Frage von Sterni011,

Muß ich die Anlage U unterschreiben, bzw. was kommt auf mich zu (Finanzamt)?

Hallo,

ich bin getrennt lebend und bald geschieden. Der Termin zur Ehescheidung war vorletzten Freitag. Ich habe eine Tochter, 5 Jahre alt, und arbeite nebenbei auf Abruf, wodurch ich monatlich genau 253,00 € verdiene. Durch einen Beschluß des Amtsgerichts wurde ein monatlicher ehelicher Unterhalt in Höhe von 650,00 € festgesetzt. Dazu bekomme ich um die 257,00 € Kindesunterhalt. Aufgrund der ausbleibenden Zahlungen, mußte nach fast einem Jahr eine Lohnpfänduhng einleiten, wodurch ich endlich regelmäßige Unterhaltszahlungen + Differenzbetrag vom geschuldeten Unterhalt bekommen habe. Jetzt soll ich laut meinem getrennt lebenden Ehemann eine Anlage U unterschreiben, mit den Worten: "Du brauchst es nicht zu versteuern, weil du unter der Grenze bist". Wir wird das alles errechnet? Bis wohin geht die (Frei-) Grenze, damit man es nicht versteuern muß? Bzw ist seine Ansage richtig?

Dazu kommt, dass er es so gerechnet hat, dass es insgesamt 7.800,00 € (650,00 € x 12 Monate) an gezahltem Ehegattenunterhalt sind. Ist dieses richtig? Ich bin der Meinung, dass man eine genaue Auflistung machen muß, welche Beträge wann eingegangen sind, oder kann man sich auf das Urteil des Amtsgerichts berufen?

Für eine schnelle Antwort wäre ich sehr dankbar.

Hilfreichste Antwort von Meandor,
2 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Falls Du die 253 Euro aus einem regulären, nicht pauschalversteuerten, Arbeitsverhältnis beziehst, fällt am Jahresende doch Einkommensteuer an, aber...

Deine Ehemann muss Unterhalt zahlen. Du hast eine Schadensminderungspflicht, das heißt Du musst die Sache versteuern, damit er sie absetzen kann.

UND Dein Ehemann hat eine Schadensminderungspflicht. Bei Dir wird Steuer anfallen und ohne die Versteuerung der Einnahmen würde keine Steuer anfallen, also muss er Deine Steuer übernehmen.

Dafür kann er die übernommene Steuer wieder bei der Steuer als Unterhaltszahlung ansetzen. Lustig, oder?

Wenn Du die Anlage U nicht unterschreibst, kann er darauf klagen. Wenn er Deine Steuer nicht zahlt, kannst Du darauf klagen.

Antwort von EnnoBecker,
4 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Eine gesetzlich geregelte Pflicht, wonach du die erhaltenen Unterhaltszahlungen versteuern musst, gibt es nicht.

Allerdings trifft dich wie überall eine Schadensminderungsprlicht. Die Weigerung der Unterschriftsleistung könnte (nicht: wird) dazu führen, dass deine Frau dich darauf verklagt.

Ohnehin hast du ja nichts zu verlieren, wenn du die Zahlungen nicht versteuerst.

Kommentar von EnnoBecker,

dass deine Frau dich darauf verklagt.

Sorry. Sehe gerade: Du bist der XX-Chromosomenträger. Also bitte ersetzen:

"dass dein Mann dich verklagt."

Antwort von alfalfa,
2 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Also, eine Verpflichtung zur Unterzeichnung der Anlage U hast Du nicht. Wenn Du diese jedoch unterschreibst, kann Dein Mann 7800 € Unterhaltszahlungen als Sonderausgaben geltend machen.

Im Gegenzug dazu erhöht dieser Betrag jedoch Dein zu versteuerndes Einkommen. Bei den Zahlen, wird es jedoch für Dich keine Nachteile haben, wenn Du die Anlage U unterzeichnest. Auch hast Du nichts davon, wenn Du sie nicht unterzeichnest.

Fazit: Für Dich hat es keine Auswirkung ob mit oder ohne Anlage U, für Deinen Mann sehr wohl. Ob Du ihm jetzt den Gefallen erweisen willst oder nicht, das ist jetzt Deine ganz persönliche Entscheidung.

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