Frage von Alex12,

Muss ich die Aktiengewinne meiner Eltern besteuern?

Ich bin Student und handle hobbymäßig (recht erfolgreich) mit Aktien und anderen Wertpapieren. Nun habe ich meinen Eltern angeboten, einen kleinen Teil ihres Vermögens zu verwalten. Da ich außer meinen Anlagegewinnen kein weiteres Einkommen habe, werden diese erst ab einem Freibetrag von 8004€ besteuert. Hierzu habe ich bei meiner kontoführenden Bank eine Nichtveranlagungsbescheinigung eingereicht.

Angenommen meine Eltern überweisen mir einen gewissen Betrag, den ich dann meinem eigenen Wertpapierdepot gutschreiben lasse. Nun "erwirtschafte" ich damit einen Gewinn von unter 8004€ (inkl. meines eigenen Gewinns) und folglich würden keine Steuern anfallen.

Ist dies rechtens oder würde es sich um Steuerbetrug handeln, da der Gewinn eigentlich meinen Eltern zusteht und sie diesen normalerweise besteuern müssten, wenn sie den Wertpapierhandel selbst tätigen würden.

Ich bedanke mich für hilfreiche Antworten.

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Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von blackleather,

Indem deine Eltern dir das Geld überweisen, haben sie ja nach deiner Beschreibung nicht die Absicht, dir das Geld endgültig zuzueignen. Vielmehr überlassen sie es dir nur zu treuen Händen, damit du es für sie vermehren sollst, bleiben jedoch immer noch Eigentümer und sind demzufolge auch die Eigentümer der damit erzielten Erträge.

Deshalb haben diese in deiner Steuererklärung absolut nichts zu suchen, sondern sind von deinen Eltern zu versteuern.

Wenn du dieses Treuhandverhältnis gegenüber deiner Bank nicht offenbarst, verhinderst du u. U. (z.B. durch die von dir erwähnte Nichtveranlagungsbescheinigung), dass rechtzeitig Kapitalertragsteuer einbehalten wird, denn die Nichtveranlagungsbescheinigung betrifft ja nur deine Kapitalerträge, aber nicht die deiner Eltern. Das ist dann tatsächlich strafbar, und zwar nicht als Steuerhinterziehung (die begehen ja deine Eltern), sondern als Beihilfe zur Steuerhinterziehung deiner Eltern.

da der Gewinn eigentlich meinen Eltern zusteht und sie diesen normalerweise besteuern müssten

Was heißt: "müssten"? Sie müssten nicht, sondern sie müssen, solange sie Eigentümer des Geldes sind!

Kommentar von Alex12 ,

Vielen Dank.

Antwort
von meyerhofer,

hier kann Gestaltungsmißbrauch vorliegen.

Lösung: deine Eltern schenken dir Geld (Grenze Schenkungssteuer beachten) Schenkung muss offiziell erfolgen und deine Elter dürfen auch keinen Zugriff mehr haben. Dann sind die Gewinne von dir zu versteuern bzw. fallen unter deine NVB. Keiner hindert dich aber, deinen Eltern ab und zu mal einen kleinen Barbetrag zukommen zu lassen

oder aber Eltern wollen auch gewinnen und geben dir Geld zum verwalten, dann müssten diese rein theoretisch den Gewinn angeben und versteuern.

aber insgesamt kann man sich ruck-zuck verstricken und irgendein kleiner Fehler schleicht sich ein...... deshalb ist Steuerehrlichkeit immer noch die beste Lösung und man läßt sich von einem Steuerberater die beste wasserdichte Lösung aufzeigen.

Antwort
von meyerhofer,

hier kann Gestaltungsmißbrauch vorliegen.

Lösung: deine Eltern schenken dir Geld (Grenze Schenkungssteuer beachten) Schenkung muss offiziell erfolgen und deine Elter dürfen auch keinen Zugriff mehr haben. Dann sind die Gewinne von dir zu versteuern bzw. fallen unter deine NVB. Keiner hindert dich aber, deinen Eltern ab und zu mal einen kleinen Barbetrag zukommen zu lassen

oder aber Eltern wollen auch gewinnen und geben dir Geld zum verwalten, dann müssten diese rein theoretisch den Gewinn angeben und versteuern.

aber insgesamt kann man sich ruck-zuck verstricken und irgendein kleiner Fehler schleicht sich ein...... deshalb ist Steuerehrlichkeit immer noch die beste Lösung und man läßt sich von einem Steuerberater die beste wasserdichte Lösung aufzeigen

Antwort
von Schiko,

Gehe davon aus, deine Eltern überweisen Geld und du glaubst auf Grund vorhandener Fähigkeiten dir gelingt mit der Anlage dieses Betrages erheblichen Gewinn anzuhäufen

Als Konto Bevollmächtigter bei den Eltern könntest du mit Anlagen den Eltern zwar Gewinne vermitteln, Nachteil aber dabei, es würden von der Bank von den überstei- genden Zinsen/Dividenden/Ausschüttungen über 1602- gleich welcher Art-Steuer an das Finanzamt abgeführt.. Eine NV-Bescheinigung erhalten die Eltern nicht, während bei dir nur Einkommen aus Zinsen anfallen schon.

