Frage von Bambflaumetus1, 77

Monetarisierung der Staatsschulden?

Was bedeutet Monetarisierung der Staatsschulden durch die EZB?

Ist damit nur der Ankauf von Staatsanleihen durch die EZB am Sekundärmarkt gemeint, oder allgemein alle Maßnahmen der expansiven Geldpolitik (wie etwa Niedrigzinspolitik, Liquiditätsspritze für Banken...)

Ich bin dankbar für fachkundige Antworten

Antwort
von Finanzschlumpf, 75

Wie bei allen Begriffen, versteht hier wohl jeder etwas anderes.

In vielen Ländern ist wird das kritisch gesehen, weil man Staat blöd findet. Das monetisieren von anderen Assets wie Aktien oder Unternehmensschulden finden hingegen alle toll.

Geschäftsbanken können grundsätzlich monetisieren ( unter meiner Verständnis ), wenn sich jegliche Form von nichtmontärer Aktiva auf ihre Bilanz nehmen ( also festverzinsliche Wertpapiere unabhängig vom Emiittenten, Aktien , Immobilien aber auch Gold, Kronkorken und Briefmarkensammlungen ). Aus dem bereitgestellten Geld kann , muss aber nicht, Inflation entstehen.

Zentralbanken können auf dem gleichen Wege Aktiva monetisieren, sie stellen aber Zentralbankgeld zur Verfügung. Dies ist für gewöhnlich völig ungefährlich, außer dieses Zentralbankgeld dient zur Deckung der Mndestreserve, deren Bedarf eine inflationsverursachende Monetisierung bzw. Geldschöpfung durch die Geschäftsbanken ist. ( Die "ungefährliche" Menge an Zentralbankgeld ist etwa so leicht zu berechnen wie die Stecknadel im Heuhaufen zu finden ist ).

Antwort
von wfwbinder, 57

Richtig, es ist das aufkaufen der Staatsanleihen durch die jeweilige Zentralbank.

Weltmeister darin dürften im Moment die Us-Amerikaner sein.

Man muss es im Zusammenhang mit der Geldmenge, der Geldmengenausweitung und ggf. der Geldumlaufgeschwindigkeit beurteilen.

Wenn es zu großen Umfang annimmt, drohen Konsequenzen bis zur Hyperinflation.

Kommentar von Bambflaumetus1 ,

Vielen Dank für die hilfreiche Antwort.

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