Frage von jule6222, 38

muss ich Berufsverbot als Zimmermann dem Arbeitgeber mitteilen während Bezug von Krankengeld?

Mein Mann hat Epilepsie. Sie wurde zweifelsfrei im August festgestellt. Der Arzt erteilte ihm ein Berufsverbot als Zimmermann, da der Beruf zu gefährlich ist. Momentan bezieht er (seit Juli 2013) Krankengeld und ist noch in einem Holzbaubetrieb angestellt. Muss er dem Chef mitteilen, dass er ein Berufsverbot erteilt bekommen hat? Wenn er dem Chef Bescheid gibt, dann wird er bestimmt entlassen!!
Momentan bekommt er noch Krankengeld und hat einen Anspruch auf bezahlten Urlaub! Die Krankenkasse weiß auch nichts vom Berufsverbot. Muss er das melden?? Ich habe Angst, dass wir das Krankengeld zurückzahlen müssen, falls die Krankenkasse vom Berufsverbot erfährt!

Wir haben jetzt auch einen Schwerbehindertenausweis beantragt (laut Arzt min. 50%). Mal schauen, ob es klappt.

Er wollte auch eine Berufsunfähigkeitsrente bei der Dt. RV. beantragen (Jahrgang 1960) daraufhin gab uns die Dt. RV die Auskunft, dass er sich so lange wir möglich krank schreiben lassen soll. Er solle warten, bis die Krankenkasse ihn auffordert einen Rentenantrag zu stellen. Ist das so korrekt? Er bekommt ja mehr Krankengeld als teilweise Erwerbsminderungsrente!! Wie lange hält im Schnitt die Krankenkasse still? Falls er entlassen wird, muss er sich dann gleich arbeitslos melden? Er bekommt ja noch Krankengeld!

Anzeige
Antwort
von expermondo, 5

Hallo jule6222,

Schau mal bitte hier:
arbeitsrecht Krankengeld

Antwort
von williamsson, 38

Im Moment ist für den AG nicht relevant an was Ihr Mann erkrankt ist. Also keine Meldung! Bevor er Rente beantragt, so lange Krankengeld wie möglich. Vielleicht gibt es ja auch im Betrieb eine andere Beschäftigungsmöglichkeit. Auf jeden Fall sofort Antrag auf Schwerbehindertenausweis stellen. Keine Sorge wg. Rückforderung vom Krankengeld. Das steht ihm zu, schließlich ist er ja krank, bzw. Arbeitsunfähig. Sobald der Antrag auf Schwerbehindertenausweis gestellt ist, hat Ihr Mann den besonderen Kündigungsschutz für sb-Mitarbeiter. Jetzt erst mal gute Besserung, das ist das wichtigste im Moment.

Kommentar von jule6222 ,

Danke für die hilfreiche Antwort. Der Schwerbehindertenausweis ist beantragt und sonst ist er noch "bis auf Weiteres" krank geschrieben. Der Hausarzt hat gesagt, dass er ihn so lange wie möglich krank schreibt.

Der Urlaubsanspruch verfällt auch nicht? Das ist doch richtig, oder?

Er kann in seinem Beruf und beim jetzigen Arbeitgeber auf keinen Fall mehr arbeiten! Das wissen wir schon, denn es ist ein kleiner Betrieb und er darf weder auf ein Gerüst, noch auf Leitern steigen und auch keine Maschinen mehr bedienen. Die Gefahr einer Verletzung aufgund von unkontrollierbaren Anfällen (Grand Mal-Anfälle mit lang anhaltender Bewusstlosigkeit) ist zu groß. Andere Arbeitsplätze hat der Chef gar nicht zur Verfügung!

Antwort
von hubkon, 12

Hallo jule6222,

Sie schreiben:<

muss ich Berufsverbot als Zimmermann dem Arbeitgeber mitteilen während Bezug von Krankengeld?<

Antwort:

Der Arbeitgeber und die Krankenkasse erhalten vom Hausarzt ausgestellt die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung.

