Frage von Elmi2, 31

Muss die Bank eine notariell beurkundete Generalvollmacht, die alle Rechtsgeschäfte beinhaltet, akzeptieren?

Der einzige Sohn einer verwitweten Frau hat von seiner Mutter eine notariell beurkundete Generalvollmacht erhalten (beinhaltet ausdrücklich Befreiung nach § 181 BGB). Inzwischen ist die Frau mit über 90 im Pflegeheim und manchmal verwirrt. Weil das bisherige Pflegeheim schließt, musste die alte Dame umziehen. Der Sohn wollte erreichen, dass die Bank die Kontoauszüge künftig ihm direkt zusendet sowie ein Sparkonto auflösen und auf das Girokonto der Mutter übertragen.

Ergebnis des Besuchs bei der Bank: Ihm wurde der Online-Banking-Zugang für das Girokonto entzogen. Die Bank weigert sich ab sofort die Generalvollmacht anzuerkennen, obwohl sie dies 6 Jahre lang getan hat. Er hat keine Möglichkeit mehr Rechnungen für die Mutter zu überweisen und die Mutter kann kaum noch unterschreiben.

Was tun? Aussage der Bank: Er müsse sich öffentlich zum Betreuer bestellen lassen. Was für ein bürokratischer Aufwand und teuer auch noch. Gibt es eine andere Möglichkeit?

Antwort
von Privatier59, 29

Wie heißt es doch: Gehe nicht zum Fürst wenn Du nicht gerufen wirst. Es war auf jeden Fall ein Fehler, die Bank aufzusuchen. Ist da eventuell etwas über die gesundheitliche Lage der Mutter erzählt worden? Ich befürchte es und die Bank nimmt nun an, daß die Frau geschäftsunfähig ist.

Was tun? Kunde der Bank ist die Mutter. Die müßte tätig werden. Das kann sie offenbar nicht mehr. Die Bestellung eines Betreuers scheint die einzige Lösung.

Nicht nachvollziehbar ist für mich die Aussage, Betreuung müsse teuer sein. Der Sohn kann bei dem dafür zuständigen Amtsgericht anregen, daß man ihn selber zum Betreuer bestellt. Dann kostet das garnichts.

Im übrigen habe ich von zahlreichen vergleichbaren Fällen gehört. Das scheint gängige Bankenpraxis zu sein.

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