Frage von reiki65, 19

Muss ich für meinem Vater in der Pflege aufkommen , wenn er ein Vermögen von über 100000 Euro hatte

Mein Vater ist Alkoholiker. Vor sechs Jahren kaufte ich das Haus meiner Eltern, damit meine Mutter den unzumutbaren Zustand dieser Ehe durch Scheidung beenden konnte. Sie war am Boden zerstört und gesundheitlich schon stark angegriffen. Mein Vater behielt sich das Wohnrecht vor.Beide erhielten zu gleichen teilen 65000 Euro von mir. Mein Vater erhielt zusätzlich noch aus Lebensversicherungen 40000 Euro,von den er meiner Mutter nichts abgab. Meine Mutter legte das Geld für ihre spätere Pflege an mein Vater verprasste das ganze Geld innerhalb von 4 Jahren in Thailland.Nun da er sich seinen Verstand versoffen hatte und die Thalländer nichts mehr von ihm holen konnten. Musste mein Bruder ihn aus Thailland holen, da er völlig verwahrlost war. vor zwei Jahren erhielt er noch weitere 8000 Euro von mir , da er ja in Thailland leben wollte und auf sein Wohnrecht verzichtete. Zu diesem Zeitpunkt waren die 100000 Euro schon nicht mehr vorhanden.Jetzt lebt er bei meinen Bruder der jetzt am verzweifeln ist mit ihn..es sieht danach aus das er in nächster Zeit in ein Pflegeheim muss. Meine Frage, müssen wir nun als Kinder für ihn die pflegeheimkosten übernehmen, wenn er doch die möglichkeit gehabt hatte selbst für sich vorzusorgen? Jetzt hat er nur noch eine Rente von 700 Euro.

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Antwort
von Hanseat, 16

Hallo, eventuelle Pflegekosten Deines Vaters trägt zuerst die Pflegepflichtversicherung, dann Dein Vater selbst (= Rente), und wenn das nicht reicht, dann guckt das Sozialamt nach "anderen Quellen". Zu diesen zählen grundsätzlich und in begrenztem Umfanh auch die Kinder. Ob überhaupt und wenn ja, in welchem Umfang, hängt aber von den Umständen des Einzelfalles ab und kann hier nicht ansatzweise beantwortet werden. Rat - siehe Niklaus (Fachmann / -anwalt) !

VG,

Antwort
von wfwbinder, 14

Wenn DEin Vater sein Vermögen durchgebracht hat, so ist das erstmal sein Problem.

Es kann aber Dein Problem werden, weil Eltern Anspruch auf Unterhalt von den Kindern haben.

Dein Bruder gewährt den wohl zur Zeit durch Naturalunterhalt (weil der Vater bei ihm lebt).

Es kann sein, dass man auf Euch zu kommt, wenn er ins Heim geht.

Eventuell habt Ihr eine Chance mit der Argumentation, dass es eine unzumutbare Härte wäre.

Ausserdem ist für den Hauskauf die Frage der Leistung und Gegenleistung zu klären. Ihr habt 130.000,- in Geld gezahlt udn das Wohnrecht. Was war denn das Haus Wert udn wie alt war Dein Vater, als ihm das Wohnrecht eingeräumt wurde?

Antwort
von imager761, 9
Meine Frage, müssen wir nun als Kinder für ihn die pflegeheimkosten übernehmen, wenn er doch die möglichkeit gehabt hatte selbst für sich vorzusorgen?

Ja, wenn seine eigenen Einkünfte und Leistungen der Pflegeversicherung die Pflegekosten nicht decken und bei ihm kein Vermögen mehr vorhanden ist, müsst ihr das, sofern ihr unterhaltsfähig seit.

G imager761

Antwort
von Niklaus, 9

Schlimme Sache. die Frage ist eigentlich nicht zu beantworten, vor allem rechtssicher. Sachlich zu verstehen ist dein Standpunkt ich weiß nur nicht ob die Behörden das auch so sehen. du solltest mal einen Anwalt für Sozialrecht befragen. Da gibt es Spezialisten, die dir weiterhelfen können.

