Frage von rosenrot75,

Müssen Vermieter eine Kautionsversicherung als Alternative akzeptieren?

Müssen Vermieter auch eine Kautionsversicherung als Alternative zur normalen Kaution akzeptieren oder könne sie dies auch als Zahlungsform ablehnen?

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Antwort
von Mikkey,

Ein Vermieter kann nach BGB eine Mietsicherheit in Geld verlangen. Sie kann in drei Monatsraten gezahlt werden. Punkt.

Ich würde selbst bei AAA-Rating der Kautionsversicherung so etwas nicht akzeptieren, weil ich mich dann erst durch einen Wust von Versicherungsbedingungen arbeiten muss, um festzustellen, ob die Versicherung dieselbe Sicherheit bietet wie Bares.

Für den Mieter bietet sich allemal ein Kredit an. Kann er die Kaution nicht wenigstens in einem Jahr zusammenbringen, sollte er sich fragen, ob er nicht eine günstigere Wohnung nehmen sollte.

Antwort
von imager761,

Müssen Vermieter auch eine Kautionsversicherung als Alternative zur normalen Kaution akzeptieren

Nein. Müssen muss man, was vereinbart ist, und demnach ist die Art der Mietkaution mietvertraglich bestimmt und demnach nicht optional.

Die andernfalls anwendbaren Vorschrift des § 551 BGB bestimmen "(2) Ist als Sicherheit eine Geldsumme bereitzustellen, [...]" und in (3) genauer: "Der Vermieter hat eine ihm als Sicherheit überlassene Geldsumme bei einem Kreditinstitut zu dem für Spareinlagen mit dreimonatiger Kündigungsfrist üblichen Zinssatz anzulegen."

Warum sollte der Vermieter davon abweichend denn eine vereinbarte Kaution beim Kautionsgeber ggf. erst einklagen müssen oder auf Bürgen zurückgreifen willen, die insolvent werden können?

G imager761

Antwort
von GeorgeAvard,

Nein, Vermieter haben generell sehr freie Hand was sie als Absicherung verlangen. Wenn ein Vermieter also eine normale Kaution möchte und keine Kautionsversicherung akzeptiert dann ist dies so, da wirst Du nicht viel ausrichten können.

Antwort
von althaus,

Mein Mieter hat mir auch eine Kautionsversicherung angeboten. Ich habe aber abgelehnt. So haben wir uns doch auf Barzahlung in drei Monatsraten geeinigt. Punkt und basta. Mag keinen neumodischen Kram.

Antwort
von alfalfa,

Nun, streng nach BGB ist eine Kation in Bar geschuldet. Bei Mietverhältnissen darf dieses auch in drei Zahlungen erfolgen. Alle anderen Sicherungsformen können vereinbart werden.

Eine Kaitionsversicherung ist nichts weiter als ein Aval Kredit. Aval Kredite sind besser bekannt durch eine andere Form des Kredits: die Bankbürgschaft.

Eine Kautionsversicherung ist somit nichts anderes als eine Art Bankbürgschaft. Auch muss man sich nicht durch einen Unterlagen Wust arbeiten, die AVB umfassen 1-2 DIN A4 Seiten.

Auch die Sorge, dass im Schadensfall nicht geleistet wird ist unbegründet. Denn der Versicherungsnehmer ist in der Verpflichtung zu beweisen.

Als Vermieter reicht es aus, die Ansprüche anzumelden um an sein Geld zu kommen.

Insofern ist faktisch wenig gegen diese Form der Absicherung einzuwenden. Aber ich verstehe....das Wort Versicherung lässt vielen Zeitgenossen die Haare zu Berge stehen.

Und die Sorge, dass es unseriöse Versicherungsunternehmen gibt ist eher unberechtigt, denn die unterliegen dem Versicherungsaufsichtsgesetz. Unseriös sind höchstens die Vertriebe oder schlechte Konditionen.

Das dürfte aber in der Sparte unkritisch sein. Hier bieten ausschließlich die großen wie R+V etc. solche Lösungen an.

Kommentar von Mikkey ,

Mir hat noch kein Mieter so etwas angeboten, ich kenne diese Versicherungen allenfalls aus der Werbung und da macht das alles andere als einen seriösen Eindruck.

Eine Firma "moneyfix" ist mir vorher noch nie über den Weg gelaufen, deswegen wäre es ein eindeutiges "nicht mit mir".

Kommentar von alfalfa ,

Also moneyfix und Konsorten sind klassische Vertriebe. Dazu hatte ich bereits ja etwas geschrieben.

Mietkautionsversicherungen sind auch noch eine recht junge Sparte, das hat sich noch nicht herum kommuniziert. Wie gesagt, nichts anderes als ein Avalkredit. Nur von einem Versicherungsunternehmen halt. Bei Banken heißt das Produkt Bankbürgschaft (und ist zudem noch etwas billiger als die Versicherungslösung. Aber nicht alle Banken bieten Aval Kredite an)

Im gewerblichen Bereich Gang und Gebe um z.B. Kreditlinien zu schonen und Ratings zu verbessern.

Also von Produktgebern wie R+V und den üblichen Verdächtigen durchaus okay. Und als Vermieter spare ich mir den Aufwand irgendwelche Konten etc anlegen zu müssen. Der Charme wäre für eine solche Akzeptanz eine höhere Bürgschaftssumme - 6 Monate - festzulegen. Dann hat man einen Puffer im Fall von Mietnomaden.

Wobei es dafür auch Versicherungen gibt. Jaja die Branche ist kreativ :-)

Kommentar von Mikkey ,

Mir sind bzgl. Sicherheiten die §§ 232 bis 240 BGB aufgefallen. allerdings ist mir nicht klar, ob die auch auf die nach §551 zu leistenden Sicherheiten anwendbar sind.

Wäre dem so, dürfte der Vermieter sich bei ausreichender Bonität des Versicherers / der Bank nicht dagegen wehren.

Kommentar von alfalfa ,

Dem ist so. Und das Verfahren seine Ansprüche gelten zu machen ist simpel. Einfach den Versicherer anschreiben, der dann in entsprechender Höhe leistet. Dann ist der Mieter in der Bütt nachzuweisen, das dem nicht so ist. Umgekehrte Beweislast. Für den Vermieter eigentlich eine noch bessere Lösung. Ich persönlich finde die Lösung charmant.

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