Frage von Nagashi, 179

Möchte ausziehen, Mutter Hartz4 wer zahlt meine Miete?

Hallo Leute,

meine Freundin und ich planen zusammenzuziehen, doch ich komme grad nicht weiter und weiß nicht wie ich das bewerkstelligen soll.

Wir sind beides Studenten und beziehen Bafög, mit diesem ich auch meine Miete Zuhause zahlen muss (290€) , da meine Mutter Hartz4 bezieht. (Zuhause lebt noch mein Bruder, der ebenfalls sein Mietanteil zahlen muss) Nun ist mir leider nur sehr spät aufgefallen, dass wenn ich nun von Zuhause ausziehe zwar das Amt meine Mutter zwingen wird eine kleinere und günstigere Wohnung zu suchen, doch wer übernimmt in dieser Zeit meinen Mietanteil? Monatlich bekommt meine Mutter etwa 245€ nach Abzug der Stromkosten, Miete etc., würde dieser Rest der Leistung der Mainarbeit auf meine Miete fallen, würde theoretisch ihr gar nichts übrig bleiben und sogar Schulden entstehen (Mein Bruder kann da leider finanziell auch nicht großartig weiterhelfen)

Kann mir jemand beantworten, wie das geregelt wird? Oder Tipps geben wie ich dennoch ausziehen kann? (Bin nicht in der Bedarfsgemeinschaft!)

Antwort
von Werniman, 179

Das Amt wird deinen Mietanteil vorläufig übernehmen, wird allerdings deiner Mutter eine Aufforderung zur Senkung der Kosten der Unterkunft schicken (da liegst du also schon richtig). Hierfür muss allerdings zwingend vom Amt eine Wirtschaftlichkeitsrechnung vorgenommen werden. Das ist besonders unter dem Gesichtspunkt wichtig,daß kleinere Wohnungen oft überproportional teurer sind als größere Wohnungen,d.h. es muss ein merklicher Spareffekt vorhanden sein,wobei auch die Umzugskosten berücksichtigt werden müssen. Der betreffende Paragraph §22 SGBII äußert sich hierzu wiefolgt:

"Bedarfe für Unterkunft und Heizung werden in Höhe der tatsächlichen Aufwendungen anerkannt, soweit diese angemessen sind.......Eine Absenkung der nach Satz 1 unangemessenen Aufwendungen muss nicht gefordert werden, wenn diese unter Berücksichtigung der bei einem Wohnungswechsel zu erbringenden Leistungen unwirtschaftlich wäre."

In der Praxis wird da von Sozialgerichten häufig so geurteilt,daß ein Umzug unwirtschaftlich ist,wenn die vom Amt zu tragenden Umzugskosten sich nicht innerhalb von 10 Monaten durch die geringeren Kosten der Unterkunft wieder ausgeglichen haben. Oder in Zahlen ausgedrückt:Wenn eine kleinere Wohnung beispielsweise nur 100€ billiger ist als die jetzige, die Umzugskosten aber 2000€ betragen würden,wäre ein Umzug somit unwirtschaftlich,da die gesparten 100€ nicht die Umzugskosten wieder einspielen.

Kommentar von Werniman ,

Gerade nochmal nachgelesen: einige Jobcenter gehen inzwischen auch von einer Frist von bis zu 24 Monaten aus,in der sich die Umzugskosten wieder amortisiert haben müssen.

Kommentar von Nagashi ,

Super vielen Dank! Hat mir extrem weitergeholfen!

Antwort
von billy, 147

Entweder einer aus Eurer Familie findet einen Job oder beim Jobcenter erkundigen welche Möglichkeiten es gibt.

Antwort
von HilfeHilfe, 139

Option 1: Sie klärt alles mit dem Amt und für den Übergang wir dein Anteil gezahlt

Option 2: Due bleibst so lange in der Wohnung bis Sie eine kleinere gefunden hat

Option3: Sie geht ARBEITEN. immerhin studierst du und scheinst das Prinzip Arbeit und Transferleistungen hoffentlich verstanden zu haben

PS: nur der kleine Bruder tut mir leid

Kommentar von Nagashi ,

ne ich bin der jüngst in der Familie :) und der wird schon zurechtkommen, wenn ich es auch schaffe.

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