Frage von Askmee, 122

Müssen meine Schwester und ich nach Annahme des Erbes auch für Schulden von Privatpersonen ohne schriftlichen Darlehensvertrag haften?

Die Schwester des Lebensgefährten unserer Mutter hat unserer Mutter angeblich 12.000€ geliehen. Das Geld taucht aber auf keinem Kontoauszug auf, es gibt keinen schriftlichen Vertrag und der Lebensgefährte sprach zu beginn von 2000€ und hat sich dann innerhalb weniger Wochen auf 12.000€ gesteigert. Nun kam ein Brief von einem Anwalt der mich und meine Schwester auffordert das Geld zu zahlen (Innerhalb einer Frist). Wir sind offen gestanden nicht gewillt diesen Betrag zu begleichen da bisher nichts schriftliches vorliegt und der Lebensgefährte in unseren Augen auch unglaubwürdig ist. Grundsätzliche Frage: Haftet man als Erbe auch für nicht schriftlich festgemachte Darlehen zwischen 2 Privatpersonen (Erblasser - Darlehensgeber)?

Bitte keine Mutmaßungen, meine Schwester ist ohnehin nervös genug

vielen dank

Expertenantwort
von wfwbinder, Community-Experte für erbrecht, 122

Eine Forderung muss bewiesen, oder glaubhaft gemacht werden.

Am besten durch Vertrag, oder Zahlungsbelege.

Aber es geht auch durch glaubhafte Zeugen. Nur das Geld muss ja irgendwo geblieben sein. Wenn zu dem Zeitpunkt z. B. ein Auto gekauft wurde, ohne Bankabbuchung, oder eine Darlehensrückzahlung durch Bareinzahlung.

12.000,- Euro können ja nicht rückstandslos verschwinden.

Antwort
von Primus, 105

Der Anwalt droht erst nur.

Liegt nichts Schriftliches vor, und es hat  keine  dritte Person der Geldübergabe beigewohnt die die Darlehensvereinbarung vor Gericht  bezeugen könnte, hat diese Dame ein Beweisproblem.

Die fordernde Dame steht somit in Beweislast und Deine Schwester sollte alles auf sich zukommen lassen.

Antwort
von imager761, 86

Gerade unter Verwandten sind vertraglose Darlehen in bar nun die Regel. Kann die Gläubigerin, etwa durch Zeugen, Barabhebung von ihren Konten, Anschaffungen oder Zahlungen deiner Mutter in dieser Höhe glaubhaft machen, das Geld geliehen zu haben, reicht das durchaus.

Vlt. sollte man erst einmal hier nachforschen, ob der Vortrag stimmen kann, bevor man sich kostenträchtig vor Gericht streitet?

G imager761

Antwort
von condor3, 69

In BWL hab ich in der Berufsschule gelernt, dass es belegt werden muss, also Quittung, Vertrag oder Bewiesen durch Zeugen. Fragt doch den Anwalt, der an euch tritt, was die für Beweise haben...

Kommentar von gammonwarmal ,

Also stimmst Du den bisherigen Antworten zu?

Antwort
von Privatier59, 92

Eine Darlehensforderung besteht auch ohne schriftlichen Vertrag. Da der Erbe für Schulden des Erblassers aufkommen muß, haftet er. Allerdings ist es Sache des Anspruchstellers, den behaupteten Anspruch auch nachzuweisen. Da niemand in eigener Sache Zeuge sein kann, kann man hier den Dingen gelassen entgegen sehen.

Antwort
von gammonwarmal, 69

Bitte keine Mutmaßungen, meine Schwester ist ohnehin nervös genug.

Interessante Anmerkung.

Man kann doch nur vermuten:

  • Stimmt und ist beweisbar
  • Stimmt nicht
Antwort
von Gaenseliesel, 74

ich meine auch, solange diese Forderung nicht konkret bewiesen ist........

" Mein Name ist Hase, ich weiß von nichts " !

da könnte ja jeder kommen .......  !

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