Deshalb wurde auch dem Antrag auf NV-Bscheinigung stattgegeben. , schlauerweise vermute ich, hast du auch noch andere bescheidene Einkünfte angegeben. damit der Verdacht der Maßnahme etwas kaschiert wird.

Streng genommen kannst du also 8004 Zinsen plus 801 Freistellung kassieren ohne Steueranfall, die Bank hat ja die NV Bescheinigung.

Der Betrag kann ja auch als Schenkung gedacht sein und liegt sicher innerhalb der zulässigen Grenze innerhalb zehn Jahren.

Nur zur Klarstellung lauten Konten und Depot auf den Namen der Eltern, kann der Sohn damit nichts anfangen, steuerpflichtig werden diese Zinsen dir nicht zugeordnet.

Umgekehrt, gehört der Betrag( Schenkung) dem Sohn, haben sich die Eltern zunächst von der Steuer frei gekauft. Inzwischen ist es ja so, übertragen die Eltern aus dem eigenen Depot Werte an den Sohn, wird das Finanzamt hiervon unterrichtet und dies vorgemerkt, schon wegen der Schenkungssteuer. Auch wenn es riecht, es stinkt noch nicht.

Antwort
von Tritur,

Wenn Du "recht erfolgreich" mit Wertpapieren handelst, solltest Du Deinen Freibetrag schon für Dich selbst benötigen. Wozu also die Verrenkungen, dass Deine Eltern ihr Geld auf Dein Konto überweisen sollen? Das führt entweder zur rechtswidrigen Steuerverkürzung oder zu einer Menge Buchhaltungs- und Erklärungsaufwand dem Finanzamt gegenüber. Lass Dir lieber was vom Geld Deiner Eltern schenken. Der Freibetrag für die Schenkungssteuetr beträgt 400 TEUR.

Ansonsten versorge Deine Eltern lieber mit Deinen Anlagetips und freue Dich mit ihnen, wenn diese gut waren. Vielleicht springt dabei auch eine kleine Gewinnbeteiligung für Dich heraus.

Nochwas: Du schreibst nicht, wie lange Du mit Deinen Wertpapiergeschäften schon erfolgreich bist. Wenn das noch nicht lange so ist, solltest Du bezüglich Deiner Selbstsicherheit sehr zurückhaltend sein. Nichts ist peinlicher, als das Geld seiner Verwandten, Freunde und Bekannten zu minimieren.

Kommentar von Alex12 ,

Für mich misst sich Erfolg durch die prozentuale Rendite gemessen am eingesetzten Kapital. Bei einem Einsatz von 100k € ist es natürlich einfacher den Freibetrag zu übersteigen, als mit beispielsweise 20k €. Aber eigentlich ist der Zusatz "recht erfolgreich" völlig irrelevant für mein Anliegen.

Meine Eltern werden das Geld nun durch ein eigenes Wertpapierdepot anlegen,
das regulär besteuert wird.

Frage ist beantwortet, danke.

Kommentar von Candlejack ,

Man kann sich an der einen Stelle nicht verstehen und an der anderen Stelle einer Meinung sein :-) Guter Kommentar.

@Alex12: wenn der Zusatz irrelevant ist, wieso hast Du ihn dann geschrieben oder musste da ein Ego gestreichelt werden ? Wenn DU Geld anlegst, dann wird es auch bei DIR besteuert, egal wer Eigentümer ist. Im Beratungsprotokoll kann sogar der Hinweis, dass Du zugunsten Dritter anlegst, für Hindernisse sorgen ;-)

Antwort
von SBerater,

ich sehe mehrere Möglichkeiten:

  1. die Eltern schenken dir das Geld, dann ist die Besteuerung der Gewinne klar bei dir.
  2. die Eltern geben dir einen Kredit. Du zahlst Zinsen an sie und die Gewinne sind bei dir.
  3. das Geld bleibt auf den Konto der Eltern und du investierst über deren Depotkonto. Dann hast du mit der Besteuerung wenig zu tun.

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