Frage von Louisa,

Müssen gesetzlich Krankenversicherungspflichtige von Zinsen K-Kassenbeiträge zahlen?

Hallo, bin 1/2 Halbtagskraft, Arbeitgeber hält die Sozialversicherungsbeiträge vom Gehalt ein und führt sie ab. Jetzt hörte ich, dass ich als Pflichtversicherte auch von Zinseinnahmen an K-Kasse zahlen müßte. D. h. müßte ich der Krankenkasse die Höhe der Zinseinnahmen melden, die würde dann den neuen Beitrag berechen. Ist das so? Vielen Dank für die Aufklärung. Mit freundlichen Grüßen Louisa

Antwort
von billy,

Wie kommen die Beiträge zustande? Die Beiträge richten sich bei Arbeitnehmern nach der Höhe des Bruttomonatseinkommens (genau: des beitragspflichtigen Bruttoarbeitsentgelts). Von diesem Einkommen wird ein bestimmter Prozentsatz (von Krankenkasse zu Krankenkasse unterschiedlich) direkt vom Arbeitgeber an die gesetzliche Krankenversicherung abgeführt. Dabei trägt der Arbeitgeber die Hälfte des Beitrags. Hinzu kommt ein Pauschalbeitrag für Zahnersatz und Krankentagegeld in Höhe von 0,9% des Einkommens. Dieser zusätzliche Beitrag ist nur vom Versicherten zu tragen; hier gibt es keinen Zuschuß des Arbeitgebers.

Bei freiwillig versicherten Selbständigen wird grundsätzlich die Beitragsbemessungsgrenze (aktuelle Höhe siehe “Höchstgrenzen”) zur Beitragsberechnung herangezogen. Weist der Versicherte nach, dass sein tatsächliches Einkommen darunter liegt, wird der Beitrag anhand des tatsächlichen Gesamteinkommens incl. Erträgen aus Kapitalanlagen etc. berechnet. Allerdings besteht hier eine bestimmte Untergrenze, so dass auch bei noch geringerem Einkommen immer ein Mindestbeitrag zu zahlen ist.

Bei Rentnern wird unterschieden zwischen pflichtversicherten Rentnern und freiwillig versicherten Rentnern. Pflichtversicherte Rentner bezahlen Beitrag nur auf ihre gesetzliche Rente, wobei die Hälfte von der Gesetzlichen Rentenversicherung getragen wird. Der Pflegeversicherungsbeitrag ist komplett selbst zu tragen. Auszahlungen aus Betrieblicher Altersvorsorge (auch Einmalauszahlungen aus Gehaltsumwandlungen bzw. Direktversicherungen) unterliegen dem vollen Beitragssatz zur Kranken- und Pflegeversicherung. Freiwillig versicherte Rentner bezahlen auf alle ihre Einkünfte (also auch auf Kapitalerträge / Zinsen, Betriebliche Altersvorsorge, Mieteinnahmen aus Immobilienbesitz usw.) Krankenkassenbeiträge - und zwar den vollen Beitragssatz! http://www.gesetzlichekrankenkassen.de/system/system.html

Kommentar von alfalfa ,

Zitat: Bei freiwillig versicherten Selbständigen wird grundsätzlich die Beitragsbemessungsgrenze (aktuelle Höhe siehe “Höchstgrenzen”) zur Beitragsberechnung herangezogen. Weist der Versicherte nach, dass sein tatsächliches Einkommen darunter liegt, wird der Beitrag anhand des tatsächlichen Gesamteinkommens incl. Erträgen aus Kapitalanlagen etc. berechnet.

So stimmt es schon mal gar nicht. Bei freiwillig Versicherten Personen wird selbstverständlich auch prozentual vom Einkommen ausgegangen. Das regelt § 240 SGB V. Da wird nicht von der Fiktion der BBG ausgegangen und erst im Einzelnachweis reduziert. Das ist leider pumperl verkehrt.

Antwort
von Unternehmer11,

diese Frage zielt auf das Thema ab: http://www.finanzfrage.net/frage/kapitalertraege-und-gewinne-durch-aktienanlagen...

Kommentar von Louisa ,

An alle lieben Helferlein, herzlichen Dank für alle Eure Antworten. Liebe Grüße Louisa

Antwort
von alfalfa,

In ihrem Fall ein ganz klares Nein.

Kommentar von LittleArrow ,

Klare, unkomplizierte und verständliche Antwort. DH!

Antwort
von sicherfrei,

Als Pflichtversicherte nein.

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