Kommentar von imager761 ,

Auch die "Spezialisten" kommen an der grds. Elternunterhaltsverpflichtung der unterhaltsfähigen Kinder nicht vorbei, sofern die Verpflichteten keine unbillige Härte geltend machen können: Sexueller Mißbrach, Kindesunterhaltverwehrung, (häusliche) Gewalt, Vernachlässigung, Mobbing, Demütigung, ...

Vermagst du diese Härtegründe - abseits eines wohlverstandenen eigenen Kosteninteresses eines Anwalts - dem Grunde nach zu erkennen, weil jemand der Fallschilderung nach durch Alkoholkonsum und ausschweifendes Leben in Thailand sein Vermögen durchbrachte, statt für die eigene Pflegebedürftiglkeit oder Altersvorsorge anzulegen?

G imager761

Kommentar von Niklaus ,

Deswegen habe ich ja auch gesagt: ob die Behörden das auch so sehen. Über andere Härtegründe wissen wir nichts. Vielleicht gibt es sie ja.

Antwort
von Johannes55, 8

Du solltest mal einen Anwalt für Sozialrecht befragen. Da gibt es Spezialisten, die dir weiterhelfen können. Oder Du findest was auf den Portalen zu dem Thema. Eines das ich kenne heißt http://www.Pflegehilfe.org

Antwort
von EnnoBecker, 8

Als wenn du nicht schon genug Sorgen hättest, muss ich leider eine Frage stellen, die eine Sorge mehr erzeugt:

Haben deine Eltern deine Schenkung (bzw. dein Vater die beiden Schenlungen) denn versteuert? Der Freibetrag für Schenkungen an die Eltern beträgt in Deutschland ja nur 20.000 Euro.

Das Gute für dich: Du bist nicht für die Steuermoral deiner Eltern verantwortlich.

Kommentar von EnnoBecker ,

Ich ziehe meine Frage zurück. Die jeweils 65.000 waren keine Schenkung. Ich hab das mit dem Hauskauf übersehen.

Also zumindest schenkungsteuerlich ist alles im grünen Bereich.

Kommentar von Gaenseliesel ,

was wäre eigentlich, hätten die Kinder den versoffenen, nunmehr mittellosen Erzeuger in Thailand gelassen ?

Unabhängig davon ob man sich den Flug finanziell leisten kann oder unter diesen Umständen überhaupt will.

K.

Ich hätte ihn in seiner Wahlheimat gelassen !

Kommentar von EnnoBecker ,

War mein Gedanke auch - aber ich war nicht so mutig wie du.

Kommentar von Gaenseliesel ,

mutig ;-) ?

man könnte eine eher familiär mitfühlende Überlegung vorschieben...... lach !

" Alte Bäume sollte man nicht verpflanzen" ! K.

Antwort
von Primus, 7

Das solche Fälle individuell entschieden werden, hat man Dir schon geschrieben.

Lies Dir mal folgenden Artikel der Aktuellen Stunde des WDR durch:

http://wdrblog.de/aks/archives/2014/01/kinder_haften_f.html

Kommentar von imager761 ,

Vielmehr besteht dem Grundsatz nach einen Unterhaltspflicht, die nur im Einzelfall zu verneinen wäre. IMHO ist es hier aber eben keine unzumutbare Härte für die unterhaltsverpflichteten Kinder, wenn der Bedürftige über sein Vermögen frei verfügte statt eine Pflgekostenvorsorge zu treffen.

Kommentar von Primus ,

Hallo Imager, schön dass Du wieder da bist ;-))

Auch wenn es Deine unmaßgebliche/bescheidene Meinung ( IMHO ) ist, musst Du nicht unbedingt Recht haben, denn es gibt z.B. einen Fall, in dem die Tochter sich durchsetzen konnte.

2004 bekam eine erwachsene Tochter beim BGH recht.. Sie musste keinen Unterhalt für ihre Mutter zahlen, weil diese sie als Einjährige in die Obhut der Großeltern gegeben und danach kaum noch Kontakt zu ihr hatte. Die Mutter habe sich einer "schweren Verfehlung" schuldig gemacht, urteilte der BGH damals.

Was sich außer den geschilderten Problemen in der Familie des Fragestellers abspielte, liegt außerhalb unserer Kenntnis und von daher muss reiki65 entscheiden, ob er sich gegen die Unterhaltspflicht wehren kann oder nicht.

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