Frage von bauherrin,

Muss Bausparvertrag bespart werden?

Hallo, wir würden für die Finanzierung unseres Neubauvorhabens gerne einen Kreditantrag bei einer Bank stellen. Nun sagte der Finanzberater, dass wir 0,2% am Sollzins sparen, wenn wir gleichzeitig einen Bausparvertrag bei einer kooperierenden Bausparkasse abschließen. Dieser Vertrag müsse allerdings nicht bespart werden und es sollen nur die jährlichen Kontoführungsgebühren anfallen. Im Bausparvertrag selber steht allerdings, dass wir uns verpflichten, jeden Monat mindestens 1 Promill der Bausparsumme einzuzahlen. Die Bank erklärte dieses Prozdere in einer Email so: Dadurch, dass in den Darlehensverträgen keine Abtretungen der Bausparverträge aufgenommen werden, ergibt sich die "freie Verfügung" über die Bausparverträge. Die Besparung wird durch das Bauspargesetz geregelt, da Bausparkassen dazu verpflichtet sind, eine regelmässige Besparung zu beauflagen - aus Kundenschutzgründen - damit der Vertrag natürlich irgendwann einmal in die Zuteilung und somit der Kunde in den Genuss des günstigen Bauspardarlehens kommt. Diese Absicherungsverträge sind reine Sparverträge, von daher ist die Höhe bzw. Regelmässigkeit der Besparung zwar seitens der Bausparkasse gewünscht, aber für die Sparer/Kunden nicht verpflichtend. Es können natürlich auch unregelmässige Sonderzahlung anstatt einer lfd. Besparung gezahlt werden.

Daraus geht aber nicht eindeutig hervor, dass keine Einzahlungen getätigt werden müssen; nur, dass sie nicht regelmäßig sein müssen. Oder sehe ich das falsch? Viele Grüße

Antwort
von MartinWinkler,

Da der Bausparvertrag für die Finanzierung scheinbar nicht benötigt wird, habe ich hier nur eine Erklärung: Du mußt für den Bausparvertrag ja eine Abschlußgebühr bezahlen, und die Bank erhält eine Provision dafür. Diese Provision nutzt die Bank nun, um dir gegenüber günstigere Darlehenszinsen gegenzufinanzieren. Unterm Strich gewinnst du wahrscheinlich nicht. - An deiner Stelle würde ich das einfachere Modell wählen und dieses Koppelgeschäft ablehnen und eben die nicht ermäßigten Zinsen bei der Bank zahlen.

Falls der Bausparvertrag für die Finanzierung benötigt würde (zum Beispiel um später das Bankdarlehen abzulösen), dann müßtest du ihn natürlich besparen. Aber das scheint die Bank ja zu verneinen.

Zu deiner Teilfrage bezüglich Pflicht zur Besparung: Es steht in den Vertragsbedingungen, daß du den Vertrag besparen mußt. Im Extremfall kann die Bausparkasse den Vertrag kündigen, wenn du ihn nicht besparst. In der Praxis wird sie es wahrscheinlich nicht tun. Auf jeden Fall aber ist ein nicht besparter Bausparvertrag nicht im Kundeninteresse. Er bringt dir nur Kosten, aber keinen Nutzen. Laß es.

Antwort
von Bankkaufmann69,

Die Finanzierung ist billiger wenn Ihr einen BSV abschließt mit freier Besparung? Das ist ja der Hammer.

Ja es ist so, dass man gerne hätte dass der BSV bespart wird. Jedoch kann man frei sparen. Doch Achtung 1% Abschlussgebühr wird erst mal bedienst. Frage ist natürlich ob das wirklich Sinn macht. In der Regel halten sich die wenigsten Freie Sparer daran. Das ist meine Erfahrung von 17 Jahren Innendienst bei einer Bank.

Antwort
von MadRampage,

Vorsicht, bitte genau rechen:

  1. fällt bei einem Bausparvertag IMMER eine Abschlussgebühr an (meist 1% der Bausparsumme)

  2. verlangen eine Kassen - wie hier - auch noch Kontoführungsgebühren

  3. muss laut AGB der Kasse meist die Abschlussgebühr binnen 1/2 jahres oder so bezahlt werden, damit der Bausparvertrag bestehen bleibt und nicht von seiten der Kasse aus gekündigt wird

darüber hinaus sind Zahlungen meines wissens frei gestellt. Aber wie gesagt rechnet bitte genau und schau euch im Detail an, ob der BSV gekündigt werden kann/darf nach Auszahlung des Darlehens (um ich die Gebühren für den BSV zu sparen)

Antwort
von althaus,

Wenn Du einen Bausparvertrag abschließt fallen Abschlußgebühren an, das ist Dir doch klar? ...einen Vertrag abzuschließen und Gebühren + Kontoführungsgebühren dafür zu zahlen ohne Einzahlungen zu tätigen ist mir neu. Finde ich auch irgendwie unsinnig. Ich wollte auch meinen zugeteilten Bausparvertrag einfach stehen lassen bis er voll ist, da er eine gute Rendite abwirft, jedoch sagte mir der Sachbearbeiter, daß in den Bedingungen steht, daß er zu besparen ist und die Gesellschaft auch Beiträge in Form von Ratenzahlungen oder Einmalbetrag/Jahr verlangen kann. Letztendlich steht das in Deinen Bedingungen. Es ist das was zählt und nicht das was der Berater sagt.

Antwort
von bauherrin,

Danke schon mal für Eure Antworten!

Der Berater sagte, dass die Abschlussgebühr nur dann fällig wird, wenn der BSV bespart wird. Wir könnten direkt nach Vertragsabschluss eine Widerrufserklärung einreichen und müssten den Vertrag somit nicht besparen. Aber wie läuft das auch mit den Kontoführungsgebühren? Die bringen das Konto des BSV doch ins Minus, richtig? Und ums auszugleichen, müsste ich etwas einzahlen?! Also würde dann die Abschlussgebühr fällig?!

Verwirrte, mit dem Kreditdschungel überforderte Grüße...

Kommentar von MadRampage ,

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Lass Dir bitte die Aussage des Beraters schriftlich geben. Bin gespannt ob er das macht.

Richtig ist, dass man Haustürgeschäfte, also wenn der Berater zu Dir nach Hause kommt, 14tage lang widerrufen kann. Wenn ein solches Widerrufsrecht im Vertrag steht gilt es auch, wenn man den Vertrag bei der Bank abschließt. ABER bei einem Widerruf kommt kein Bausparvertrag zustande und folglich sind die Bonus-konditionen auch hinfällig.

Falsch ist, dass die Bausparkasse auf die Abschlussgebühr verzichtet, wenn der Sparer monate oder jahrelang nichts einzahlt - zumindest wäre mir das Neu!

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