Frage von heiko1987,

Muss ein Bettler Steuern zahlen?

Angenommen Jemand geht gewerbemäßig der Bettelei nach also täglich mehrere Stunden und mit Gewinnabsicht.Ist er dann steuerpflichtig?

Er nimmt ja nicht am wirtschaftlichen Verkehr teil also bietet weder eine Leistung noch Güter an. Ausserdem fällt Betteln ,meines Wissens, nicht unter eine der 7 Einkunftsarten,

Wenn ja,welche Steuern muss er dann bezahlen? Gewerbesteuer? Einkommenssteuer?

Oder schließt die Tatsache dass man nicht am wirtschaftlichen Verkehr teilnimmt eine steuerpflicht in diesem Fall aus?

Alles unter der Annahme er kommt über die geltenden Freibeträge.

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Antwort
von expermondo, 5

Hallo heiko1987,

Schau mal bitte hier:
Steuern

Antwort
von Lajic,

Die einzige Steuer die ein Bettler zahlen muss, ist die Mehrwertssteuer. Ansonsten muss er nicht von seinen Einkünften abgeben.

Kommentar von EnnoBecker ,

Dies ist so selbstverständlich in mehrerer Hinsicht unsinnig.

Antwort
von Privatier59,

Steht das in unmittelbarem Zusammenhang mit Deiner Frage "Eigentumswohnung bar bezahlen". Falls ja, würde ich nicht nur den Notar an Ort und Stelle zitieren, sondern auch vorher klären, ob der Verkäufer einen Schwertransport organisiert. 100.000,--€ in 50 Cent-Münzen etwa würden 7.800 kg wiegen. Ich hoffe doch, ich habe mich nicht verrechnet und bitte um Überprüfung.

Und zu Deiner Steuerfrage: Hochinteressant. Ich würde das Spenden mal als Schenkung ansehen und da gelten die allgemein für die Schenkungsteuer geltenden Sätze. Sicher kommt jetzt irgendwein Schlauberger mit dem Argument, das sei dann aber gewerbsmäßige Schenkung und da frage ich mich, ob das ein Ausbildungsberuf wäre. Wenn ja, wo darf ich mich als Azubi eintragen?

Kommentar von heiko1987 ,

Hat mit mir persönlich nichts zutun.

Finde die Frage deshalb interessant weil es hier ,meiner Meinung nach,keine eindeutige Gesetzgebung gibt.

Lass mich aber gerne eines Besseren belehren.

Kommentar von EnnoBecker ,

Finde die Frage deshalb interessant weil es hier ,meiner Meinung nach,keine eindeutige Gesetzgebung gibt.

Ganz offenischtlich gibt es hier keinen Regelungsbedarf.

Kommentar von EnnoBecker ,

Ich komme auf 1.560 kg.

200.000 Münzen zu 7,8 Gramm.

Ich würde das Spenden mal als Schenkung ansehen

Das sowieso, aber darum geht es in der Frage ja nicht. Beispielsweise müsste ein gewerbliches Unternehmen ein Geschenk auch der Einkommensteuer unterwerfen.

Kommentar von Privatier59 ,

Wieso bestätigt dieser Taschenrechner jetzt hier Dein Ergebnis, wohingegen sein Kollege mich geneppt hat? Man sieht: Man muß immer einen Schuldigten suchen.

Da bin ich in der steuerlichen Seite aber froh, dass das Ergebnis stimmt.

Kommentar von gammoncrack ,

Du hattest vermutlich noch ein " x 5 " gespeichert. Vorher MC drücken. :-)

Antwort
von robinek,

Betteln ist in Deutschland steuerfrei, (Bettle schon viele Jahre beim Finanzamt, leider ohne Erfolg ,wohl der falsche Ort)) de.wikipedia.org/wiki/Bettler

Kommentar von heiko1987 ,

Auch wenn man es gewerbemässig betreibt?

Kommentar von robinek ,

Frag mal bei einer IHK an ob es Bettler gibt mit Gewerbeanmeldung? Welches Gewerbe? (Es sei denn, es gibt fahrende Völker auch bei uns??! Von was die wohl leben?)