Der Arbeitgeber hat keinen Rechtsanspruch auf die Mitteilung der einzelnen Diagnosen!

Die Krannkenkasse wird davon früher oder später Kenntnis erlangen und bei längerem Krankengeldbezug Auflagen machen, einen Antrag auf Erwerbsminderungsrente bei der DRV einzureichen.

Mein Mann hat Epilepsie. Sie wurde zweifelsfrei im August festgestellt. Der Arzt erteilte ihm ein Berufsverbot als Zimmermann, da der Beruf zu gefährlich ist. Momentan bezieht er (seit Juli 2013) Krankengeld und ist noch in einem Holzbaubetrieb angestellt.<

Antwort:

Ihr Mann hat einen Anspruch auf Krankengeld von maximal 78 Wochen einschließlich bis zu 6 Wochen Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber innerhalb von 3 Jahren. Dann endet die Krankengeldzahlung und es bleibt dann nur noch das ebenfalls zeitlich befristete Arbeitslosengeld 1.

Muss er dem Chef mitteilen, dass er ein Berufsverbot erteilt bekommen hat? Wenn er dem Chef Bescheid gibt, dann wird er bestimmt entlassen!!<

Antwort:

Rein rechtlich gesehen wohl nicht!

Ganz so einfach kann Ihr Arbeitsgeber Ihren Mann wegen Arbeitsunfähigkeit nicht kündigen! Hier sollten Sie für den Fall, daß der Arbeitgeber kündigt, mit dem Kündigungsschreiben zur Agentur für Arbeit gehen und sich über das weitere Vorgehen beraten lassen!

Momentan bekommt er noch Krankengeld und hat einen Anspruch auf bezahlten Urlaub!<

Antwort:

Krankengeld maximal 78 Wochen, Urlaubsansprüche verfallen zwar nicht so ohne weiteres, aber unendlich gelten diese allerdings auch nicht!

Siehe hierzu z.B. unter folgendem Link:

http://www.vdk.de/deutschland/pages/themen/gesundheit/28564/urlaubsanspruch_trot...

Die Krankenkasse weiß auch nichts vom Berufsverbot. Muss er das melden?? Ich habe Angst, dass wir das Krankengeld zurückzahlen müssen, falls die Krankenkasse vom Berufsverbot erfährt!<

Antwort:

Ganz gleich, ob Berufsverbot oder nicht, der Krankengeldanspruch kann so nicht in Gefahr kommen, denn Ihr Mann hat seine Pflichtbeiträge an die Krankenkasse abgeführt ohne Rücksicht auf irgendwelche Krankheitsbezeichnungen!

Darum sollten Sie sich wegen einer Rückzahlung des Krankengeldes keine Sorgen machen.

Wir haben jetzt auch einen Schwerbehindertenausweis beantragt (laut Arzt min. 50%). Mal schauen, ob es klappt.<

Antwort:

Die Schwerbehinderung wird in keinem Fall in Prozent ausgewiesen, sondern ausschließlich in Grad der Behinderung (GDB)

Wichtig in diesem Zusammenhang sind sehr detaillierte Arztberichte!

Er wollte auch eine Berufsunfähigkeitsrente bei der Dt. RV. beantragen (Jahrgang 1960) daraufhin gab uns die Dt. RV die Auskunft, dass er sich so lange wir möglich krank schreiben lassen soll.

Antwort:

Seit 1.1.2001 gibt es in der Deutschen Rentenversicherung keine Berufs- und Erwerbsminderungsrenten mehr!

Seit 1.1.2001 gibt es nur noch die teilweise Erwerbsminderungsrente wegen Berufsunfähigkeit im Rahmen des Vertrauensschutzes für vor dem 1.1 1961 Geborene;

die teilweise Erwerbsminderungsrente wegen abgesunkener Leistungsfähigkeit auf 3 bis unter 6 Stunden auch für leichte Tätigkeiten;

die volle Erwerbsminderungsrente wegen abgesunkener Leistungsfähigkeit auf unter 3 Stunden auf für leichte Tätigkeiten am allgemeinen Arbeitsmarkt!

