Frage von Pumuckl12345678, 13

Muß ich für die Ausgaben an meine Kapellmeister-Assistenten eine Künstlersozialabgabe leisten?

Hallo,

ich bin selbstständiger Kapellmeister und in der Künstlersozialkasse versichert.

Für meine Aufträgen beauftrage ich ab und zu Kapellmeister-Assistenten auf freiberuflicher Basis, die mich auf meinen Reisen begleiten und mir Arbeit abnehmen. Ich bekomme also von den Assistenten eine Rechnung.

Muß ich für die Ausgaben an meine Assistenten eine Künstlersozialabgabe leisten?

Danke

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von wfwbinder, 13

Sehen wir einfach ins Gesetz:

§ 24 KSVG

(2)

Zur Künstlersozialabgabe sind ferner Unternehmer verpflichtet, die nicht nur gelegentlich Aufträge an selbständige Künstler

oder Publizisten

erteilen, um deren Werke oder Leistungen für Zwecke ihres Unternehmens zu nutzen, wenn im Zusammenhang mit dieser Nutzung Einnahmen erzielt werden sollen.

Werden in einem Kalenderjahr nicht mehr als drei Veranstaltungen durchgeführt, in denen künstlerische oder publizistische Werke oder Leistungen aufgeführt oder dargeboten werden, liegt eine nur gelegentliche Erteilung von Aufträgen im Sinne des Satzes 1 vor. Satz 1 gilt nicht für Musikvereine, soweit für sie Chorleiter oder Dirigenten regelmäßig tätig sind.

(3)

Aufträge werden nur gelegentlich an selbständige Künstler oder Publizisten im Sinne von Absatz 1 Satz 2 oder Absatz 2 Satz 1 erteilt, wenn die Summe der Entgelte nach § 25 aus den in einem Kalenderjahr nach Absatz 1 Satz 2 oder Absatz 2 Satz 1 erteilten Aufträgen 450 Euro nicht übersteigt.

Absatz 2 Satz 2 bleibt unberührt.

Nach Deinem Sachverhalt dürften 450,- Euro im Jahr überschritten werden, es sind somit Beiträge abzuführen.

Du bist selbst verpflichtet es zu melden.

Kommentar von Pumuckl12345678 ,

Hallo, dankeschön.

Ist das Sache des Steuerbüros? Hat doch mit Steuern irgendwie nichts zu tun? Oder?

Wenn das versäumt wurde, was dann?

Aber irgendwie ist das ja doppelt gemoppelt? Die Assistenten schreiben ihre Rechnungen an den Kapellmeister. Für diesen Betrag zahlt der Kapellmeister die Künstlersozialabgabe.

Der Kapellmeister schreibt seine Rechnung incl. der Kosten für die Fremdleistungen an den Auftraggeber. Der Auftraggeber zahlt auf den gesamten Betrag die Künstlersozialabgabe. Also kassiert die Künstlersozialkasse ja teilweise doppelt.

Wie wird das eigentlich nachgeprüft? Wenn die Arbeitgeber von der Rentenversicherung geprüft werden, wird die Künstlersozialabgabe ja neuerdings immer mitgeprüft. Wie werden denn Selbständige ohne Angestellte geprüft?

Danke

Kommentar von wfwbinder ,

Die Künstlersozialkasse prüft alle, bzw. merkt es ja ggf. durch die Erklärungen der Mitglieder.

Das es hier und da zu einer mittelbaren Doppelbelastung führen kann, ist vermutlich Absicht. Die Verwerter zahlen ja auch zum Teil pauschale Beiträge.

Das hängt ja auch damit zusammen, dass die KSK aus den direkten Beiträgen nicht alle Kosten decken kann.

Antwort
von vulkanismus, 2

Ja, weil die Herren nicht freiberuflich arbeiten - es sind Deine Angestellten. Denk auch an die Lohnsteuer !

Kommentar von Pumuckl12345678 ,

Vielen Dank für die Antwort. Aber die Herren arbeiten freiberuflich, sie sind nicht meine Angestellten.

Kommentar von vulkanismus ,

Dassagst Du, weil Du ihnen keinen Arbeitsvertrag geben willst.

Aber was sagt der Zoll dazu (scheinselbständig).

Kommentar von Pumuckl12345678 ,

Deine Antwort passt nicht zu meiner Frage:

Ja, weil die Herren nicht freiberuflich arbeiten.......

(ich rede von der Künstlersozialabgabe, nicht von normalen Sozialversicherungsbeiträgen).

Um eine Scheinselbständigkeit handelt es sich übrigens nicht.

.

Kommentar von wfwbinder ,

Lieber Vulkanismus, bei Künstlern ist das anders. Selbst bei absolut zweifelsfrei selbständig tätigen Künstlern, sind die Auftraggeber verpflichtet Beiträge an die Künstlersozialkasse abzuführen.

Kommentar von vulkanismus ,

Danke - man lernt nie aus.

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