Frage von Finanzschlumpf, 10

Mögliche Mieterhöhung nach Pause

Hallo,

zunächst mal Entschuldigung, dass ich mich nicht Ewigkeiten durch die Suche gequält habe, um einen gleichen Fall zu finden...

Fall :

Die Miete einer Wohnung wurde längere Zeit ( faktisch seit immer , also 18 Jahre ) nicht erhöht. Wieviel Mieterhöhung ist dann nach einem Eigentümerwechsel ( Todesfall ) auf einen Schlag möglich ?

Ich glaube die allseits bekannten 10 % passen da nicht, oder ?

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Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von imager761, 9

Wieviel Mieterhöhung ist dann nach einem Eigentümerwechsel ( Todesfall ) auf einen Schlag möglich ?

Gem. § 558 (1) BGB kann die Miete bis zur ortüblichen Vergleichsmiete gem. § 558a (2) BGB nach Mietpreisspiegel, Gutachten oder dreier Vergleichswohnungen erhöht werden.

Sofern nach Eigentümerwechsel aber kein neuer Mietvertrag abgeschlossen würde, kann die aktuelle Mietzahlung allerdings nur schrittweise alle 12 Monate mit Wirkung ab dem 15. Monat um jeweils 20%, in Ausnahmefällen 15% (§ 558 (3) BGB) erhöht verlangt werden, sofern eine Erhüng von 20% in drei Jahren nicht überschritten wäre.

Eine Anpassung der mietvertraglich vereinbarten Betriebs- oder Nebenkostenvorauszahlungen bliebe hiervon unberührt und darf nach tatsächlichem Aufwand erhöht verlangt werden.

G imager761

Antwort
von Rat2010, 5

10 % sind mir noch nicht untergekommen.

Es gibt eien Kappungsgrenze von 20 % in drei Jahren. Um diese 20 % könnten die Erben die Miete erhöhen - sofern die anderen Voraussetzungen vorliegen, wovon in dem Fall auszugehen ist. Erst in drei Jahren ist die nächste Erhöung um 20 % möglich (wenn sich das Gesetz nicht ändert.

§ 558 Abs. 3 BGB

Antwort
von Privatier59, 4

Leider sind auch da nur die gesetzlich maximal zulässigen 20% möglich, eventuell sogar nur 15%:

http://dejure.org/gesetze/BGB/558.html

Ich weiß, wie weh das tut, insbesondere wenn man bei einer Neuvermietung den Mietzins verdoppeln könnte. Aber, wie sagt schon der große Buddha "Leben heißt Leiden". Der Mann war bestimmt auch Vermieter.

Kommentar von vulkanismus ,

Das tut doch den Mietern nicht weh. Und das Leiden von Vermietern hält sich sehr in Grenzen.

Kommentar von Rat2010 ,

Er schreibt von den Vermietern. Würdest du nicht leiden, wenn du statt der ortsüblichen 1.200 € nur 600 € Miete bekommst und vielleicht noch für 10.000 € Reparaturen anstehen und der Erbe oder die Erbengemeinschaft das Haus oder die Wohnung gerne los wäre weil er oder einige davon mit dem Geld oder wesentlich mehr gerechnet haben?

Nicht in jedem alten Haus mit riesigem Grund in einer Villen- oder Mehrfamilienhausgegend in München lebt ein Eigentümer. Für den Gesetzgeber ist das alles eindeutig für den Vermieter geregelt (§ 573 Abs. 2 Nr. 3 BGB). Was gute Juristen und schlechte Richter daraus machen grenzt an Enteignung.

Alte Leute vergessen gerne die Miete zu eröhen. Wenn sie es lange genug vergessen, weil die Mieter ja auch noch nett sind oder den Garten machen, können sie denen das Haus - je nach Lage - auch gleich schenken.

Antwort
von billy, 3

10 % sind wohl noch akzeptabel, fragt sich nur für welchen Zeitraum.

Antwort
von althaus, 3

Maximal 20% für die nächsten 3 Jahre.

Antwort
von HilfeHilfe, 4

fände ich an sich sehr fair ! immerhin hast du 18 jahre eine solide planung genossen ! wer kann das als mieter schon sagen.

in 18 Jahren hatten wir zB eine währungsreform. Da ist die inflation galoppiert

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