Frage von alpaka, 195

Muss ein handschriftliches Testament auf jeden Fall dem Nachlassgericht beim Amtsgericht vorgelegt werden?

Meine Mutter ist gestorben und hat ein handschriftliches Testament hinterlassen, in dem sie alles genau geregelt hat. Jetzt sagte mir ein Bekannter, dass ich dieses Testament auf jeden Fall dem Nachlassgericht vorlegen müsse, andernfalls ich sogar evtl. wegen Testamentsunterschlagung rechtlich belangt werden könnte. Ist das richtig? Außerdem würden ich und meine Geschwister einen Erbschein benötigen, der nicht gerade billig sei. Da meine Mutter keine Reichtümer besaß frage ich mich deshalb nach dem Sinn und was ich jetzt machen soll. Kann mir da jemand helfen? Danke!

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Juergen010, 151

Die Kosten für die Ausstellung eines Erbscheins richten sich nach dem Geschäftswert des zu vererbenden Vermögens.

Ist das relativ klein, kostet es auch nicht die Welt.

Hier mal ein  Link zur entsprechenden Gebührentabelle: http://www.gesetze-im-internet.de/gnotkg/anlage\_2.html

Maßgeblich ist Tabelle B.


Weitere Gebühren können nur anfallen, wenn der Erbschein über einen Notar beantragt wird oder eine eidesstaatliche Versicherung abgegeben werden muss. 



Antwort
von Primus, 138

Kann - aber muss nicht.

Lies hier:

http://justiz.hamburg.de/amtsgericht/1287500/nachlassgericht/

Kommentar von Snooopy155 ,

was bedeutet "kann" - Die Mutter hätte das Testament hinterlegen können, aber sie muß es nicht. Aber wenn die Erben dann ein Testament auffinden, dann müssen sie es beim Nachlassgericht vorlegen.

Banken fordern häufig einen Erbschein, aber bei geringern Vermögen gibt es auch bei entsprechenden Druck auf die Bank auf den Erbschein zu verzichten und statt dessen die Haftung auf die Erben zu übertragen, falls noch ein bisher unbekannter weiterer Erbberechtigter gefunden wird.

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