Kommentar von hildefeuer ,

Fahrende Völker gibt es und ist teilweise anmelde frei, aber nicht steuerfrei. Das sind nur Aufwandsentschädigungen und die sind ja auch öfters immens hoch, wie wir hier in Hannover über den Handwerkskammerpräsidenten erfahren haben.

Kommentar von EnnoBecker ,

Es ging bei der Frage um die Steuerpflicht und darum, ob der Bettler ein Gewerbe anmeldet und auch nicht um Taxischein oder Gastwirtzulassung.

Auch wenn das alles in deiner Stadt vom selben Amt erledigt wird, dem Krankenhausversicherungsgewerbefinanzamt, welches sogar auch noch Beratungen durchführt.

Warum soll man eigentlich bei der IHK fragen?

Ach ja, die sind ja auch das Gewerbeamt bei dir.

Kommentar von EnnoBecker ,

Betteln ist nicht steuerfrei, sondern es ist überhaupt nicht (be)steuerbar, wie ich ausführte.

Kommentar von obelix ,

du bettelst beim Finanzamt? Und die lassen dich dort kommentarlos vor der Türe sitzen? :)

Antwort
von EnnoBecker,

Oder schließt die Tatsache dass man nicht am wirtschaftlichen Verkehr teilnimmt eine steuerpflicht in diesem Fall aus?

Diese Tatsache schließt allenfalls einen Gewerbebetrieb oder eine selbständige Tätigkeit aus.

Muss ein Bettler Steuern zahlen?

Wollen mal sehen, was so in Frage kommen könnte. Es ist ja keine Steuerart genannt worden.

Einkommensteuer
Man könnte auf die Idee kommen, es handele sich um "Einkünfte aus Leistungen", § 22 Nr. 3 EStG. Aber das würde ich bei einem Straßenmusiker bejahen oder einem Flaschensammler. "Leistungen" - welche Leistungen erbringt der Bettler denn? Wohl keine, und damit scheidet auch § 22 Nr. 3 aus.

Also, keine steuerbaren Einnahmen.

Gewerbesteuer
Entfällt ebenfalls - hier schon wegen der mangelnden Teilnahme am wirtschaftlichen Verkehr.

Umsatzsteuer
Die Umsatzsteuer braucht zunächst einen Unternehmer. Unternehmer ist, wer eine gewerbliche oder berufliche Tätigkeit selbständig ausübt, § 2(1) Satz1 UStG. Hier dürften wohl dieselben Grundsätze gelten wie bei der Einkommensteuer.

Selbst wenn man aber die Unternehmereigenschaft annehmen würde, so fehlt es doch an der Gegenleistung. Und die ist nun mal notwendig, um zu einer Umsatzsteuer zu kommen.

Weitere Steuerarten, die von dem Beteiligten selbst entrichtet werden müssen, dürften hier wohl nicht einschlägig sein. Stromsteuer (keine Stromerzeugung), Biersteuer (keine Bierherstellung), Mineralölsteuer, Versicherungsteuer... überall dasselbe.

Fazit:
Der Bettler kann seine Einnahmen behalten - zumindest soweit es die Steuern betrifft.

Kommentar von heiko1987 ,

Zur Einkommensteuer (die wohl als einzige in Frage kommt) bzw.zu "Einkünfte aus Leistungen":

Müssen Leistungen für andere erbracht bzw. angeboten werden um einkommenssteuerpflichtig zu sein?

Der Bettler bringt ja sehr wohl eine Leistung indem er sich z.b. günstige Plätze zum betteln aussucht.Auch 8 Stunden in einer Fussgängerzone zusitzen würde ich als Leistung ansehen.Nur hat davon niemand was.Er bietet niemanden eine Leistung an,bringt aber eine Leistung.

Kommentar von EnnoBecker ,

Ich kann mir gut vorstellen, dass das Herumsitzen für manche Leute eine Leistung ist :-)

Ich habe deshalb die Richtlinien und Hinweise gewälzt. In den RL steht nichts, und in den Hinweisen (22.8) findet sich:

"Leistung i. S. d. § 22 Nr. 3 EStG ist jedes Tun, Dulden oder Unterlassen, das Gegenstand eines entgeltlichen Vertrags sein kann und das eine Gegenleistung auslöst (>BFH vom 21.9.2004 – BStBl 2005 II S. 44 und vom 8.5.2008 – BStBl 2008 II S. 868), sofern es sich nicht um Veräußerungsvorgänge oder veräußerungsähnliche Vorgänge im privaten Bereich handelt, bei denen ein Entgelt dafür erbracht wird, dass ein Vermögenswert in seiner Substanz endgültig aufgegeben wird (>BFH vom 28.11.1984 – BStBl 1985 II S. 264 und vom 10.9.2003 – BStBl 2004 II S. 218).

