Frage von GbRFragen, 117

Muss die Tilgung von Krediten einer GbR durch das Nettogehalt der Gesellschafter oder durch das gemeinschaftliche Vermögen der GbR erfolgen?

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Antwort
von Giszmo, 108

Der Bank ist das, platt gesagt, total egal, Hauptsache sie bekommt ihre monatlichen Raten.

Letztlich ist die Frage nur über das Verhältnis der Gesellschafter untereinander und über das, was erreicht werden soll, zu beantworten. Und den Steuerberater dabei nicht vergessen, der steuerliche Konsequenzen erklären kann.

Antwort
von blackleather, 101

Die Notwendigkeit zur Tilgung ergibt sich ja wohl für den, der die Schulden hat. Das dürfte bei einer GbR ja wohl die GbR selbst sein. Und mit den Schulden der GbR korrespondiert das Vermögen der GbR.

Ein Nettogehalt der Gesellschafter ist deren absolute Privatsache und hat schon deshalb mit der GbR nichts zu tun, weil sie es ja nicht aus der GbR beziehen.

Allenfalls dann, wenn das Vermögen der GbR zur Schuldentilgung nicht mehr ausreicht und die persönliche Haftung der Gesellschafter greift, müssen jene die Schulden bezahlen - dann ist es aber ihnen überlassen, ob sie das aus ihrem Nettogehalt oder aus eigenen Kreditaufnahmen oder aus dem Verkauf von Oma ihr klein' Häuschen oder sonstwie tun.

Kommentar von EnnoWarMal ,

Ich fürchte, mit "Nettogehalt" ist hier etwas anderes gemeint. Aber ich will mich nicht vordrängeln.

Das wird hier sonst ein Roman.

Kommentar von GbRFragen ,

Vielen Dank für die Antwort. Mit Nettogehalt meinte ich die Privatentnahmen, die ja zu versteuern sind und nicht das Gehalt aus anderen Einnahmequellen, wie z.B. aus nicht-selbstständiger Arbeit.

Anders formuliert, gehen die Tilgung und die Zinsen in die Kosten der GbR ein oder nicht? In einer BWA einer GbR (wenn sie denn eine erstellen lässt/erstellt) sind lediglich die Zinsen aufgeführt, die Tilgung dagegen nicht.

Kommentar von blackleather ,

Mit Nettogehalt meinte ich die Privatentnahmen, die ja zu versteuern sind und nicht das Gehalt aus anderen Einnahmequellen, wie z.B. aus nicht-selbstständiger Arbeit.

*LOL*

Warum verwendest du dann nicht gleich den richtigen Begriff, wenn du ihn kennst?

gehen die Tilgung und die Zinsen in die Kosten der GbR ein oder nicht?

Die Zinsen schon, die Tilgung nicht.

In einer BWA einer GbR (wenn sie denn eine erstellen lässt/erstellt) sind lediglich die Zinsen aufgeführt, die Tilgung dagegen nicht.

Das ist ja auch korrekt so - und irgendwie auch logisch.

Wenn auf der einen Seite zwar das Geld, auf der anderen Seite in gleichem Maße aber auch die Schulden abnehmen (= Tilgung), wird man "unterm Strich" weder reicher noch ärmer. Also wo soll in diesem Zusammenhang die Tilgung Kosten darstellen?

Kommentar von GbRFragen ,

Naja, das Darlehen wird ja investiert und die Investitionen sind GbR-Eigentum. Die Abschreibungen sind Kosten. Der Zinsaufwand auch. Soweit klar.

Aber wovon wird jetzt getilgt? Angenommen das Geschäft läuft gut, die Liquidität steigt. Wird dann von dem Vermögen der GbR getilgt oder muss ich mir als Gesellschafter entwas entnehmen, das Geld versteuern und dann davon tilgen?

Soweit mir bekannt, zahlt eine GbR nur Umsatzsteuer. Die Privatentnahmen kommen in die private Einkommenssteuer. Können die Gesellschafter einfach nichts entnehmen, das Vermögen der GbR steigt und steigt und nichts wird versteuert?

Kommentar von blackleather ,

Aber wovon wird jetzt getilgt?

Die Frage ist bereits beantwortet, s.o.

... muss ich mir als Gesellschafter entwas entnehmen, das Geld versteuern und dann davon tilgen?

Der Gesellschafter versteuert nicht die Entnahmen, sondern den Gewinn, der in der GbR anfällt. Ob und in welchem Umfang er darauf Zugriff in Form von Entnahmen hat, ist üblicherweise im GbR-Vertrag geregelt. Zur Tilgung s.o.

Die Privatentnahmen kommen in die private Einkommenssteuer.

Nein. Die Entnahmen sind steuerlich völlig unbeachtlich. Versteuert werden die Gewinnanteile, ob entnommen oder nicht.

Können die Gesellschafter einfach nichts entnehmen, das Vermögen der GbR steigt und steigt und nichts wird versteuert?

Versteuert werden die Gewinnanteile von den Gesellschaftern auch dann, wenn sie nicht entnommen werden.

Kommentar von GbRFragen ,

Ok, jetzt wird es mir klarer.

Angenommen es sind 2 Gesellschafter, jeder hat 50% Gewinnanteil.

Durch die G/V-Rechnung wird der Gewinn ermittelt, durch zwei geteilt. Jeder muss seine Gewinnanteile dann versteuern.

Dennoch, aus welchem Topf wird jetzt getilgt? Aus dem bereits versteuerten Gewinn? Und die Tilgung schmälert nicht den Gewinn da die Abschreibungen der Investitionen über die entsprechende Laufzeit schon den Gewinn schmälert? Soweit richtig?

Danke für Deine Geduld!

Kommentar von blackleather ,

Dennoch, aus welchem Topf wird jetzt getilgt?

Aus der vorhandenen Liquidität in der GbR, s.o.

Aus dem bereits versteuerten Gewinn?

Nein. Die Liquidität hat ja mit dem Gewinn nichts zu tun.

Und die Tilgung schmälert nicht den Gewinn da die Abschreibungen der Investitionen über die entsprechende Laufzeit schon den Gewinn schmälert?

Ja.

Soweit richtig?

Teilweise. Siehe oben.

Kommentar von GbRFragen ,

Oh man... Ich will es scheinbar nicht verstehen.

Ich werde mich wohl in die Materie reinlesen müssen wenn ich das verstehen will, was der Stuerberater in Zukunft für mich übernimmt.

Letzte, klare Frage um die es mir ja eigentlich geht und die ich mir hoffentlich selbst beantworten kann - sonst bin ich durchgefallen:

Die Tilgung erfolgt aus nicht-versteuertem Geld, richtig?

Kommentar von blackleather ,

Die Tilgung erfolgt aus nicht-versteuertem Geld, richtig?

Nein. Die Tilgung erfolgt aus versteuertem Geld. Das, was von den Schulden angeschafft bzw. bezahlt worden ist (Wareneinsatz, Material, Grundstück [--> Abschreibung!], Personalkosten usw.) hat ja bereits den Gewinn gemindert, ist also in die Ermittlung der steuerlichen Bemessungsgrundlage eingeflossen.

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