Frage von WernerM, 127

Muss der Grundbucheintrag geändert werden?

Guten Tag,

mein Vater ist Ende Juni 2016 verstorben. Er hatte gemeinsam mit meiner Mutter ein Haus und ein Konto (kein "und" Konto). Für das Konto hat meine Mutter eine Vollmacht. Bei der Beantragung des Erbscheins hat sich herausgestellt, dass mein Vater noch eine uneheliche Tocher vor der Hochzeit hatte. Dies war meiner Mutter und mir nicht bekannt. Nun soll die unbekannte Tochter plötzlich Erbin werden. Da ich vom Erbe nichts haben möchte, benötigt (bisher) niemand einen Erbschein. Meine Mutter bekommt Geld und die Bank hat auch noch nicht gefragt obwohl sie wissen das mein Vater verstorben ist. Muss das Haus zwingend im Grundbuch umgeschrieben werden? Oder können wir es erst machen wenn die Tochter im Jahr 2020 kein Anrecht mehr auf das Erbe hat? Mir ist klar das es problematisch werden könnte wenn meine Mutter vor der Umschreibung stirbt. Jedoch wäre ich nach dem Tod meiner Mutter auch bereit etwas vom Erbe abzutreten. Nur zum jetzigen Zeitpunkt fehlt meiner Mutter das Geld und die Kraft für einen unbekannten Erben.

Danke im voraus!

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Antwort
von imager761, 47

Natürlich müssen Grundbucheintragungen durch Miteigentumsveränderungen durch Erbfolge berichtigt werden. Im ersten Jahr wäre dies noch kostenfrei möglich.
Die Tochter wird nicht Erbin, sie ist es,  § 1922 BGB. Da liegt es doch auf der Hand, dass die nunmehr erbberechtigte und damit miteigentümende Tochter des Erblassers nicht ausgebootet werden kann oder ein gutgläubiger Käufer sich in Jahren mit ihr darüber auseinandersetzen wollte :-O

Der Erbanspruch eines Abkömmlings verjährt übrigens erst in 30 Jahren.

Sofern man ihr den Miteigentumsanteil nicht abkaufen könnte oder sie einer Auszahlung ihres Mieterbes erst in Jahren zustimmt, kann die Tochter Mieteinnahmen fordern, (Mit-)Eigennutzung oder (Teil-)Vermietung beanspruchen oder Teilungsvollstreckung betreiben, wenn man ihr da dumm käme.

Wenn du auf deine Erbauszahlung lebzeitig deiner Mutter verzichtest, kann doch davon der Anspruch deiner Halbschwester befriedigt werden?

G imager761



Antwort
von Franzl0503, 81

Werner:

Es besteht Grundbuchberichtigungszwang (§ 82 Grundbuchordnung). Kommt der Erbe dem nicht nach, kann das Grundbuchamt ein Zwangsgeld festsetzen. Für die die Berichtigung der Eigentumgsverjhältnisse ist dem Grundbuchamt der Erbschein vorzulegen.

Rat: Konsultiere den Notar, der auch den Erbscheinsantrag protokolliert hat. Für eine Erbschaftsausschlagung ist es infolge des Abaufs der Sechs-Wochen-Frist zu spät. Vielleicht kommt eine Erbauseinandersetzung zustande.

Expertenantwort
von wfwbinder, Community-Experte für Erbe & erbrecht, 69

Ich glaube, Ihr habt mehr als das Problem des Grundbuchs zu lösen.

  Nun soll die unbekannte Tochter plötzlich Erbin werden.

Ihr habt das bei der Ausstellung des Erbscheins erfahren. Wie habt Ihr Euch mit der anderen Erbin auseinandergesetzt?

 Oder können wir es erst machen wenn die Tochter im Jahr 2020 kein Anrecht mehr auf das Erbe hat?

Wollt Ihr die Verjährung des Pflichtteils abwarten?

Das geht schief, die Verjährung beginnt erst zu laufen, wenn die Tochter vom Erbe Kenntnis hat.

    Da ich vom Erbe nichts haben möchte, benötigt (bisher) niemand einen Erbschein. 

Aber lt. Deinem Sachverhalt habt ihr den doch beantragt. Ausserdem, wenn das Erbe der Tochter geschmälert werden soll, solltest Du das Erbe antreten, denn er sind 25 %.

Kommentar von EnnoWarMal ,

Eben.

Denn

Nun soll die unbekannte Tochter plötzlich Erbin werden.

das ist ja so nicht richtig. Sie IST Erbin, ob sie es weiß oder nicht.

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