen sie nicht besonders positiv. eBay erscheint mir der einfachere und günstigere Weg des Vertreibs zu sein.

Antwort
von EnnoBecker, 189

Also wie hier schon angesprochen wurde, gibt es hier Uneinigkeit, ob das, was du machst, nun gewerblich ist oder Kunst.

Das kann dir aber weitgehend egal sein. Geh von Kunst aus und melde vorerst kein Gewerbe an.

Zur Umsatzsteuer gibt es hier einen klasse Rat www.finanzfrage.net/tipp/Kleinunternehmer

Die Einkommensteuer kannst du noch verschieben.

Antwort
von billy, 149

Nein musst Du nicht.

Kommentar von Monsterkruemel ,

Und dieser Kommentar gründet sich worauf? Alle anderen sagen ich muss, also führe bitte weiter aus, warum du der Meinung bist, dass ich das nicht muss!

Kommentar von vulkanismus ,

Sein Kommentar gründet sich auf Halbwissen. Rein rechtlich musst Du ein Gewerbe anmelden, da Du ja eines betreiben willst. Aber: Was würde passieren, wenn Du es nicht tust ? Nichts ! Abgesehen von einer ordentlichen Nachzahlung bei der Einkommensteuer, wenn Du grossen Erfolg hast.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community