Für das Vorliegen einer Leistung i. S. d. § 22 Nr. 3 EStG kommt es entscheidend darauf an, ob die Gegenleistung (das Entgelt) durch das Verhalten des Stpfl. ausgelöst wird. Allerdings setzt § 22 Nr. 3 EStG wie die übrigen Einkunftsarten die allgemeinen Merkmale der Einkünfteerzielung voraus. Der Leistende muss aber nicht bereits beim Erbringen seiner Leistung eine Gegenleistung erwarten. Für die Steuerbarkeit ist ausreichend, dass er eine im wirtschaftlichen Zusammenhang mit seinem Tun, Dulden oder Unterlassen gewährte Gegenleistung als solche annimmt "

Es folgen Beispiele für "Leistungen" für Nichtleistungen. Bettelei ist nicht dabei.

Besonders eindeutig ist das allerdings nicht. Man kann auch gut zu deiner Ansicht gelangen.

Das aber ist profiskalisch gedacht - als Berater muss ich das zwar in Erwägung ziehen, aber doch eher den Mandanten vertreten.

Meandor wird sicherlich auch etwas dazu schreiben.

Kommentar von Meandor ,

Meandor liegt leider auf der Bettstatt darnieder und bezwingt in seiner wachen Zeit den bösen Drachen der Bachelorarbeit.

Man kann jetzt streiten ob "Mitleid erwecken" eine Leistung darstellt, denn dann würde der Bettler wirklich eine Leistung erbringen.

Der Beamter in mir würde sich zuerst Gedanken über die mögliche steuerliche Gesamtauswirkung machen, und dann bezweifeln, dass der Grundfreibetrag überschritten wird und dann die Prüfung einstellen.

Kommentar von EnnoBecker ,

Annahmegemäß sollte der GFB ja definitiv überschritten worden sein. Es geht also um eine theoretische Betrachtung.

auf der Bettstatt darnieder

Da scheint ja wieder mal was umzugehen. Ich hatte vor etwa drei Wochen den "Niederschlag". Da ich aber keine Arbeitnehmerrechte habe, bin ich am dritten Tag wieder an den Schreitisch(!) gewankt.

Gute Bessserung!

Bachelorarbeit

Manchmal ist es schade, dass die Welt nun doch nicht untergegangen ist, oder?

Kommentar von Meandor ,

Der Mensch wächst an seinen Niederschlägen. Hab auch versucht ein bißchen was zu schreiben, bis ich irgendwann gemerkt hab, dass ich in einem Kommentar vier Mal in Folge den selben Satz gelesen hab.

Kommentar von EnnoBecker ,

Jetzt habe ich den letzten Satz vier mal in Folge gelesen....

Antwort
von Schiko,

Solche Fragen sollten wirklich nicht zugelassen werden.

MfG.

Kommentar von EnnoBecker ,

Warum nicht? Stört dich, dass der Fragesteller nicht "und Bettlerinnen " geschrieben hat oder was ist es?

Kommentar von heiko1987 ,

Was genau stört dich an der Frage?

Flaschensammler und Straßenmusiker müssen ihre Einnahmen auch versteuern. Da liegt es doch nahe, sich die Frage zu stellen, ob jemand ,der keinerlei Leistungen für die Allgemeinheit erbringt und vielleicht sogar am Ende des Tages mehr in Tasche hat(z.b.auf Grund eines besonderes ärmlichen Aussehen),nicht auch Steuern zahlen muss.

Ich rede ja nicht von Menschen die aus einer akuten Notlage betteln um sich etwas zum essen kaufen zu können.

Kommentar von jowaku ,

Flaschensammler ... müssen ihre Einnahmen auch versteuern.

Warum eigentlich? Erbringen die denn mehr Leistuzng als ein Bettler?

Kommentar von heiko1987 ,

da gibst ein Urteil vom Bfh. Begründung ist mir leider nicht bekannt.

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