Siehe hierzu bitte unter folgendem Link:

google>>deutsche-rentenversicherung.de/Allgemein/de/Inhalt/5Services/03broschuerenundmehr/01broschueren/01national/erwerbsminderungsrentedasnetzfueralle_faelle.html

dass er sich so lange wir möglich krank schreiben lassen soll. Er solle warten, bis die Krankenkasse ihn auffordert einen Rentenantrag zu stellen. Ist das so korrekt?<

Antwort:

Dieses abwarten ist ein riskantes Unterfangen, weil Ihnen dann ggf. früher oder später die Zeit davon laufen wird und ein finanzieller Engpass droht!

Denn:

Rentenantragsverfahren ziehen sich oft sehr in die Länge und was dann?

Er bekommt ja mehr Krankengeld als teilweise Erwerbsminderungsrente!!<

Antwort:

Das mag richtig sein, aber achten Sie auf den Zeitfaktor, denn da kanne es ggf. eng werden!

Wie lange hält im Schnitt die Krankenkasse still?<

Antwort:

Das ist von Krankenkasse zu Krankenkasse und ggf. von Sachbearbeiter zu Sachbearbeiter verschieden! Da gibt es keine klare Regel, aber manche Kassen reagieren schon nach 4 Monaten und machen Auflagen.

Falls er entlassen wird, muss er sich dann gleich arbeitslos melden?<

Antwort:

So einfach kann der Arbeitgeber nicht kündigen! Im Zweifelsfall einen kompetenten Rechtsbeistand hinzuziehen und mit der Agentur für Arbeit in Verbindung setzen!

Beste Grüße, viel Erfolg und bestmögliche Gesundheit

Konrad

Kommentar von jule6222 ,

Danke, das war ja eine ausführliche, verständliche und kompetente Antort auf meine vielen Fragen. Wir warten einfach noch ab, bis der GdB feststeht und auch bis die KK reagiert. Dann sehen wir weiter. Er hat ja auch noch die Möglichkeit sich nach Bezug von Krankengeld arbeitslos zu melden bis der Antrag auf Erwerbsminderungsrente bearbeitet ist. Wir arbeiten momentan schon vor und haben eine Kontenklärung bei der Dt.RV beantragt. Dann ist das alles vorher schon mal erledigt.

Jule6222

Antwort
von billy, 15

Ja seinem Chef muss er die Diagnose des Arztes mitteilen denn der kann ihn nicht mehr als Zimmermann einsetzen. Abhängig von der Dauer der Arbeitsunfähigkeit wird er sich in einen anderen Beruf umschulen müssen. Krankengeld wird längstens 18 Monate von der KK gezahlt, meistens kommt die Aufforderung der KK bei der DRV die Erwerbsunfähigkeits -Rente zu beantragen aber schon früher.

Kommentar von Candlejack ,

das wäre dann eher die Erwerbsminderungsrente, so stehts auch in den Papieren der DRV.

Kommentar von jule6222 ,

Wer stellt den Antrag auf Umschulung? Die Krankenkasse oder die Dt. RV.? Muss mein Mann da was machen?

Kommentar von jule6222 ,

Wenn die Krankenkasse auffordert, dass mein Mann einen Antrag auf Erwerbsminderungsrente stellt, läuft dann das Krankengeld weiter oder stellt die Kasse die Zahlung sofort ein?

Kommentar von Candlejack ,

die KK stellt erst ein, wenn eine defintive EMR gibt, denn dann ist er amtlich nicht mehr krank, sondern erwerbsgemindert.

Antwort
von ratgeberconsult, 11

jap musst du mitteilen

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community